Weitere Veranstaltungen
Beetz
Probleme der Literaturtheorie (Doktorandenkolloquium)
Ort (Herweghstr. 96) und Zeit nach Vereinbarung
Nell
Kolloquium für Examenskandidaten und Doktoranden
Ort (Herweghstr. 96) und Zeit nach Vereinbarung
Übersicht | Diese
Tafel drucken | Fenster schliessen
| nach oben
LITERATURWISSENSCHAFT - Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Germanistik in der DDR: Zur Fach- und Theoriegeschichte
2 SWS/ Ps GS
K. Greiner
Herweghstr. 96, ÜR C
Mo 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Wie hat sich die Germanistik in der DDR entwickelt? Auf welche Theoretiker
hat man sich bezogen? Welche eigenen Theorien wurden entwickelt und welche
Wissenschaftler machten besonders von sich reden?
Inwiefern ist es einer Geisteswissenschaft möglich, sich in einem System
wie dem der DDR zu behaupten und geistige Höchstleistungen zu vollbringen?
Das Seminar fasst zum einen die gesamte DDR-Germanistik ins Auge, zum anderen
aber werden wir uns auch mit Halleschen Germanisten und ihren anerkannten
Leistungen beschäftigen.
max. 30 TeilnehmerInnen
Literaturhinweise gibt es zu Beginn des Seminars.
| nach oben
Einführung in die Gedichtinterpretation: Mit Hans Magnus
Enzensberger durch das „Museum der modernen Poesie“
2 SWS/ Ps GS
K. Agthe
Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
Mo 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
Das Seminar „Einführung in die Gedichtinterpretation“ legt
den Akzent auf die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Am
Beginn wird zunächst die Erarbeitung von wesentlichen Grundlagen der
Vers- und Metriklehre stehen. Basis dafür sind u.a. die Anleitungen von
E. Arndt, H. J. Frank und H.-D. Gelfert. Textgrundlage für diese Veranstaltung
bildet die 1960 erstmals von Hans Magnus Enzensberger herausgegebene Anthologie
„Museum der modernen Poesie“. Diese mehrsprachige Ausgabe (350
Gedichte von nahezu 100 Autoren) zählt zu den wichtigsten Sammlungen
zur Lyrik der klassischen Moderne (von Guillaume Apollinaire über Bertolt
Brecht bis Wladimir Majakowski) und ist somit ein solider Ausgangspunkt für
die komparatistische Gedichtinterpretation.
Literatur:
Museum der modernen Poesie. Eingerichtet von Hans Magnus Enzensberger. Suhrkamp-Verlag
(Taschenbuch 3446), Frankfurt/Main 2002. Zum tieferen Verständnis unverzichtbar:
Erwin Arndt: Deutsche Verslehre. Berlin 1995; Horst J. Frank: Wie interpretiere
ich ein Gedicht? Eine methodische Anleitung. Tübingen/Basel 2000; Hans-Dieter
Gelfert: Einführung in die Verslehre. Stuttgart 1998.
| nach oben
Einführung in die Dramentheorie: Poetik der Tragikomödie
2 SWS/ Ps GS
E. Stöckmann
Melanchthonianum, Hörsaal A
Mo 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
Aus gattungshistorischer Perspektive erscheint die Tragikomödie seit
ihrer Problematisierung im 18. Jahrhundert als ein Sonderfall. Bedient sie
sowohl tragische als auch komische Wirkungsmuster, so beansprucht sie stets,
zugleich mehr zu sein als eine dramatische Mischgattung aus Tragödie
und Komödie. Im Seminar wird es darum gehen, die gattungspoetische Eigenart
des tragikomischen Dramas im Vergleich mit dem ernsten und dem heiteren Drama
sowohl textnah als auch theoriebezogen herauszuarbeiten, wobei die entwicklungsgeschichtlichen
Verläufe tragikomischer Dramaturgien an den Stationen Aufklärung
(Gellert), 19. Jahrhundert (Hebbel) und 20. Jahrhundert (Dürrenmatt)
nachvollzogen werden sollen. Textanalyse und Interpretation stützen sich
dabei auf die dramentheoretischen Grundbegriffe bzw. die einschlägige
Literatur zur Gattungstheorie des Dramas (Asmuth, Pfister).
Qualifizierte Teilnahmescheine werden durch die Stofferarbeitung und -präsentation
in Kleingruppen und die Anfertigung schriftlich ausgearbeiteter Aspektuntersuchungen
erworben.
Kursbegleitende Literatur
Theorie des Dramas:
- Aristoteles: Poetik. [reclam UB 7828]
- Bernhard Asmuth: Einführung in die Dramenanalyse. 1997 [Sammlung Metzler
188]
- Manfred Pfister: Das Drama. 2000. [UTB 580]
Poetik und Literatur der Tragikomödie:
- Christian Gellert: Die gemütsbewegende Komödie [zus. mit dem Folgetext
in: reclam UB 8973]
- Ders.: Die zärtlichen Schwestern
- Friedrich Hebbel: Ein Trauerspiel in Sizilien
- Friedrich Dürrenmatt: Anmerkungen zur Komödie [Diogenes]
- Ders.: Die Ehe des Herrn Mississippi [Diogenes].
| nach oben
Geschichte und Fiktion. Historische Quellen und literarische
Bearbeitungen im 17. und 18. Jahrhundert
2 SWS/ Ps GS
H. Zaunstöck/R. Godel
Historisches Institut, Raum 224 o. 225 (Kröllwitzer Str. 44)
Mo 16-18
Beginn der Lehrveranstaltung: 11.04.2004
MA/LAG/LAS wobl.
Historische Ereignisse und Prozesse wurden in der Frühen Neuzeit medial
verarbeitet und verbreitet, und sie dienten als Grundlage für literarische
Bearbeitungen. Das Seminar, das von einem Literaturwissenschaftler (R. Godel)
und einem Historiker (H. Zaunstöck) veranstaltet wird, geht anhand von
Beispielen zwischen dem 30jährigen Krieg und der Zeit der Epochenwende
um 1800 dem komplexen Verhältnis von „Wahrheit“ und Dichtung
nach. Dabei werden die Fallbeispiele aus geschichts- bzw. literaturwissenschaftlicher
Sicht analysiert: Worin unterscheiden sich historische und literarische Texte
bzw. Zugangsweisen? So hat man etwa Schillers „Wallenstein“-Trilogie
nachgesagt, sie treffe die historische Situation um Wallensteins Tod präziser
als sein vorangegangenes Geschichtswerk. Das Seminar bietet eine Einführung
in quellenkritisches und interdisziplinäres Arbeiten sowie eine Einführung
in historische Prozesse des 17. und 18. Jahrhunderts.
Der erste Termin für die Veranstaltung wird der
19. April 2004 sein. Es können max. 30 Germanisten (und 30 Historiker)
aufgenommen werden.
Herr Dr. Godel ist zwecks evtl. Vorbesprechungen unter folgender E-Mail -
godel@izea.uni-halle.de - zu
erreichen.
Einführende Literatur:
Richard J. Evans: Fakten und Fiktionen. Über die Grundlagen historischer
Erkenntnis. Frankfurt am Main u.a. 1998.
| nach oben
Einführung in die Germanistische Literaturwissenschaft
II: Johann Wolfgang v. Goethe: „Die Leiden des jungen Werther“
- Autor, Werk, Wirkung, Rezeptionsgeschichte
2 SWS/ Ps GS
H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 08-10
MA/LAG/LAS wobl.
Für alle Studierenden, die im vorangegangenen Semester das Proseminar
Einführung in die Literaturwissenschaft II noch nicht besuchen konnten,
wird diese obligatorische Veranstaltung erneut angeboten.
Am Beispiel von Goethes Roman werden die grundlegenden Verfahren literaturwissenschaftlichen
Arbeitens geübt und methodische Fragestellungen diskutiert. Ausgehend
von einer genauen Lektüre des „Werther“ sollen autor-, text-
und leserorientierte Zugänge erprobt und deren Ergebnisse durch die Studierenden
vorgestellt werden. Fragen des Umgangs mit Stoff und Motiv, der Entwicklung
von Gattungsmustern, von Tradition und Innovation in der Literatur sowie der
Rezeptionsgeschichte und von Problemen der Edition literarischer Werke sind
in die Diskussion mit einbezogen.
Primärliteratur: J.W. Goethe: Die Leiden des jungen Werthers. Studienausgabe.
Paralleldruck der Fassungen von 1774 und 1787. Hrsg. M. Luserke. Reclam UB
9762.
Sekundärliteratur: Erläuterungen und Dokumente. J.W. Goethe: die
Leiden des jungen Werther. Hrsg. Kurt Rothmann. Reclam UB 8113.
Moennighoff, Burkhard; Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft.
10. Auflage, München 2002 (UTB 1582).
Schneider, Jost: Einführung in die moderne Literaturwissenschaft. 2.
Auflage, Bielefeld 1998.
Schutte, Jürgen: Einführung in die Literaturinterpretation. Stuttgart:
Metzler 1985 (SM 217).
| nach oben
Einführung in die Erzähltheorie
2 SWS/ Ps GS
M. Anders-Sailer
Herweghstr. 96, ÜR B - Di 10-12
Herweghstr. 96, ÜR C - Do 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Im Seminar werden Begriffe und Untersuchungsmethoden vermittelt und diskutiert,
die bei der Analyse und Interpretation erzählender Texte von Bedeutung
sind. Ausgewählte Erzähltexte – mit besonderer Berücksichtigung
der aktuellen Gegenwartsliteratur – dienen als Material, um Begriffe
und Methoden auf ihre analytische Relevanz hin zu befragen.
Die Studierenden können Texte ihrer Wahl zur Verfügung stellen.
Literatur: Jochen Vogt: Aspekte erzählender Prosa
Schulte-Sasse/Werner: Einführung in die Literaturwissenschaft.
| nach oben
Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt als Erzähler
2 SWS/ Ps GS H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Nicht nur als Dramatiker haben die beiden Schweizer Autoren Bedeutendes geleistet,
sondern auch auf dem Gebiet des Erzählens. Dürrenmatt hat mit seinen
Geschichten Der Richter und sein Henker und Das Versprechen die traditionelle
Detektivgeschichte unterlaufen. Frisch setzte mit seinen Romanen Stiller und
Homo faber ästhetisch und thematisch neue Akzente für den Roman.
Für autobiographisches Schreiben ist seine Erzählung Montauk wichtig
geworden. Im Seminar sollen die unterschiedlichen Erzählverfahren analysiert
werden.
Sekundärliteratur zur Einführung:
Petersen, Jürgen H.: Max Frisch. Zweite Auflage. Stuttgart: Metzler 1989
(SM 173);
Knapp, Gerhard P.: Friedrich Dürrenmatt. Stuttgart; Weimar 1993 (SM 196)
| nach oben
Hölderlins Lyrik
2 SWS/ Hs HS
M. Beetz
Herweghstr. 96, ÜR C
Di 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
P. Bertaux hat Hölderlin zum „Dichter der Dichter“ gestempelt.
In der Tat fand sein poetisches Werk im 20. Jahrhundert eine enorme Resonanz
unter namhaften Lyrikern wie G. Trakl, G. Eich, Celan, Bobrowski, Enzensberger,
V. Braun, S. Kirsch. Hölderlins Lyrik entstand im Umkreis der klassisch-romantischen
Dichtung und fand zu einem unverwechselbaren Stil. Wie kein anderer deutscher
Lyriker hat er das Gespräch zwischen Philosophie und Dichtung angeregt.
An ausgewählten Gedichten der frühen Tübinger Hymnen, der Oden,
die als die bedeutendsten im deutschen Sprachraum gelten, der großen
Elegien, Nachtgesänge und späten Hymnen, die seinen Ruhm begründeten,
sollen zentrale Fragestellungen der Forschung erörtert werden. Dabei
ist Hölderlins Stellung zur Frühromantik, zur Französischen
Revolution und zu Rousseau zu diskutieren, ferner seine Dichtungstheorie,
Geschichtsphilosophie und die Rolle der Mythologie, so daß auch Scheine
in Literaturtheorie erworben werden können.
Literaturhinweise:
F. Hölderlin: Gedichte, hg. von G. Kurz. Stuttgart (RUB 18242)
Stephan Wackwitz: F. Hölderlin. Stuttgart 1997 (SM 215).
Ulrich Gaier: Hölderlin. Tübingen 1993 (UTB 1731).
Johann Kreuzer (Hg.): Hölderlin-Handbuch. Stuttgart 2002.
| nach oben
Die Novelle im bürgerlichen Realismus
2 SWS/ Ps GS
M. Anders-Sailer
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 14-16
MA/LAG/LAS wobl.
Die Novelle ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein viel verwendetes
Genre. Im Seminar sollen Gründe für diese „Lieblingsform“
der bürgerlichen Realisten benannt und vor dem Hintergrund der Novellengeschichte
und -theorie das Novellenkonzept des bürgerlichen Realismus herausgearbeitet
werden.
Der sozialgeschichtliche Hintergrund bleibt nicht unbeachtet. Autorinnen und
Autoren wie G. Keller/Th. Storm/Th. Fontane/P. Heyse/F. C. Meyer/M. v. Ebner-Eschenbach
u.a. werden mit ausgewählten Texten berücksichtigt.
Die Liste der Primär- und weiteren Sekundärliteratur liegt zu Beginn
des Semesters vor.
Literatur:
Hugo Aust: Novelle. 3. überarb. u. aktualisierte Aufl. Stuttgart/Weimar
1999.
E. McInnes/G. Plumpe (Hrsg.): Bürgerlicher Realismus und Gründerzeit
1848-1890. Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur. Bd. 6. München/Wien
1996.
| nach oben
Schelmenliteratur
2 SWS/ Hs HS
W. Nell
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 14.30-16.00
MA/LAG/LAS wobl.
Schelme, das sind Habe- und Taugenichtse, die im zähen Kampf um Überleben,
Aufstieg und Anerkennung, in der Vielfalt von Rollen und in den Höhenflügen
und Tiefschlägen des Glücks die Erfahrungsräume menschlichen
Handelns und Leidens ausmessen, zugleich damit die Mechanismen der Vergesellschaftung
ausloten und deren Verwerfungen satirisch und kri-tisch offenbaren. Insoweit
als sie orts- und charakterlos sind, bieten sie die Möglichkeit zur Diskussion
jeweiliger Menschen- und Gesellschaftsbilder. Insoweit als in ihnen „Meister
der Verwandlung“ Gestalt gewinnen, decken sie einen Grundzug literarischer
Fiktionalität, ja eine Funktion und Möglichkeit fiktionaler Literatur
selbst auf. Dies will das Seminar anhand dreier Schwerpunkte tun: 1. „Klassische“
Picaros aus der spanischen Literatur des 16. und 17. Jahr-hunderts (Lazarillo,
Buscón) vorstellen, 2. Moderne literarische Adaptionen dieses Modells
diskutieren, u. a. „Felix Krull“ von Thomas Mann sowie einige
Beispiele der aktuellen Ge-genwartsliteratur, 3. schließlich die Figur
des „trickster“ in außereuropäischen Literaturen (indianische
und afrikanische Beispiele) und deren aktuelle Bearbeitungsformen kennen zu
lernen.
Texte:
Horst Baader (Hg.): Spanische Schelmenromane, 2 Bde., München 1964/1965;
Thomas Mann: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1954); Bernard Malamud:
A New Life (1964); Libuse Monikova: Die Fassade. Ein kollektiver Schelmenroman,
(1987); Gary Steyngart: The Russian Debutante’s Handbook (2002); Paul
Radin, Karl Kerényi: Der göttli-che Schelm, Zürich 1954;
Amos Tutuola: The Palm-Wine Drinkard, London 1952; Amadou Hampaté Bâ:
L’étrange destin du Wangrin ou Les Roueries d’un interprète
africain, Paris 1973.
Zur Einführung:
Horst Baader: Typologie und Geschichte des spanischen Romans im Goldenen Zeitalter,
in: Neues Handbuch der Literaturwissenschaft 10: Renaissance und Barock II,
Frankfurt a. M. 1972, S. 82-144; Matthias Bauer: Im Fuchsbau der Geschichten.
Anatomie des Schelmenro-mans, Stuttgart Weimar 1993; Matthias Bauer: Der Schelmenroman,
Stuttgart Weimar 1994; Helmut Heidenreich (Hg.): Pikarische Welt. Schriften
zum europäischen Schelmenroman, Darmstadt 1969 (WdF 163); Gerhart Hoffmeister
(Hg.): Der moderne deutsche Schelmenroman. Interpretationen, Amsterdam 1985/1986;
Ger-hart Hoffmeister (Hg.): Der deutsche Schelmenroman im europäischen
Kontext. Rezeption, Interpretation, Bibliographie, Amsterdam 1987; Jürgen
Jacobs: Der deutsche Schelmenroman. Eine Einführung, München Zürich
1983; Jürgen Jacobs: Der Weg des Picaro. Untersuchungen zum europäischen
Schelmenroman, Trier 1998; Johannes Roskothen: Hermetische Pikareske. Beiträge
zu einer Poetik des Schelmenromans, Frankfurt a. M. 1992.
| nach oben
Theodor W. Adorno – Walter Benjamin: Ästhetische
Theorie und historisches Erkennen
2 SWS/ Oberseminar
W. Nell
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 17-19
MA/LAG/LAS wobl.
Mit Theodor W. Adorno (1903-1969) und Walter Benjamin (1892-1940) treten zwei
Denker in den Blick, die in bis heute noch nicht abgeschlossener Weise die
literaturwissenschaftliche und kulturanalytische Diskussion seit der zweiten
Hälfte des 20. Jahrhunderts bestimmt ha-ben. In ihren Untersuchungen
konvergieren Gesellschaftsanalyse und -kritik, Geschichtsphi-losophie, Kunstkritik
und Literaturwissenschaften in einer auch aktuelle Fragestellungen an-sprechenden
Weise, wobei wir sowohl den historischen als auch den aktuellen Bezügen
in beiden Perspektiven nachgehen wollen. Von Adorno werden einige kleinere
Arbeiten (aus den Sammlungen „Eingriffe“ und „Stichworte“),
ausgewählte Abschnitte aus der „Ästhetischen Theorie“,
einige zentrale Aufsätze aus den „Noten zur Literatur“ sowie
einzelne Passagen aus den „Minima Moralia“ im Seminar zur Sprache
kommen, bei Benjamin stehen geschichts-philosophische Entwürfe, einige
literaturtheoretische und literaturkritische Arbeiten sowie Texte und Vorarbeiten
aus den Baudelaire-Studien und aus dem „Passagenwerk“ im Mittel-punkt
der Seminararbeit. Für Walter Benjamin wird die Anschaffung des Taschenbuchs
W. Benjamin: „Illuminationen. Ausgewählte Schriften“, Frankfurt
a. M. (Suhrkamp) empfohlen.
Eine genaue Liste der zu bearbeitenden Texte wird mit den SeminarteilnehmerInnen
in der ersten Seminarsitzung festgelegt. Das Seminar eignet sich auch für
IKEAS-Studierende.
| nach oben
Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft: Bilanz und
Perspektive einer Debatte
2 SWS/ V GS/HS
W. Nell
Melanchthonianum, Hörsaal XVIII
Mi 08-10
MA/LAG/LAS wobl.
Spätestens als 1991 ein im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft
erstelltes Gut-achten namhafter Geisteswissenschaftler zum Thema „Geisteswissenschaften
heute“ die Weiterentwicklung der Geistes- zu Kulturwissenschaften empfahl,
war auch für Literaturwis-senschaftler(innen) klar, dass sie sich einer
Diskussion stellen mussten, die in Nordamerika schon seit den 1970er Jahren
im Gang war und die im Europa der 1980er Jahre noch zusam-men mit den Angriffen
der Postmoderne auf die Geschichte abzuwehren geboten schien. In-zwischen
– auch das Resultat der Entwicklungen, Diskussionen und Verunsicherungen
der 1990er Jahre – hat nahezu jeder größere Verlag eine eigene
Einführung in die Kulturwissen-schaften und die Thematik hat die Würdigung
erfahren, zum Gegenstand von Handbüchern und Sachlexika geworden zu sein.
Zugleich – auch das Ausdruck gegenwärtiger Diskussionen und Kritik
– ist der Begriff „Kultur“ – immerhin Gegenstandsbereich
der Kulturwissenschaf-ten - auf neue Weise fragwürdig geworden: Ideologisch
haben sich weniger die versöhnlichen Vorstellungen multikultureller bzw.
interkultureller Vielfalt und Toleranz eingestellt als viel-mehr Möglichkeiten
aufgetan, Konfliktlinien und Konfliktfelder unter dem Stichwort Kultur abzuhandeln,
wenn nicht anzuheizen; in der Fachspezifik gar droht eine Universalie Kultur
alle fachbezogenen Gegenstände und Kompetenzen obsolet werden zu lassen.
Eine Menge Stoff also zum Kennenlernen, zum Nachdenken und Diskutieren. Dazu
bietet die Vorlesung vier Aspekte:
Eine Geschichte der kulturwissenschaftlichen Diskussion bis zur Gegenwart;
eine Übersicht der wichtigsten Felder und Bezugsbereiche kulturwissenschaftlichen
Arbeitens; eine Diskus-sion des Verhältnisses von Literatur- und Kulturwissenschaft;
schließlich eine Skizze zu praktischen, auch beruflichen Orientierungen,
die kulturwissenschaftliches und literaturwis-senschaftliches Arbeiten miteinander
verbinden könnte.
Die Vorlesung ist auch für Studierende der Studiengänge IKEAS, BLIK
und „Medien- und Kommunikationswissenschaften“ geeignet.
Literaturhinweise:
Doris Bachmann-Medick (Hg.): Kultur als Text. Die anthropologische Wende in
der Litera-turwissenschaft, Frankfurt a. M. 1996; Mieke Bal: Kulturanalyse,
Frankfurt a. M. 2002; Clau-dia Benthien, Hans Rudolph Velten (Hg.): Germanistik
als Kulturwissenschaft. Eine Einfüh-rung in neue Theoriekonzepte, Reinbek
2002; Hartmut Böhme, Klaus R. Scherpe (Hg.): Lite-ratur- und Kulturwissenschaften.
Positionen, Theorien, Modelle, Reinbek 1996; Hartmut Böhme, Peter Matussek,
Lothar Müller: Orientierung Kulturwissenschaft. Was sie kann, was sie
will, Reinbek 2000; Wolfgang Frühwald u.a.: Geisteswissenschaft heute.
Eine Denk-schrift, Frankfurt a. M. 1991; Renate Glaser, Matthias Luserke (Hg.):
Literaturwissenschaft – Kulturwissenschaft. Positionen, Themen, Perspektiven,
Opladen 1996; Geoffrey Hartman: Das beredte Schweigen der Literatur. Über
das Unbehagen an der Kultur, Frankfurt a. M. 2000.
Eine ausführliche Bibliographie wird im Laufe des Semesters erstellt.
| nach oben
Wie aktuell sind die literarischen Klassiker? Probleme der
Literaturvermittlung.
2 SWS/ Hs HS
A. Jäger
Herweghstr. 96, ÜR A
Mi 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Goethe, Schiller, Fontane, die Brüder Mann, Musil, Grass – sie
alle zählen fraglos zum bürgerlichen Bildungsgut. Aber werden deren
Werke auch wirklich gern gelesen? Immer wieder gibt es Versuche, einen Lesekanon
für den gebildeten Leser zu entwickeln. Jüngstes Beispiel der Kanon
von Marcel Reich-Ranicki – eine Werksammlung fürs Bücherregal?
Eine Umfrage im Wintersemester unter den Erstsemestern in Halle ergab: Fast
jeder Studierende kennt mindestens einen klassischen Autor, dessen Werke er
nicht „freiwillig“ lesen würde. In diesem Seminar geht es
um solche Werke. Woher rührt die Abneigung gegen diese Texte, hält
diese Abneigung einer theoretischen Prüfung stand? Die TeilnehmerInnen
des Seminars haben die Möglichkeit, exemplarisch die eigenen (Vor-)Urteile
zu hinterfragen. Unter der Fragestellung nach der Aktualität der kanonisierten
Werke sollen begründete Haltungen (positive oder negative) zu den Werken
erarbeitet werden. Beabsichtigt ist eine Zusammenarbeit mit Schulklassen aus
Halle und Umgebung. Welche Texte behandelt werden, wird zu Beginn des Seminars
mit den TeilnehmerInnen festgelegt. Voraussetzung für die Teilname am
Seminar: Bereitschaft zu selbstständiger Gruppenarbeit.
Einführende Lektüre zur Kanonproblematik:
Heinz Schlaffer: Die kurze Geschichte der deutschen Literatur, München
2002.
| nach oben
Literarische Deutschlandbilder seit 1945
2 SWS/ Ps GS
W. Nell
Melanchthonianum, Hörsaal XX
Mi 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Das Proseminar bietet sowohl eine Einführung in die Allgemeine und Vergleichende
Litera-turwissenschaft als auch ein Angebot für diejenigen, die an interkulturellen
Deutschlandstu-dien interessiert sind. Im Zentrum der Arbeit stehen dabei
die Jahre unmittelbar nach 1945, also die Frage, wie sich unter dem Eindruck
der Niederlage im Zweiten Weltkrieg und der mit der NS-Herrschaft verbundenen
Massenverbrechen der Diskurs über den Beginn einer „neuen“
deutschen Literatur entwickelt hat und wie er sich in literarischen Werken
wieder finden lässt. Dabei stehen in komparatistischer Sicht die Rezeptionen
und Wechselwirkungen in- und ausländischer Literaturen: Werke, Textmodelle
(bspw. die Kurzgeschichte), literari-sche Strömungen und nicht zuletzt
die unterschiedlichen Einflusszonen West- und Ost-deutschland im Mittelpunkt
des Seminars. Böll, Andersch, Grass werden dabei nicht nur als Autoren
eine Rolle spielen, sondern auch als Beispiele für die Rezeption der
neueren deut-schen Literatur außerhalb der beiden deutschen Staaten,
etwa in Nordamerika und in der da-maligen Sowjetunion. Ferner werden im Rahmen
des Seminarprogramms einige Spielfilme und Filmdokumentationen zu sehen sein.
Literaturhinweise:
A. Textsammlungen: Der Ruf. Eine deutsche Nachkriegszeitschrift, hg. von Hans
Schwab-Felisch, München 1962; 1945. Ein Jahr in Dichtung und Bericht,
hg. von Hans Rauschning, Frankfurt a. M. 1965; Vaterland – Muttersprache.
Deutsche Schriftsteller und ihr Staat seit 1945, Berlin 1979; Lesebuch. Deutsche
Literatur zwischen 1945 und 1959, hg. von Klaus Wagenbach, Berlin 1980; Aufräumungsarbeiten.
Erzählungen aus Deutschland 1945 – 1948, hg. von Thomas Friedrich,
Berlin 1983.
B. Zur Einführung: Elisabeth Endres: Die Literatur der Adenauerzeit,
München 1980; Her-mann Glaser: Deutsche Kultur. Ein historischer Überblick
von 1945 bis zur Gegenwart, Mün-chen Wien 1997; Jost Hermand u. a. (Hg.):
Nachkriegsliteratur in Westdeutschland 1945-49, 2 Bde., Berlin 1982/1984;
Klaus R. Scherpe, Lutz Winckler (Hg.): Frühe DDR-Literatur, Hamburg Berlin
1988; Volker Christian Wehdeking: Der Nullpunkt. Über die Konstituierung
der deutschen Nachkriegsliteratur (1945-1948) in den amerikanischen Kriegsgefangenenla-gern,
Stuttgart 1971.
| nach oben
Grimmelshausen: Simplicissimus & Courasche Literaturhistorische
Bedeutung und literarische Wirkung
2 SWS/ Ps GS
I. Timmermann
Herweghstr. 96, ÜR B
Mi 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Neben vielen ’vernünftigen’ und fachlich schwer wiegenden
Gründen, die dafür sprechen, sich ausgerechnet mit diesen beiden
Texten von einem der wenigen prominent gebliebenen deutschsprachigen Autoren
des 17. Jahrhunderts zu beschäftigen – immerhin ist der Simplicissimus
einer von zwei Barockromanen, deren Lektüre die Leseliste (auch) dieses
Instituts wärmstens empfiehlt, während von der reuelosen und kampfeslustigen,
die Verhältnisse auf den Kopf stellenden Ertzbetrügerin und Landstörtzerin
Courasche meist nur deren dramatische Mutation zu Brechts leidender Mutter
Courage präsent ist (warum eigentlich?) – dürften es letztlich
vor allem ’unvernünftige’ und ’leichtfüßige’
Aspekte sein, aus denen sich das langlebige Interesse an den beiden Hauptfiguren
des Seminars speist. Denn die Spur dieser barocken Anti-Helden, die sich in
der Ursprungskonstellation übrigens persönlich recht gut bekannt
sind, zieht sich keineswegs nur durch die Literaturwissenschaft, sondern vielmehr,
wenn auch kaum mehr gemeinsam, durch die Literatur selbst (neben Brecht bekanntlich
v.a. bei Th. Mann und G. Grass) und andere Künste (Oper, Film, Illustration
und Karrikatur). Was aber konnte über mehr als drei Jahrhunderte, über
zahlreiche Epochen und nicht nur recht unterschiedliche, sondern zum Teil
gegensätzliche ästhetische Verständnisse hinweg Literaten,
Künstler und andere an diesen beiden Figuren begeistern? Wie und warum
bzw. auf welchen Teil hat man sich in den vergangenen drei Jahrhunderten bezogen?
Was wurde vernachlässigt oder ausgeblendet? Wofür stehen Simplicissimus
und Courasche ursprünglich und in den jeweiligen Adaptionen und Modifikationen?
Wie wirken sie bzw. wirken sie heute überhaupt noch auf uns? Antworten
auf diese Fragen sollen im Seminar, ausgehend von einer intensiven Lektüre
der beiden zentralen Primärtexte von Grimmelshausen, gesucht werden.
Nicht zuletzt (wieder) zu entdecken sein dürften dabei Formulier-, Fabulier-
und sprachliche Darstellungskünste, ein Sprachmut und eine Sprachwut,
die, bei allem möglicherweise notwendigen anfänglichen Gewöhnungsbedarf,
ein besonderer Meilenstein in der deutschsprachigen Literatur geblieben sind.
Nicht nur, um im Seminar eine einheitliche, sondern auch, um eine fachlich
akzeptable Textgrundlage zu haben, empfiehlt es sich, die unten angegebenen
Ausgaben der beiden Romane von Grimmelshausen anzuschaffen.
Literatur:
Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen: Der Abentheurliche Simplicissimus
Teutsch und Continuatio des abentheurlichen Simplicissimus. Abdruck der beiden
Erstausgaben (1669) mit den Varianten der ihnen sprachlich nahe tehenden Ausgaben.,
hg. v. Rolf Tarot. Tübingen 1984 (= Gesammelte Werke in Einzelausgaben);
Preis: 29 EUR;
ders.: Lebensbeschreibung der Ertzbetrügerin und Landstörtzerin
Courasche. Abdruck der Erstausgabe von 1670 mit den Lesarten der späteren
unrechtmäßigen und der zweiten rechtmäßigen Ausgabe,
hg. v. Wolfgang Bender. Tübingen 1967 (= Grimmelshausen: Gesammelte Werke
in Einzelausgaben); Preis: 19 EUR; Dieter Breuer: Grimmelshausen-Handbuch.
München 1999.
| nach oben
Gesellschaftskritik im deutschen Kriminalroman der Gegenwart
2 SWS/ Ps GS
N.N.
Herweghstr. 96, ÜR B
Mi 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
Seit den 1960er Jahren wurde der Versuch unternommen, kritische Urteile über
die bundesdeutsche Gesellschaft mittels des populären Genres Kriminalroman
zu popularisieren. Mit dem „Sozio-Krimi“, der Verknüpfung
von „Urbauelementen des Kriminalromans [...] und Urbauelementen einer
kritischen Sozialwissenschaft, Erklärung menschlicher Handlungen aus
ihrer schicht- bzw. klassenspezifischen Situation heraus, Beschreibung und
Analyse der sozialen Lage von Unterprivilegierten und Deprivierten“
(Horst Bosetzky), wollten die Autoren dem Leser „Medizin in Bonbonbeuteln“
(Hansjörg Martin) verabreichen.
An Romanen von Michael Molsner, Richard Hey und Horst Bosetzky (-ky) sowie
unter Einbeziehung von Selbstaussagen der Autoren und der Rezeption sollen
im Seminar exemplarisch Themen, kritische Urteile sowie Verfahren, dem Leser
diese zu vermitteln, herausgearbeitet werden. Hierbei gilt es auch, das Konzept
einer Funktionalisierung von Literatur hinsichtlich der Wirkungsmöglichkeit
erkenntnistheoretisch zu prüfen, um die Frage zu beantworten, wieso sich
die „Medizin in Bonbonbeuteln“ realiter lediglich als „Opium
für Apo-Veteranen“ (Michael Bengel) erwiesen hat.
Ein weiterer Roman, in dem eine dezidierte Gesellschaftskritik zur Darstellung
kommt, ohne dass der Autor, Jakob Arjouni, damit eine mittelbare politische
Wirkung bezweckt, soll schließlich als solcher und im Vergleich zu den
anderen Romanen, von denen er sich darin unterscheidet, analysiert werden.
Primärliteratur:
Michael Molsner: Rote Messe, Frankfurt a.M. 1973 (nur noch antiquarisch erhältlich);
Richard Hey: Engelmacher & Co., München u.a. 1975 (im Seminar möglichst
die lieferbare Ausgabe verwenden: Verlag der Criminale, München 2000);
-ky: Feuer für den Großen Drachen, Reinbek 1982 (Seminar: Rowohlt
1984 ff., antiquarisch); Jakob Arjouni: Ein Mann, ein Mord, Zürich 1991
(Seminar: Taschenbuchausgabe, Diogenes 1993).
Sekundärliteratur zur Einführung:
Karl Ermert/Wolfgang Gast (Hrsg.): Der neue deutsche Kriminalroman, Rehburg-Loccum
1985; Peter Nusser: Der Kriminalroman, 3. Aufl., Stuttgart u.a. 2003 (bes.
Abschnitt 3.4).
| nach oben
Literarische Avantgarde
2 SWS/ Hs HS
A. Jäger/E. Stöckmann
Herweghstr. 96, ÜR C
Mi 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
Gegenstand des Seminars sind literarische Texte und Manifeste der literarischen
Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts: Expressionismus, Futurismus,
Dadaismus und Surrealismus. Sie sollen in ihrem sozialhistorischen Kontext
analysiert werden. Die ästhetischen und philosophischen Ursprünge
dieser Bewegungen werden ebenso ermittelt wie ihre Ausstrahlung auf spätere
avantgardistische Ansätze. Der poetische Avantgardismus, gleichgültig
welcher Spielart, versteht sich immer als Provokation und Bruch gesellschaftlicher
und ästhetischer Normierungen. Dementsprechend provozierte man auch Kritik
am eigenen ästhetischen Anspruch. Das Seminar wird Stationen dieser Kritik
nachvollziehen und sich überdies mit theoretischen Ansätzen, die
Poetik des Avantgardismus zu bestimmen, auseinandersetzen.
Einführende Literatur: Avantgarde. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft.
| nach oben
Aspekte der Literaturtheorie
2 SWS/ Kolloquium
A. Jäger
Herweghstr. 96, ÜR B
Mi 18-22 (14tägig)
MA/LAG/LAS wobl.
Das Kolloquium richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Examenskandidaten
und Doktoranden. Gegenstand sind ausgewählte literaturtheoretische Fragestellungen,
wobei neuere Ansätze zur Realismus- und Mimesisforschung einen Themenschwerpunkt
bilden. Weitere Themen sollen von den Teilnehmern selbst eingebracht und entwickelt
werden. Um den Ablauf zu planen und die Vorträge der Teilnehmer zu koordinieren
ist es notwendig, dass sich Interessenten persönlich in meiner Sprechstunde
oder per E-Mail (jaeger@germanistik.uni-halle.de)
anmelden.
| nach oben
„Erzählte Lebensspuren. Einladung, den Schriftsteller
W. G. Sebald kennen zu lernen“
2 SWS/ Ps GS
T. van Hoorn
Herweghstr. 96, ÜR B
Do 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Unter den deutschsprachigen Schriftstellern der Gegenwart nimmt der aus dem
Allgäu stammende und vor zwei Jahren in seiner englischen Wahlheimat
tödlich verunglückte W. G. Sebald fraglos eine Sonderstellung ein:
In seiner hochpoetischen Prosa spürt Sebald den Lebensspuren einzelgängerischer
Sonderlinge nach, erinnert mit ebenso eindringlicher wie unverwechselbarer
Stimme an die – so der Titel seines berühmtesten Erzählungsbandes
– vom Vergessen bedrohten jüdischen „Ausgewanderten“,
reist als Chronist und Archäologe mal zu Fuß durch die englische
Grafschaft Suffolk („Die Ringe des Saturn“), dann durch Italien
auf den Spuren des kurenden Kafka („Schwindel. Gefühle.“)
und begibt sich schließlich mit einem zufällig im Wartesaal des
Antwerpener Hauptbahnhofs kennen gelernten Zeichner und Photographen, dem
Titelhelden des Romans „Austerlitz“, auf eine Reise in dessen
von Verschickung und Vertreibung geprägter Vergangenheit.
Sebalds Texte entwickeln einen geheimnisvollen, beschwörerischen Sog,
bewegen sich auf der Grenze von Bericht und Fiktion, dokumentarischem Erzählen
und poetischer Memoria. Durch intensive Textlektüre soll in diesem Proseminar
dem Phänomen Sebald nachgespürt werden.
Verbindliche Textgrundlagen:
W.G. Sebald: Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen. Frankfurt/M.2002.
(Fischer Tb 12056)
Ders.: Die Ringe des Saturn. Eine englische Wallfahrt. Frankfurt/M. 2002.
(Fischer Tb 13655)
Ders.: Schwindel. Gefühle. Frankfurt/M. 2003. (Fischer Tb 12054)
Ders.: Austerlitz. Frankfurt/M. 2003. (Fischer Tb 14864).
| nach oben
Texte des Sturm und Drang
2 SWS/ Ps GS
H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Do 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Im Rahmen des viersemestrigen Kurses zu literarischen und literaturtheoretischen
Texten der Aufklärung, des Sturm und Drang, der Klassik und Romantik
werden im SS 2004 ausgewählte Texte der Dramatik, Epik und Lyrik des
Sturm und Drang diskutiert. Diese literarische Epoche war eine Zeit des Aufbruchs
und der Rebellion gegen als Fesseln empfundene ästhetische Normen und
Muster. Herder, Goethe, Lenz, Wagner, Bürger und auch Schiller fühlten
sich als Genies, die ihrem subjektiven künstlerischen Wollen zu folgen
gewillt waren, gestützt auf die von ihnen für sich entdeckten Ossian,
Homer und vor allem Shakespeare. Im Seminar geht es darum, die thematischen
und literarisch-ästhetischen Innovationen der Dichter des Sturm und Drang
zu erkennen und zugleich die Fähigkeit zu Analyse und Interpretation
von Werken der Vergangenheit zu schulen.
Primärliteratur:
Jakob Michael Reinhold Lenz: Die Soldaten; Heinrich Leopold Wagner: Die Kindermörderin;
Friedrich Schiller: Die Räuber;
Lyrik: Gottfried August Bürger: Gedichte, Balladen u.a., Die Pfarrerstochter
von Taubenhain, Lenore; Johann Wolfgang Goethe: Sesenheimer Lieder, Frankfurter
Gedichte;
Theorie: Johann Gottfried Herder: Auszug aus einem Briefwechsel über
Ossian und die Lieder alter Völker; Shakespeare;
Epik: Johann Heinrich Voß und Maler Müller: Idyllen.
Sekundärliteratur:
Geschichte der deutschen Literatur. Band 2: Von der Aufklärung bis zum
Vormärz. Hrsg. Ehrhard Bahr. (UTB 1464)
Luserke, Matthias: Sturm und Drang. Autoren-Texte-Themen. Reclam UB 17602.
| nach oben
Franz Kafka
2 SWS/ V GS/HS
M. Beetz
Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
Do 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
Die Vorlesung will in das Gesamtwerk eines deutschsprachigen Autors des 20.
Jahrhunderts einführen, der Weltruhm erlangt hat. An der irritierenden
Rätselhaftigkeit und Vieldeutigkeit seiner Erzählungen und Romanfragmente
wurden und werden in der umfangreichen Forschungslandschaft unterschiedlichste
Interpretationsansätze erprobt. Modellinterpretationen einzelner Erzählungen
können das Methodenspektrum reflektieren. In 4 Etappen wird eine Annäherung
an das literarische Oeuvre unternommen:
1. Kafkas literarische Existenz wird aus seiner Biographie und autobiographischen
Zeugnissen (Tagebücher, Briefe) rekonstruiert.
Methoden der internationalen Kafkaforschung werden diskutiert.
2. An ausgewählten Erzählungen („Von den Gleichnissen“,
„Das Urteil“, „Die Verwandlung“, „In der Strafkolonie“,
„Vor dem Gesetz“, „Auf der Galerie“, „Ein Hungerkünstler“
u.a.) wird eine minutiöse Lektüre versucht.
3. Die Romanfragmente „Der Verschollene“, „Der Proceß“,
„Das Schloß“ werden unter Aspekten der Erzählperspektive,
Paradoxie, Leerstellen, der Dekonstruktion analysiert; die Bedeutung der Körpersprache,
von Frauenbildern, der Raumkonzeption, Traumlogik, der Gewaltszenen und Spielarten
des Komischen sollen erörtert werden.
Forschungsliteratur:
Peter U. Beicken: F. Kafka. Eine kritische Einführung in die Forschung.
Frankfurt 1974. Hartmut Binder (g.): Kafka-Handbuch. 2 Bde. Stuttgart 1979.
Ludwig Dietz: Franz Kafka. Stuttgart 1990 (SM 138). Michael Müller (Hg.):
Interpretationen. F. Kafka. Romane und Erzählungen. Stuttgart 1996 (RUB
8811).
| nach oben
Stilistik und Rhetorik
2 SWS/ Ps GS
A. Jäger
Herweghstr. 96, ÜR C
Do 12-14
MA/LAG/LAS obl. für MA
Das Seminar beginnt mit einem Überblick über den Gegenstandsbereich
der Stilistik, die Makro- und Mikrostilistik sowie die verschiedenen Stiltheorien,
beschäftigt sich dann aber vorwiegend mit der Mikrostilistik, mit rhetorischen
Figuren und sprachlichen Bildern. Dabei geht es zunächst darum, die verschiedenen
stilistischen und rhetorischen Mittel kennen zu lernen und sie im Text auch
aufzuspüren. Welche Schlüsse lassen sich aus der Kenntnis dieser
Mittel für die Textanalyse und Interpretation gewinnen?
Grundlegende Literatur:
Bernhard Sowinski: Stilistik. Stiltheorien und Stilanalysen. Stuttgart 1999;
Heinrich Lausberg: Handbuch der literarischen Rhetorik. Eine Grundlegung der
Literaturwissenschaft. Stuttgart : Steiner, 1990; Gerhard Kurz: Metapher,
Allegorie, Symbol. Göttingen 1993 (oder andere Auflagen).
| nach oben
Dichtung im Gespräch
2 SWS/ Ps GS/HS
M. Anders-Sailer
Herweghstr.96, ÜR C
Do 14-16
MA/LAG/LAS wobl.
Dieses Seminar wurde im Wintersemester 2003/2004 begonnen und wird weitergeführt.
(Weitere Interessenten, die die Autorenlesungen mit vorbereiten möchten,
melden sich bitte vor Beginn des Semesters.) Wir bereiten die Flyertexte,
Einführungsvorträge und Interviewfragen vor. Am Ende des Seminars
finden dann die öffentlichen Lesungen statt.
| nach oben
Johann Christoph Gottsched
2 SWS/ Hs HS
H.-J. Kertscher
Herweghstr. 96, ÜR B
Do 14-16
MA/LAG/LAS wobl.
„Wenn das Alterthum einer Sache ein Ansehen geben oder ihr einen besondern
Werth beylegen kann: so ist gewiß die Poesie eine von den wichtigsten
freyen Künsten, ja der vornehmste Theil der Gelehrsamkeit.“ Mit
diesen Worten beginnt Gottsched das erste Kapitel seines Versuchs einer Critischen
Dichtkunst vor die Deutschen, der 1730 in Leipzig erschien und erstmalig in
Deutschland eine geschlossene Poetik vorstellt. Damit war zugleich auch die
Diskussion um Fragen der Dichtkunst im deutschsprachigen Raum eröffnet
worden. Sie gipfelte im Streit mit den halleschen Ästhetikern und in
der Kontroverse mit den Zürichern Bodmer und Breitinger.
Ausgehend von den poetologischen Vorgaben Gottscheds will das Seminar die
wichtigsten Streitpunkte herausarbeiten, die die Literaturdebatte in der ersten
Hälfte des 18. Jahrhunderts bestimmten. Dabei werden neben Texten Gottscheds
auch solche seiner Gegner erörtert.
Außerdem wird das Seminar auch den Beziehungen zwischen der Poetologie
und der praktischen schriftstellerischen Tätigkeit Gottscheds (als Dichter,
als Erzähler, als Dramatiker) nachgehen.
Primärliteratur (Gottsched):
– Versuch einer Critischen Dichtkunst vor die Deutschen.
– Lehrgedichte (Daß der Mensch selbst an seiner Verdammung Schuld
sey; An Herrn D. Carl Friedrich Lau; An eine junge Dichterinn in Dresden).
– Der sterbende Cato.
– Die gute Ehefrau.
| nach oben
Konzeptionen der Ehe in der Literatur um 1800
2 SWS/ Hs HS
H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Fr 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
In der vorindustriellen Gesellschaft war die Ehe eine wirtschaftlich nützliche
Einrichtung mit strengen arbeitsteiligen Regeln für Mann und Frau, die
sie nicht in Frage stellten. Die Vorstellung, dass individuelle Liebe und
gegenseitige Zuneigung das Fundament für eine auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft
sein sollten, begann sich vor gut 200 Jahren durchzusetzen und wurde in zahlreichen,
vor allem literarischen Texten seit der Jahrhundertmitte immer neu entworfen.
Ihre anthropologische Begründung fand diese Ehevorstellung durch Schriften
Kants, Humboldts und Fichtes, die von einem natürlichen Gegensatz von
Mann und Frau ausgingen, der in der Ehe seine harmonische Einheit fand. Während
noch die Aufklärung die Ehe „wie sie sein sollte“ propagierte,
rückte bereits ein anderer Aspekt des Diskurses ins Blickfeld: die Unauflösbarkeit
der Ehe, ihr mögliches Scheitern. Angesichts nicht weniger zerrütteter
Ehen, deren Scheidung Gesprächsstoff der Gesellschaft war, gingen Autoren
und Autorinnen nun auch experimentierend mit dem Thema Ehe um – nicht
zuletzt Goethe und Wieland.
Primärliteratur:
Theodor Gottlieb von Hippel: Über die Ehe. Wilhelm v. Humboldt: Ideen
zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen; Briefwechsel
W. und Caroline v. Humboldt. Friedrich Schlegel: Über die Diotima; Lucinde.
Wieland: Das Hexameron von Rosenhain. Goethe: Die Wahlverwandtschaften. Helene
Unger: Albert und Albertine.
Sekundärliteratur zur Einführung:
Philosophische Geschlechtertheorien. Stuttgart: Reclam 2002 (UB 18190); Bake,
Rita; Birgit Kiupel: Unordentliche Begierden. Liebe, Sexualität und Ehe
im 18. Jahrhundert. Hamburg 1996.
| nach oben
Poetik der Frühaufklärung
2 SWS/ Hs HS
M. Beetz
Herweghstr. 96, ÜR A
Fr 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
Das Seminar will zentrale Begriffe der Ästhetik und Poetik in der 1.
Hälfte des 18. Jahrhunderts explizieren wie 'Geschmack‘, 'Urteilskraft‘,
'Kritik‘, 'Naturnachahmung‘, 'Wahrscheinlichkeit‘, das 'Wunderbare‘
und 'Erhabene‘, 'Witz‘ und 'Einbildungskraft‘.
An Autoren sollen J. U. von König, Gottsched und die Schweizer, A. G.
Baumgarten und G. F. Meier behandelt werden. Gegenüber Gottscheds rationalistischer
Poetik unterstreichen Bodmer und Breitinger die Rolle der Phantasie, des Wunderbaren
und die Affektrührung.
Der Sensualismus Baumgartens und Meiers akzentuiert im Versuch einer wissenschaftlichen
Begründung des Schönen die Sinnlichkeit als Kategorie der Wahrnehmung
und des ästhetischen Urteils. Mit der 'schönen Erkenntnis‘
werden die unteren Erkenntnisvermögen aufgewertet, der ästhetische
Wahrheitsbegriff zielt auf sinnliche Evidenz.
Literatur: Peter-André Alt: Aufklärung. Stuttgart 1996 (Kap. II)
(mit weiteren Literaturhinweisen).
| nach oben
Digitale Textedition mit TEI
2 SWS/ Ps GS/HS
N.N.
Computerpool, Dachritzstr. 12, R. 101
Blockseminar Fr 14-18 und Sa 10-14 (vgl. Termine)
MA/LAG/LAS/BliK möglich
max. 20 TeilnehmerInnen wobl.
Elektronische Editionen im Internet und auf CD-Rom gehören inzwischen
zum philologischen Alltag. Die Vielzahl von Formaten und die Programme, auf
denen diese basieren, erschweren jedoch die Zugänglichkeit der elektronischen
Texte. Es ist nicht sicher gestellt, dass E-Texte in programmabhängigen
Formaten auch nach mehreren Jahren noch gelesen werden können.
Eine Alternative bietet die Text Encoding Initiative (TEI), deren Kürzel
gleichermaßen für die Organisation wie für das von ihr entwickelte
Auszeichnungssystem elektronischer Editionen steht. Entwickelt wurde ein softwareunabhängiges,
offenes und frei zugängliches Format zur Speicherung, zum Austausch und
zur Analyse von geisteswissenschaftlichen Texten.
Ziel des Blockseminars ist neben der Erarbeitung von editionsphilologischem
Basiswissen die Vermittlung von Grundkenntnissen über TEI und die Erprobung
der Kodierungsregeln an konkreten Textbeispielen.
Voraussetzung für die Teilnahme sind die Offenheit für technische
Neuerungen und solide Kenntnisse in Word für Windows. Am Seminarbeginn
wird ein Reader mit Sekundärliteratur und einer Linkliste zur Verfügung
gestellt.
Termine: 23.04. 2004, 14./15.05. 2004, 18./19.06. 2004,
25./26.06. 2004
Vorbereitende Lektüre:
Tone Merete Bruvik: Yesterday's Information Tomorrow. Die Text Encoding Initiative
(TEI) http://www.onb.ac.at/sichtungen/beitraege/bruvik-tm-1a.html
Fotis Jannidis: TEI in der Praxis http://computerphilologie.uni-muenchen.de/praxis/teiprax.html
TEI (Text Encoding Initiative): http://www.tei-c.org
| nach oben
Probleme der Literaturtheorie
2 SWS/ Doktorandenkolloquium
M. Beetz
Herweghstr. 96, n.V. n.V.
MA/LAG/LAS wobl.
| nach oben
Kolloquium für Examenskandidaten und Doktoranden
2 SWS/ Kolloquium
W. Nell
Herweghstr. 96, n.V. n.V.
MA/LAG/LAS wobl.