Kommentiertes Vorlesungs- und Seminarverzeichnis Sommersemester 2004
Abteilung Germanistische Literaturwissenschaft


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  Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
 08.00   Ritter
PS: Einführung in die Literaturwissenschaft II:
J.W. von Goethe "Die Leiden des jungen Werther" - Autor, Werk, Wirkung, Rezeptionsgeschichte

Herweghstr. 96, ÜR A
Nell
V: Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft:
Bilanz und Perspektive einer Debatte

Melanchthonianum,
HS XVIII
   
 10.00 Greiner
PS: Germanistik in der DDR: Zur Fach- und Theoriegeschichte
Herweghstr. 96, ÜR C
Anders-Sailer
PS: Einführung in die Erzähltheorie
Herweghstr. 96, ÜR B

Ritter
PS: Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt als Erzähler
Herweghstr. 96, ÜR A
Jäger
HS: Wie aktuell sind die literarischen Klassiker? Probleme der Literaturvermittlung.
Herweghstr. 96, ÜR A
Nell
PS: Literarische Deutschlandbilder seit 1945
Melanchthonianum,
HS XX

Timmermann
PS: Grimmelshausen: Simplicissimus & Courasche
Literaturhistorische Bedeutung und literarische Wirkung

Herweghstr. 96, ÜR B
Anders-Sailer
PS: Einführung in die Erzähltheorie
Herweghstr. 96, ÜR C
van Hoorn
PS: „Erzählte Lebensspuren. Einladung, den Schriftsteller W. G. Sebald
kennen zu lernen“

Herweghstr. 96, ÜR B

Ritter
PS: Texte des Sturm und Drang
Herweghstr. 96, ÜR A
Ritter
HS: Konzeptionen der Ehe in der Literatur um 1800
Herweghstr. 96, ÜR A
 12.00 Agthe
PS: Einführung in die Gedichtinterpretation: Mit Hans Magnus Enzensberger durch das "Museum der modernen Poesie"
Löwengebäude,
HS XIV a/b
Stöckmann
PS: Einführung in die Dramentheorie: Poetik der Tragikomödie
Melanchthonianum, HS A
Beetz
HS: Hölderlins Lyrik
Herweghstr. 96, ÜR C
Nell
PS: Gesellschaftskritik im deutschen Kriminalroman der Gegenwart
Herweghstr. 96, ÜR B

Jäger/ Stöckmann
PS: Literarische Avantgarde
Herweghstr. 96, ÜR C
Beetz
V: Franz Kafka
Löwengebäude,
HS XIV a/b
Jäger
PS: Stilistik und Rhetorik
Herweghstr. 96, ÜR C
Beetz
HS: Poetik der Frühaufklärung
Herweghstr. 96, ÜR A
 14.00   Anders-Sailer
PS: Die Novelle im bürgerlichen Realismus
Herweghstr. 96, ÜR A

14.30 - 16.00 Uhr
Nell
HS: Schelmenliteratur
Herweghstr. 96, ÜR A

Anders-Sailer
PS: Dichtung im Gespräch
Herweghstr. 96, ÜR C
Kertscher
HS: Johann Christoph Gottsched
Herweghstr. 96, ÜR B
Blockseminar (s. Termine)
Fr 14-18 Uhr &
Sa 10-14 Uhr

N.N.
PS: Digitale Textedition mit TEI
Computerpool Dachritzstr. 12, Raum 101
 16.00 H. Zaunstöck/R. Godel
Beginn: 19.April 04
PS: Geschichte und Fiktion. Historische Quellen und literarische
Bearbeitungen im 17. und 18. Jahrhundert

Historisches Institut, Raum 224 o. 225
(Kröllwitzer Str. 44)
17.00 - 19.00 Uhr
Nell
OS: Theodor W. Adorno – Walter Benjamin: Ästhetische Theorie und
historisches Erkennen

Herweghstr. 96, ÜR A
     
 18.00  
Alle 14 Tage
Jäger
Kolloquium: Aspekte der Literaturtheorie
Herweghstr. 96, ÜR B
   



Weitere Veranstaltungen

Beetz
Probleme der Literaturtheorie (Doktorandenkolloquium)
Ort (Herweghstr. 96) und Zeit nach Vereinbarung

Nell
Kolloquium für Examenskandidaten und Doktoranden
Ort (Herweghstr. 96) und Zeit nach Vereinbarung



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LITERATURWISSENSCHAFT - Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis

Germanistik in der DDR: Zur Fach- und Theoriegeschichte
2 SWS/ Ps GS
K. Greiner
Herweghstr. 96, ÜR C
Mo 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Wie hat sich die Germanistik in der DDR entwickelt? Auf welche Theoretiker hat man sich bezogen? Welche eigenen Theorien wurden entwickelt und welche Wissenschaftler machten besonders von sich reden?
Inwiefern ist es einer Geisteswissenschaft möglich, sich in einem System wie dem der DDR zu behaupten und geistige Höchstleistungen zu vollbringen?
Das Seminar fasst zum einen die gesamte DDR-Germanistik ins Auge, zum anderen aber werden wir uns auch mit Halleschen Germanisten und ihren anerkannten Leistungen beschäftigen.
max. 30 TeilnehmerInnen
Literaturhinweise gibt es zu Beginn des Seminars.



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Einführung in die Gedichtinterpretation: Mit Hans Magnus Enzensberger durch das „Museum der modernen Poesie“

2 SWS/ Ps GS
K. Agthe
Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
Mo 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

Das Seminar „Einführung in die Gedichtinterpretation“ legt den Akzent auf die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Am Beginn wird zunächst die Erarbeitung von wesentlichen Grundlagen der Vers- und Metriklehre stehen. Basis dafür sind u.a. die Anleitungen von E. Arndt, H. J. Frank und H.-D. Gelfert. Textgrundlage für diese Veranstaltung bildet die 1960 erstmals von Hans Magnus Enzensberger herausgegebene Anthologie „Museum der modernen Poesie“. Diese mehrsprachige Ausgabe (350 Gedichte von nahezu 100 Autoren) zählt zu den wichtigsten Sammlungen zur Lyrik der klassischen Moderne (von Guillaume Apollinaire über Bertolt Brecht bis Wladimir Majakowski) und ist somit ein solider Ausgangspunkt für die komparatistische Gedichtinterpretation.

Literatur:
Museum der modernen Poesie. Eingerichtet von Hans Magnus Enzensberger. Suhrkamp-Verlag (Taschenbuch 3446), Frankfurt/Main 2002. Zum tieferen Verständnis unverzichtbar: Erwin Arndt: Deutsche Verslehre. Berlin 1995; Horst J. Frank: Wie interpretiere ich ein Gedicht? Eine methodische Anleitung. Tübingen/Basel 2000; Hans-Dieter Gelfert: Einführung in die Verslehre. Stuttgart 1998.



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Einführung in die Dramentheorie: Poetik der Tragikomödie

2 SWS/ Ps GS
E. Stöckmann
Melanchthonianum, Hörsaal A
Mo 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

Aus gattungshistorischer Perspektive erscheint die Tragikomödie seit ihrer Problematisierung im 18. Jahrhundert als ein Sonderfall. Bedient sie sowohl tragische als auch komische Wirkungsmuster, so beansprucht sie stets, zugleich mehr zu sein als eine dramatische Mischgattung aus Tragödie und Komödie. Im Seminar wird es darum gehen, die gattungspoetische Eigenart des tragikomischen Dramas im Vergleich mit dem ernsten und dem heiteren Drama sowohl textnah als auch theoriebezogen herauszuarbeiten, wobei die entwicklungsgeschichtlichen Verläufe tragikomischer Dramaturgien an den Stationen Aufklärung (Gellert), 19. Jahrhundert (Hebbel) und 20. Jahrhundert (Dürrenmatt) nachvollzogen werden sollen. Textanalyse und Interpretation stützen sich dabei auf die dramentheoretischen Grundbegriffe bzw. die einschlägige Literatur zur Gattungstheorie des Dramas (Asmuth, Pfister).
Qualifizierte Teilnahmescheine werden durch die Stofferarbeitung und -präsentation in Kleingruppen und die Anfertigung schriftlich ausgearbeiteter Aspektuntersuchungen erworben.

Kursbegleitende Literatur
Theorie des Dramas:
- Aristoteles: Poetik. [reclam UB 7828]
- Bernhard Asmuth: Einführung in die Dramenanalyse. 1997 [Sammlung Metzler 188]
- Manfred Pfister: Das Drama. 2000. [UTB 580]

Poetik und Literatur der Tragikomödie:
- Christian Gellert: Die gemütsbewegende Komödie [zus. mit dem Folgetext in: reclam UB 8973]
- Ders.: Die zärtlichen Schwestern
- Friedrich Hebbel: Ein Trauerspiel in Sizilien
- Friedrich Dürrenmatt: Anmerkungen zur Komödie [Diogenes]
- Ders.: Die Ehe des Herrn Mississippi [Diogenes].



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Geschichte und Fiktion. Historische Quellen und literarische Bearbeitungen im 17. und 18. Jahrhundert

2 SWS/ Ps GS
H. Zaunstöck/R. Godel
Historisches Institut, Raum 224 o. 225 (Kröllwitzer Str. 44)
Mo 16-18
Beginn der Lehrveranstaltung: 11.04.2004
MA/LAG/LAS wobl.

Historische Ereignisse und Prozesse wurden in der Frühen Neuzeit medial verarbeitet und verbreitet, und sie dienten als Grundlage für literarische Bearbeitungen. Das Seminar, das von einem Literaturwissenschaftler (R. Godel) und einem Historiker (H. Zaunstöck) veranstaltet wird, geht anhand von Beispielen zwischen dem 30jährigen Krieg und der Zeit der Epochenwende um 1800 dem komplexen Verhältnis von „Wahrheit“ und Dichtung nach. Dabei werden die Fallbeispiele aus geschichts- bzw. literaturwissenschaftlicher Sicht analysiert: Worin unterscheiden sich historische und literarische Texte bzw. Zugangsweisen? So hat man etwa Schillers „Wallenstein“-Trilogie nachgesagt, sie treffe die historische Situation um Wallensteins Tod präziser als sein vorangegangenes Geschichtswerk. Das Seminar bietet eine Einführung in quellenkritisches und interdisziplinäres Arbeiten sowie eine Einführung in historische Prozesse des 17. und 18. Jahrhunderts.

Der erste Termin für die Veranstaltung wird der 19. April 2004 sein. Es können max. 30 Germanisten (und 30 Historiker) aufgenommen werden.
Herr Dr. Godel ist zwecks evtl. Vorbesprechungen unter folgender E-Mail - godel@izea.uni-halle.de - zu erreichen.


Einführende Literatur:
Richard J. Evans: Fakten und Fiktionen. Über die Grundlagen historischer Erkenntnis. Frankfurt am Main u.a. 1998.



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Einführung in die Germanistische Literaturwissenschaft II: Johann Wolfgang v. Goethe: „Die Leiden des jungen Werther“ - Autor, Werk, Wirkung, Rezeptionsgeschichte

2 SWS/ Ps GS
H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 08-10
MA/LAG/LAS wobl.

Für alle Studierenden, die im vorangegangenen Semester das Proseminar Einführung in die Literaturwissenschaft II noch nicht besuchen konnten, wird diese obligatorische Veranstaltung erneut angeboten.
Am Beispiel von Goethes Roman werden die grundlegenden Verfahren literaturwissenschaftlichen Arbeitens geübt und methodische Fragestellungen diskutiert. Ausgehend von einer genauen Lektüre des „Werther“ sollen autor-, text- und leserorientierte Zugänge erprobt und deren Ergebnisse durch die Studierenden vorgestellt werden. Fragen des Umgangs mit Stoff und Motiv, der Entwicklung von Gattungsmustern, von Tradition und Innovation in der Literatur sowie der Rezeptionsgeschichte und von Problemen der Edition literarischer Werke sind in die Diskussion mit einbezogen.

Primärliteratur: J.W. Goethe: Die Leiden des jungen Werthers. Studienausgabe. Paralleldruck der Fassungen von 1774 und 1787. Hrsg. M. Luserke. Reclam UB 9762.

Sekundärliteratur: Erläuterungen und Dokumente. J.W. Goethe: die Leiden des jungen Werther. Hrsg. Kurt Rothmann. Reclam UB 8113.
Moennighoff, Burkhard; Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 10. Auflage, München 2002 (UTB 1582).
Schneider, Jost: Einführung in die moderne Literaturwissenschaft. 2. Auflage, Bielefeld 1998.
Schutte, Jürgen: Einführung in die Literaturinterpretation. Stuttgart: Metzler 1985 (SM 217).



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Einführung in die Erzähltheorie
2 SWS/ Ps GS
M. Anders-Sailer
Herweghstr. 96, ÜR B - Di 10-12
Herweghstr. 96, ÜR C - Do 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Im Seminar werden Begriffe und Untersuchungsmethoden vermittelt und diskutiert, die bei der Analyse und Interpretation erzählender Texte von Bedeutung sind. Ausgewählte Erzähltexte – mit besonderer Berücksichtigung der aktuellen Gegenwartsliteratur – dienen als Material, um Begriffe und Methoden auf ihre analytische Relevanz hin zu befragen.
Die Studierenden können Texte ihrer Wahl zur Verfügung stellen.
Literatur: Jochen Vogt: Aspekte erzählender Prosa
Schulte-Sasse/Werner: Einführung in die Literaturwissenschaft.



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Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt als Erzähler

2 SWS/ Ps GS H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Nicht nur als Dramatiker haben die beiden Schweizer Autoren Bedeutendes geleistet, sondern auch auf dem Gebiet des Erzählens. Dürrenmatt hat mit seinen Geschichten Der Richter und sein Henker und Das Versprechen die traditionelle Detektivgeschichte unterlaufen. Frisch setzte mit seinen Romanen Stiller und Homo faber ästhetisch und thematisch neue Akzente für den Roman. Für autobiographisches Schreiben ist seine Erzählung Montauk wichtig geworden. Im Seminar sollen die unterschiedlichen Erzählverfahren analysiert werden.

Sekundärliteratur zur Einführung:
Petersen, Jürgen H.: Max Frisch. Zweite Auflage. Stuttgart: Metzler 1989 (SM 173);
Knapp, Gerhard P.: Friedrich Dürrenmatt. Stuttgart; Weimar 1993 (SM 196)



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Hölderlins Lyrik

2 SWS/ Hs HS
M. Beetz
Herweghstr. 96, ÜR C
Di 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

P. Bertaux hat Hölderlin zum „Dichter der Dichter“ gestempelt. In der Tat fand sein poetisches Werk im 20. Jahrhundert eine enorme Resonanz unter namhaften Lyrikern wie G. Trakl, G. Eich, Celan, Bobrowski, Enzensberger, V. Braun, S. Kirsch. Hölderlins Lyrik entstand im Umkreis der klassisch-romantischen Dichtung und fand zu einem unverwechselbaren Stil. Wie kein anderer deutscher Lyriker hat er das Gespräch zwischen Philosophie und Dichtung angeregt. An ausgewählten Gedichten der frühen Tübinger Hymnen, der Oden, die als die bedeutendsten im deutschen Sprachraum gelten, der großen Elegien, Nachtgesänge und späten Hymnen, die seinen Ruhm begründeten, sollen zentrale Fragestellungen der Forschung erörtert werden. Dabei ist Hölderlins Stellung zur Frühromantik, zur Französischen Revolution und zu Rousseau zu diskutieren, ferner seine Dichtungstheorie, Geschichtsphilosophie und die Rolle der Mythologie, so daß auch Scheine in Literaturtheorie erworben werden können.

Literaturhinweise:
F. Hölderlin: Gedichte, hg. von G. Kurz. Stuttgart (RUB 18242)
Stephan Wackwitz: F. Hölderlin. Stuttgart 1997 (SM 215).
Ulrich Gaier: Hölderlin. Tübingen 1993 (UTB 1731).
Johann Kreuzer (Hg.): Hölderlin-Handbuch. Stuttgart 2002.



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Die Novelle im bürgerlichen Realismus

2 SWS/ Ps GS
M. Anders-Sailer
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 14-16
MA/LAG/LAS wobl.

Die Novelle ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein viel verwendetes Genre. Im Seminar sollen Gründe für diese „Lieblingsform“ der bürgerlichen Realisten benannt und vor dem Hintergrund der Novellengeschichte und -theorie das Novellenkonzept des bürgerlichen Realismus herausgearbeitet werden.
Der sozialgeschichtliche Hintergrund bleibt nicht unbeachtet. Autorinnen und Autoren wie G. Keller/Th. Storm/Th. Fontane/P. Heyse/F. C. Meyer/M. v. Ebner-Eschenbach u.a. werden mit ausgewählten Texten berücksichtigt.
Die Liste der Primär- und weiteren Sekundärliteratur liegt zu Beginn des Semesters vor.

Literatur:
Hugo Aust: Novelle. 3. überarb. u. aktualisierte Aufl. Stuttgart/Weimar 1999.
E. McInnes/G. Plumpe (Hrsg.): Bürgerlicher Realismus und Gründerzeit 1848-1890. Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur. Bd. 6. München/Wien 1996.



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Schelmenliteratur
2 SWS/ Hs HS
W. Nell
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 14.30-16.00
MA/LAG/LAS wobl.

Schelme, das sind Habe- und Taugenichtse, die im zähen Kampf um Überleben, Aufstieg und Anerkennung, in der Vielfalt von Rollen und in den Höhenflügen und Tiefschlägen des Glücks die Erfahrungsräume menschlichen Handelns und Leidens ausmessen, zugleich damit die Mechanismen der Vergesellschaftung ausloten und deren Verwerfungen satirisch und kri-tisch offenbaren. Insoweit als sie orts- und charakterlos sind, bieten sie die Möglichkeit zur Diskussion jeweiliger Menschen- und Gesellschaftsbilder. Insoweit als in ihnen „Meister der Verwandlung“ Gestalt gewinnen, decken sie einen Grundzug literarischer Fiktionalität, ja eine Funktion und Möglichkeit fiktionaler Literatur selbst auf. Dies will das Seminar anhand dreier Schwerpunkte tun: 1. „Klassische“ Picaros aus der spanischen Literatur des 16. und 17. Jahr-hunderts (Lazarillo, Buscón) vorstellen, 2. Moderne literarische Adaptionen dieses Modells diskutieren, u. a. „Felix Krull“ von Thomas Mann sowie einige Beispiele der aktuellen Ge-genwartsliteratur, 3. schließlich die Figur des „trickster“ in außereuropäischen Literaturen (indianische und afrikanische Beispiele) und deren aktuelle Bearbeitungsformen kennen zu lernen.

Texte:
Horst Baader (Hg.): Spanische Schelmenromane, 2 Bde., München 1964/1965; Thomas Mann: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1954); Bernard Malamud: A New Life (1964); Libuse Monikova: Die Fassade. Ein kollektiver Schelmenroman, (1987); Gary Steyngart: The Russian Debutante’s Handbook (2002); Paul Radin, Karl Kerényi: Der göttli-che Schelm, Zürich 1954; Amos Tutuola: The Palm-Wine Drinkard, London 1952; Amadou Hampaté Bâ: L’étrange destin du Wangrin ou Les Roueries d’un interprète africain, Paris 1973.

Zur Einführung:
Horst Baader: Typologie und Geschichte des spanischen Romans im Goldenen Zeitalter, in: Neues Handbuch der Literaturwissenschaft 10: Renaissance und Barock II, Frankfurt a. M. 1972, S. 82-144; Matthias Bauer: Im Fuchsbau der Geschichten. Anatomie des Schelmenro-mans, Stuttgart Weimar 1993; Matthias Bauer: Der Schelmenroman, Stuttgart Weimar 1994; Helmut Heidenreich (Hg.): Pikarische Welt. Schriften zum europäischen Schelmenroman, Darmstadt 1969 (WdF 163); Gerhart Hoffmeister
(Hg.): Der moderne deutsche Schelmenroman. Interpretationen, Amsterdam 1985/1986; Ger-hart Hoffmeister (Hg.): Der deutsche Schelmenroman im europäischen Kontext. Rezeption, Interpretation, Bibliographie, Amsterdam 1987; Jürgen Jacobs: Der deutsche Schelmenroman. Eine Einführung, München Zürich 1983; Jürgen Jacobs: Der Weg des Picaro. Untersuchungen zum europäischen Schelmenroman, Trier 1998; Johannes Roskothen: Hermetische Pikareske. Beiträge zu einer Poetik des Schelmenromans, Frankfurt a. M. 1992.



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Theodor W. Adorno – Walter Benjamin: Ästhetische Theorie und historisches Erkennen
2 SWS/ Oberseminar
W. Nell
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 17-19
MA/LAG/LAS wobl.

Mit Theodor W. Adorno (1903-1969) und Walter Benjamin (1892-1940) treten zwei Denker in den Blick, die in bis heute noch nicht abgeschlossener Weise die literaturwissenschaftliche und kulturanalytische Diskussion seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestimmt ha-ben. In ihren Untersuchungen konvergieren Gesellschaftsanalyse und -kritik, Geschichtsphi-losophie, Kunstkritik und Literaturwissenschaften in einer auch aktuelle Fragestellungen an-sprechenden Weise, wobei wir sowohl den historischen als auch den aktuellen Bezügen in beiden Perspektiven nachgehen wollen. Von Adorno werden einige kleinere Arbeiten (aus den Sammlungen „Eingriffe“ und „Stichworte“), ausgewählte Abschnitte aus der „Ästhetischen Theorie“, einige zentrale Aufsätze aus den „Noten zur Literatur“ sowie einzelne Passagen aus den „Minima Moralia“ im Seminar zur Sprache kommen, bei Benjamin stehen geschichts-philosophische Entwürfe, einige literaturtheoretische und literaturkritische Arbeiten sowie Texte und Vorarbeiten aus den Baudelaire-Studien und aus dem „Passagenwerk“ im Mittel-punkt der Seminararbeit. Für Walter Benjamin wird die Anschaffung des Taschenbuchs W. Benjamin: „Illuminationen. Ausgewählte Schriften“, Frankfurt a. M. (Suhrkamp) empfohlen.
Eine genaue Liste der zu bearbeitenden Texte wird mit den SeminarteilnehmerInnen in der ersten Seminarsitzung festgelegt. Das Seminar eignet sich auch für IKEAS-Studierende.



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Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft: Bilanz und Perspektive einer Debatte
2 SWS/ V GS/HS
W. Nell
Melanchthonianum, Hörsaal XVIII
Mi 08-10
MA/LAG/LAS wobl.

Spätestens als 1991 ein im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft erstelltes Gut-achten namhafter Geisteswissenschaftler zum Thema „Geisteswissenschaften heute“ die Weiterentwicklung der Geistes- zu Kulturwissenschaften empfahl, war auch für Literaturwis-senschaftler(innen) klar, dass sie sich einer Diskussion stellen mussten, die in Nordamerika schon seit den 1970er Jahren im Gang war und die im Europa der 1980er Jahre noch zusam-men mit den Angriffen der Postmoderne auf die Geschichte abzuwehren geboten schien. In-zwischen – auch das Resultat der Entwicklungen, Diskussionen und Verunsicherungen der 1990er Jahre – hat nahezu jeder größere Verlag eine eigene Einführung in die Kulturwissen-schaften und die Thematik hat die Würdigung erfahren, zum Gegenstand von Handbüchern und Sachlexika geworden zu sein. Zugleich – auch das Ausdruck gegenwärtiger Diskussionen und Kritik – ist der Begriff „Kultur“ – immerhin Gegenstandsbereich der Kulturwissenschaf-ten - auf neue Weise fragwürdig geworden: Ideologisch haben sich weniger die versöhnlichen Vorstellungen multikultureller bzw. interkultureller Vielfalt und Toleranz eingestellt als viel-mehr Möglichkeiten aufgetan, Konfliktlinien und Konfliktfelder unter dem Stichwort Kultur abzuhandeln, wenn nicht anzuheizen; in der Fachspezifik gar droht eine Universalie Kultur alle fachbezogenen Gegenstände und Kompetenzen obsolet werden zu lassen. Eine Menge Stoff also zum Kennenlernen, zum Nachdenken und Diskutieren. Dazu bietet die Vorlesung vier Aspekte:
Eine Geschichte der kulturwissenschaftlichen Diskussion bis zur Gegenwart; eine Übersicht der wichtigsten Felder und Bezugsbereiche kulturwissenschaftlichen Arbeitens; eine Diskus-sion des Verhältnisses von Literatur- und Kulturwissenschaft; schließlich eine Skizze zu praktischen, auch beruflichen Orientierungen, die kulturwissenschaftliches und literaturwis-senschaftliches Arbeiten miteinander verbinden könnte.
Die Vorlesung ist auch für Studierende der Studiengänge IKEAS, BLIK und „Medien- und Kommunikationswissenschaften“ geeignet.

Literaturhinweise:
Doris Bachmann-Medick (Hg.): Kultur als Text. Die anthropologische Wende in der Litera-turwissenschaft, Frankfurt a. M. 1996; Mieke Bal: Kulturanalyse, Frankfurt a. M. 2002; Clau-dia Benthien, Hans Rudolph Velten (Hg.): Germanistik als Kulturwissenschaft. Eine Einfüh-rung in neue Theoriekonzepte, Reinbek 2002; Hartmut Böhme, Klaus R. Scherpe (Hg.): Lite-ratur- und Kulturwissenschaften. Positionen, Theorien, Modelle, Reinbek 1996; Hartmut Böhme, Peter Matussek, Lothar Müller: Orientierung Kulturwissenschaft. Was sie kann, was sie will, Reinbek 2000; Wolfgang Frühwald u.a.: Geisteswissenschaft heute. Eine Denk-schrift, Frankfurt a. M. 1991; Renate Glaser, Matthias Luserke (Hg.): Literaturwissenschaft – Kulturwissenschaft. Positionen, Themen, Perspektiven, Opladen 1996; Geoffrey Hartman: Das beredte Schweigen der Literatur. Über das Unbehagen an der Kultur, Frankfurt a. M. 2000.
Eine ausführliche Bibliographie wird im Laufe des Semesters erstellt.



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Wie aktuell sind die literarischen Klassiker? Probleme der Literaturvermittlung.

2 SWS/ Hs HS
A. Jäger
Herweghstr. 96, ÜR A
Mi 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Goethe, Schiller, Fontane, die Brüder Mann, Musil, Grass – sie alle zählen fraglos zum bürgerlichen Bildungsgut. Aber werden deren Werke auch wirklich gern gelesen? Immer wieder gibt es Versuche, einen Lesekanon für den gebildeten Leser zu entwickeln. Jüngstes Beispiel der Kanon von Marcel Reich-Ranicki – eine Werksammlung fürs Bücherregal? Eine Umfrage im Wintersemester unter den Erstsemestern in Halle ergab: Fast jeder Studierende kennt mindestens einen klassischen Autor, dessen Werke er nicht „freiwillig“ lesen würde. In diesem Seminar geht es um solche Werke. Woher rührt die Abneigung gegen diese Texte, hält diese Abneigung einer theoretischen Prüfung stand? Die TeilnehmerInnen des Seminars haben die Möglichkeit, exemplarisch die eigenen (Vor-)Urteile zu hinterfragen. Unter der Fragestellung nach der Aktualität der kanonisierten Werke sollen begründete Haltungen (positive oder negative) zu den Werken erarbeitet werden. Beabsichtigt ist eine Zusammenarbeit mit Schulklassen aus Halle und Umgebung. Welche Texte behandelt werden, wird zu Beginn des Seminars mit den TeilnehmerInnen festgelegt. Voraussetzung für die Teilname am Seminar: Bereitschaft zu selbstständiger Gruppenarbeit.
Einführende Lektüre zur Kanonproblematik:
Heinz Schlaffer: Die kurze Geschichte der deutschen Literatur, München 2002.



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Literarische Deutschlandbilder seit 1945
2 SWS/ Ps GS
W. Nell
Melanchthonianum, Hörsaal XX
Mi 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Das Proseminar bietet sowohl eine Einführung in die Allgemeine und Vergleichende Litera-turwissenschaft als auch ein Angebot für diejenigen, die an interkulturellen Deutschlandstu-dien interessiert sind. Im Zentrum der Arbeit stehen dabei die Jahre unmittelbar nach 1945, also die Frage, wie sich unter dem Eindruck der Niederlage im Zweiten Weltkrieg und der mit der NS-Herrschaft verbundenen Massenverbrechen der Diskurs über den Beginn einer „neuen“ deutschen Literatur entwickelt hat und wie er sich in literarischen Werken wieder finden lässt. Dabei stehen in komparatistischer Sicht die Rezeptionen und Wechselwirkungen in- und ausländischer Literaturen: Werke, Textmodelle (bspw. die Kurzgeschichte), literari-sche Strömungen und nicht zuletzt die unterschiedlichen Einflusszonen West- und Ost-deutschland im Mittelpunkt des Seminars. Böll, Andersch, Grass werden dabei nicht nur als Autoren eine Rolle spielen, sondern auch als Beispiele für die Rezeption der neueren deut-schen Literatur außerhalb der beiden deutschen Staaten, etwa in Nordamerika und in der da-maligen Sowjetunion. Ferner werden im Rahmen des Seminarprogramms einige Spielfilme und Filmdokumentationen zu sehen sein.

Literaturhinweise:
A. Textsammlungen: Der Ruf. Eine deutsche Nachkriegszeitschrift, hg. von Hans Schwab-Felisch, München 1962; 1945. Ein Jahr in Dichtung und Bericht, hg. von Hans Rauschning, Frankfurt a. M. 1965; Vaterland – Muttersprache. Deutsche Schriftsteller und ihr Staat seit 1945, Berlin 1979; Lesebuch. Deutsche Literatur zwischen 1945 und 1959, hg. von Klaus Wagenbach, Berlin 1980; Aufräumungsarbeiten. Erzählungen aus Deutschland 1945 – 1948, hg. von Thomas Friedrich, Berlin 1983.
B. Zur Einführung: Elisabeth Endres: Die Literatur der Adenauerzeit, München 1980; Her-mann Glaser: Deutsche Kultur. Ein historischer Überblick von 1945 bis zur Gegenwart, Mün-chen Wien 1997; Jost Hermand u. a. (Hg.): Nachkriegsliteratur in Westdeutschland 1945-49, 2 Bde., Berlin 1982/1984; Klaus R. Scherpe, Lutz Winckler (Hg.): Frühe DDR-Literatur, Hamburg Berlin 1988; Volker Christian Wehdeking: Der Nullpunkt. Über die Konstituierung der deutschen Nachkriegsliteratur (1945-1948) in den amerikanischen Kriegsgefangenenla-gern, Stuttgart 1971.



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Grimmelshausen: Simplicissimus & Courasche Literaturhistorische Bedeutung und literarische Wirkung

2 SWS/ Ps GS
I. Timmermann
Herweghstr. 96, ÜR B
Mi 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Neben vielen ’vernünftigen’ und fachlich schwer wiegenden Gründen, die dafür sprechen, sich ausgerechnet mit diesen beiden Texten von einem der wenigen prominent gebliebenen deutschsprachigen Autoren des 17. Jahrhunderts zu beschäftigen – immerhin ist der Simplicissimus einer von zwei Barockromanen, deren Lektüre die Leseliste (auch) dieses Instituts wärmstens empfiehlt, während von der reuelosen und kampfeslustigen, die Verhältnisse auf den Kopf stellenden Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courasche meist nur deren dramatische Mutation zu Brechts leidender Mutter Courage präsent ist (warum eigentlich?) – dürften es letztlich vor allem ’unvernünftige’ und ’leichtfüßige’ Aspekte sein, aus denen sich das langlebige Interesse an den beiden Hauptfiguren des Seminars speist. Denn die Spur dieser barocken Anti-Helden, die sich in der Ursprungskonstellation übrigens persönlich recht gut bekannt sind, zieht sich keineswegs nur durch die Literaturwissenschaft, sondern vielmehr, wenn auch kaum mehr gemeinsam, durch die Literatur selbst (neben Brecht bekanntlich v.a. bei Th. Mann und G. Grass) und andere Künste (Oper, Film, Illustration und Karrikatur). Was aber konnte über mehr als drei Jahrhunderte, über zahlreiche Epochen und nicht nur recht unterschiedliche, sondern zum Teil gegensätzliche ästhetische Verständnisse hinweg Literaten, Künstler und andere an diesen beiden Figuren begeistern? Wie und warum bzw. auf welchen Teil hat man sich in den vergangenen drei Jahrhunderten bezogen? Was wurde vernachlässigt oder ausgeblendet? Wofür stehen Simplicissimus und Courasche ursprünglich und in den jeweiligen Adaptionen und Modifikationen? Wie wirken sie bzw. wirken sie heute überhaupt noch auf uns? Antworten auf diese Fragen sollen im Seminar, ausgehend von einer intensiven Lektüre der beiden zentralen Primärtexte von Grimmelshausen, gesucht werden. Nicht zuletzt (wieder) zu entdecken sein dürften dabei Formulier-, Fabulier- und sprachliche Darstellungskünste, ein Sprachmut und eine Sprachwut, die, bei allem möglicherweise notwendigen anfänglichen Gewöhnungsbedarf, ein besonderer Meilenstein in der deutschsprachigen Literatur geblieben sind.
Nicht nur, um im Seminar eine einheitliche, sondern auch, um eine fachlich akzeptable Textgrundlage zu haben, empfiehlt es sich, die unten angegebenen Ausgaben der beiden Romane von Grimmelshausen anzuschaffen.

Literatur:
Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen: Der Abentheurliche Simplicissimus Teutsch und Continuatio des abentheurlichen Simplicissimus. Abdruck der beiden Erstausgaben (1669) mit den Varianten der ihnen sprachlich nahe tehenden Ausgaben., hg. v. Rolf Tarot. Tübingen 1984 (= Gesammelte Werke in Einzelausgaben); Preis: 29 EUR;
ders.: Lebensbeschreibung der Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courasche. Abdruck der Erstausgabe von 1670 mit den Lesarten der späteren unrechtmäßigen und der zweiten rechtmäßigen Ausgabe, hg. v. Wolfgang Bender. Tübingen 1967 (= Grimmelshausen: Gesammelte Werke in Einzelausgaben); Preis: 19 EUR; Dieter Breuer: Grimmelshausen-Handbuch. München 1999.



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Gesellschaftskritik im deutschen Kriminalroman der Gegenwart
2 SWS/ Ps GS
N.N.
Herweghstr. 96, ÜR B
Mi 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

Seit den 1960er Jahren wurde der Versuch unternommen, kritische Urteile über die bundesdeutsche Gesellschaft mittels des populären Genres Kriminalroman zu popularisieren. Mit dem „Sozio-Krimi“, der Verknüpfung von „Urbauelementen des Kriminalromans [...] und Urbauelementen einer kritischen Sozialwissenschaft, Erklärung menschlicher Handlungen aus ihrer schicht- bzw. klassenspezifischen Situation heraus, Beschreibung und Analyse der sozialen Lage von Unterprivilegierten und Deprivierten“ (Horst Bosetzky), wollten die Autoren dem Leser „Medizin in Bonbonbeuteln“ (Hansjörg Martin) verabreichen.
An Romanen von Michael Molsner, Richard Hey und Horst Bosetzky (-ky) sowie unter Einbeziehung von Selbstaussagen der Autoren und der Rezeption sollen im Seminar exemplarisch Themen, kritische Urteile sowie Verfahren, dem Leser diese zu vermitteln, herausgearbeitet werden. Hierbei gilt es auch, das Konzept einer Funktionalisierung von Literatur hinsichtlich der Wirkungsmöglichkeit erkenntnistheoretisch zu prüfen, um die Frage zu beantworten, wieso sich die „Medizin in Bonbonbeuteln“ realiter lediglich als „Opium für Apo-Veteranen“ (Michael Bengel) erwiesen hat.
Ein weiterer Roman, in dem eine dezidierte Gesellschaftskritik zur Darstellung kommt, ohne dass der Autor, Jakob Arjouni, damit eine mittelbare politische Wirkung bezweckt, soll schließlich als solcher und im Vergleich zu den anderen Romanen, von denen er sich darin unterscheidet, analysiert werden.

Primärliteratur:
Michael Molsner: Rote Messe, Frankfurt a.M. 1973 (nur noch antiquarisch erhältlich); Richard Hey: Engelmacher & Co., München u.a. 1975 (im Seminar möglichst die lieferbare Ausgabe verwenden: Verlag der Criminale, München 2000); -ky: Feuer für den Großen Drachen, Reinbek 1982 (Seminar: Rowohlt 1984 ff., antiquarisch); Jakob Arjouni: Ein Mann, ein Mord, Zürich 1991 (Seminar: Taschenbuchausgabe, Diogenes 1993).

Sekundärliteratur zur Einführung:
Karl Ermert/Wolfgang Gast (Hrsg.): Der neue deutsche Kriminalroman, Rehburg-Loccum 1985; Peter Nusser: Der Kriminalroman, 3. Aufl., Stuttgart u.a. 2003 (bes. Abschnitt 3.4).



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Literarische Avantgarde

2 SWS/ Hs HS
A. Jäger/E. Stöckmann
Herweghstr. 96, ÜR C
Mi 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

Gegenstand des Seminars sind literarische Texte und Manifeste der literarischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts: Expressionismus, Futurismus, Dadaismus und Surrealismus. Sie sollen in ihrem sozialhistorischen Kontext analysiert werden. Die ästhetischen und philosophischen Ursprünge dieser Bewegungen werden ebenso ermittelt wie ihre Ausstrahlung auf spätere avantgardistische Ansätze. Der poetische Avantgardismus, gleichgültig welcher Spielart, versteht sich immer als Provokation und Bruch gesellschaftlicher und ästhetischer Normierungen. Dementsprechend provozierte man auch Kritik am eigenen ästhetischen Anspruch. Das Seminar wird Stationen dieser Kritik nachvollziehen und sich überdies mit theoretischen Ansätzen, die Poetik des Avantgardismus zu bestimmen, auseinandersetzen.
Einführende Literatur: Avantgarde. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft.



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Aspekte der Literaturtheorie
2 SWS/ Kolloquium
A. Jäger
Herweghstr. 96, ÜR B
Mi 18-22 (14tägig)
MA/LAG/LAS wobl.

Das Kolloquium richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Examenskandidaten und Doktoranden. Gegenstand sind ausgewählte literaturtheoretische Fragestellungen, wobei neuere Ansätze zur Realismus- und Mimesisforschung einen Themenschwerpunkt bilden. Weitere Themen sollen von den Teilnehmern selbst eingebracht und entwickelt werden. Um den Ablauf zu planen und die Vorträge der Teilnehmer zu koordinieren ist es notwendig, dass sich Interessenten persönlich in meiner Sprechstunde oder per E-Mail (jaeger@germanistik.uni-halle.de) anmelden.



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„Erzählte Lebensspuren. Einladung, den Schriftsteller W. G. Sebald kennen zu lernen“

2 SWS/ Ps GS
T. van Hoorn
Herweghstr. 96, ÜR B
Do 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Unter den deutschsprachigen Schriftstellern der Gegenwart nimmt der aus dem Allgäu stammende und vor zwei Jahren in seiner englischen Wahlheimat tödlich verunglückte W. G. Sebald fraglos eine Sonderstellung ein: In seiner hochpoetischen Prosa spürt Sebald den Lebensspuren einzelgängerischer Sonderlinge nach, erinnert mit ebenso eindringlicher wie unverwechselbarer Stimme an die – so der Titel seines berühmtesten Erzählungsbandes – vom Vergessen bedrohten jüdischen „Ausgewanderten“, reist als Chronist und Archäologe mal zu Fuß durch die englische Grafschaft Suffolk („Die Ringe des Saturn“), dann durch Italien auf den Spuren des kurenden Kafka („Schwindel. Gefühle.“) und begibt sich schließlich mit einem zufällig im Wartesaal des Antwerpener Hauptbahnhofs kennen gelernten Zeichner und Photographen, dem Titelhelden des Romans „Austerlitz“, auf eine Reise in dessen von Verschickung und Vertreibung geprägter Vergangenheit.
Sebalds Texte entwickeln einen geheimnisvollen, beschwörerischen Sog, bewegen sich auf der Grenze von Bericht und Fiktion, dokumentarischem Erzählen und poetischer Memoria. Durch intensive Textlektüre soll in diesem Proseminar dem Phänomen Sebald nachgespürt werden.

Verbindliche Textgrundlagen:
W.G. Sebald: Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen. Frankfurt/M.2002. (Fischer Tb 12056)
Ders.: Die Ringe des Saturn. Eine englische Wallfahrt. Frankfurt/M. 2002. (Fischer Tb 13655)
Ders.: Schwindel. Gefühle. Frankfurt/M. 2003. (Fischer Tb 12054)
Ders.: Austerlitz. Frankfurt/M. 2003. (Fischer Tb 14864).



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Texte des Sturm und Drang
2 SWS/ Ps GS
H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Do 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Im Rahmen des viersemestrigen Kurses zu literarischen und literaturtheoretischen Texten der Aufklärung, des Sturm und Drang, der Klassik und Romantik werden im SS 2004 ausgewählte Texte der Dramatik, Epik und Lyrik des Sturm und Drang diskutiert. Diese literarische Epoche war eine Zeit des Aufbruchs und der Rebellion gegen als Fesseln empfundene ästhetische Normen und Muster. Herder, Goethe, Lenz, Wagner, Bürger und auch Schiller fühlten sich als Genies, die ihrem subjektiven künstlerischen Wollen zu folgen gewillt waren, gestützt auf die von ihnen für sich entdeckten Ossian, Homer und vor allem Shakespeare. Im Seminar geht es darum, die thematischen und literarisch-ästhetischen Innovationen der Dichter des Sturm und Drang zu erkennen und zugleich die Fähigkeit zu Analyse und Interpretation von Werken der Vergangenheit zu schulen.

Primärliteratur:
Jakob Michael Reinhold Lenz: Die Soldaten; Heinrich Leopold Wagner: Die Kindermörderin; Friedrich Schiller: Die Räuber;
Lyrik: Gottfried August Bürger: Gedichte, Balladen u.a., Die Pfarrerstochter von Taubenhain, Lenore; Johann Wolfgang Goethe: Sesenheimer Lieder, Frankfurter Gedichte;
Theorie: Johann Gottfried Herder: Auszug aus einem Briefwechsel über Ossian und die Lieder alter Völker; Shakespeare;
Epik: Johann Heinrich Voß und Maler Müller: Idyllen.

Sekundärliteratur:
Geschichte der deutschen Literatur. Band 2: Von der Aufklärung bis zum Vormärz. Hrsg. Ehrhard Bahr. (UTB 1464)
Luserke, Matthias: Sturm und Drang. Autoren-Texte-Themen. Reclam UB 17602.



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Franz Kafka
2 SWS/ V GS/HS
M. Beetz
Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
Do 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

Die Vorlesung will in das Gesamtwerk eines deutschsprachigen Autors des 20. Jahrhunderts einführen, der Weltruhm erlangt hat. An der irritierenden Rätselhaftigkeit und Vieldeutigkeit seiner Erzählungen und Romanfragmente wurden und werden in der umfangreichen Forschungslandschaft unterschiedlichste Interpretationsansätze erprobt. Modellinterpretationen einzelner Erzählungen können das Methodenspektrum reflektieren. In 4 Etappen wird eine Annäherung an das literarische Oeuvre unternommen:
1. Kafkas literarische Existenz wird aus seiner Biographie und autobiographischen
Zeugnissen (Tagebücher, Briefe) rekonstruiert.
Methoden der internationalen Kafkaforschung werden diskutiert.
2. An ausgewählten Erzählungen („Von den Gleichnissen“, „Das Urteil“, „Die Verwandlung“, „In der Strafkolonie“, „Vor dem Gesetz“, „Auf der Galerie“, „Ein Hungerkünstler“ u.a.) wird eine minutiöse Lektüre versucht.
3. Die Romanfragmente „Der Verschollene“, „Der Proceß“, „Das Schloß“ werden unter Aspekten der Erzählperspektive, Paradoxie, Leerstellen, der Dekonstruktion analysiert; die Bedeutung der Körpersprache, von Frauenbildern, der Raumkonzeption, Traumlogik, der Gewaltszenen und Spielarten des Komischen sollen erörtert werden.

Forschungsliteratur:
Peter U. Beicken: F. Kafka. Eine kritische Einführung in die Forschung. Frankfurt 1974. Hartmut Binder (g.): Kafka-Handbuch. 2 Bde. Stuttgart 1979. Ludwig Dietz: Franz Kafka. Stuttgart 1990 (SM 138). Michael Müller (Hg.): Interpretationen. F. Kafka. Romane und Erzählungen. Stuttgart 1996 (RUB 8811).



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Stilistik und Rhetorik
2 SWS/ Ps GS
A. Jäger
Herweghstr. 96, ÜR C
Do 12-14
MA/LAG/LAS obl. für MA

Das Seminar beginnt mit einem Überblick über den Gegenstandsbereich der Stilistik, die Makro- und Mikrostilistik sowie die verschiedenen Stiltheorien, beschäftigt sich dann aber vorwiegend mit der Mikrostilistik, mit rhetorischen Figuren und sprachlichen Bildern. Dabei geht es zunächst darum, die verschiedenen stilistischen und rhetorischen Mittel kennen zu lernen und sie im Text auch aufzuspüren. Welche Schlüsse lassen sich aus der Kenntnis dieser Mittel für die Textanalyse und Interpretation gewinnen?

Grundlegende Literatur:
Bernhard Sowinski: Stilistik. Stiltheorien und Stilanalysen. Stuttgart 1999; Heinrich Lausberg: Handbuch der literarischen Rhetorik. Eine Grundlegung der Literaturwissenschaft. Stuttgart : Steiner, 1990; Gerhard Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol. Göttingen 1993 (oder andere Auflagen).



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Dichtung im Gespräch
2 SWS/ Ps GS/HS
M. Anders-Sailer
Herweghstr.96, ÜR C
Do 14-16
MA/LAG/LAS wobl.

Dieses Seminar wurde im Wintersemester 2003/2004 begonnen und wird weitergeführt. (Weitere Interessenten, die die Autorenlesungen mit vorbereiten möchten, melden sich bitte vor Beginn des Semesters.) Wir bereiten die Flyertexte, Einführungsvorträge und Interviewfragen vor. Am Ende des Seminars finden dann die öffentlichen Lesungen statt.



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Johann Christoph Gottsched

2 SWS/ Hs HS
H.-J. Kertscher
Herweghstr. 96, ÜR B
Do 14-16
MA/LAG/LAS wobl.

„Wenn das Alterthum einer Sache ein Ansehen geben oder ihr einen besondern Werth beylegen kann: so ist gewiß die Poesie eine von den wichtigsten freyen Künsten, ja der vornehmste Theil der Gelehrsamkeit.“ Mit diesen Worten beginnt Gottsched das erste Kapitel seines Versuchs einer Critischen Dichtkunst vor die Deutschen, der 1730 in Leipzig erschien und erstmalig in Deutschland eine geschlossene Poetik vorstellt. Damit war zugleich auch die Diskussion um Fragen der Dichtkunst im deutschsprachigen Raum eröffnet worden. Sie gipfelte im Streit mit den halleschen Ästhetikern und in der Kontroverse mit den Zürichern Bodmer und Breitinger.
Ausgehend von den poetologischen Vorgaben Gottscheds will das Seminar die wichtigsten Streitpunkte herausarbeiten, die die Literaturdebatte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bestimmten. Dabei werden neben Texten Gottscheds auch solche seiner Gegner erörtert.
Außerdem wird das Seminar auch den Beziehungen zwischen der Poetologie und der praktischen schriftstellerischen Tätigkeit Gottscheds (als Dichter, als Erzähler, als Dramatiker) nachgehen.

Primärliteratur (Gottsched):
– Versuch einer Critischen Dichtkunst vor die Deutschen.
– Lehrgedichte (Daß der Mensch selbst an seiner Verdammung Schuld sey; An Herrn D. Carl Friedrich Lau; An eine junge Dichterinn in Dresden).
– Der sterbende Cato.
– Die gute Ehefrau.



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Konzeptionen der Ehe in der Literatur um 1800
2 SWS/ Hs HS
H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Fr 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

In der vorindustriellen Gesellschaft war die Ehe eine wirtschaftlich nützliche Einrichtung mit strengen arbeitsteiligen Regeln für Mann und Frau, die sie nicht in Frage stellten. Die Vorstellung, dass individuelle Liebe und gegenseitige Zuneigung das Fundament für eine auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft sein sollten, begann sich vor gut 200 Jahren durchzusetzen und wurde in zahlreichen, vor allem literarischen Texten seit der Jahrhundertmitte immer neu entworfen. Ihre anthropologische Begründung fand diese Ehevorstellung durch Schriften Kants, Humboldts und Fichtes, die von einem natürlichen Gegensatz von Mann und Frau ausgingen, der in der Ehe seine harmonische Einheit fand. Während noch die Aufklärung die Ehe „wie sie sein sollte“ propagierte, rückte bereits ein anderer Aspekt des Diskurses ins Blickfeld: die Unauflösbarkeit der Ehe, ihr mögliches Scheitern. Angesichts nicht weniger zerrütteter Ehen, deren Scheidung Gesprächsstoff der Gesellschaft war, gingen Autoren und Autorinnen nun auch experimentierend mit dem Thema Ehe um – nicht zuletzt Goethe und Wieland.

Primärliteratur:
Theodor Gottlieb von Hippel: Über die Ehe. Wilhelm v. Humboldt: Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen; Briefwechsel W. und Caroline v. Humboldt. Friedrich Schlegel: Über die Diotima; Lucinde. Wieland: Das Hexameron von Rosenhain. Goethe: Die Wahlverwandtschaften. Helene Unger: Albert und Albertine.

Sekundärliteratur zur Einführung:
Philosophische Geschlechtertheorien. Stuttgart: Reclam 2002 (UB 18190); Bake, Rita; Birgit Kiupel: Unordentliche Begierden. Liebe, Sexualität und Ehe im 18. Jahrhundert. Hamburg 1996.



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Poetik der Frühaufklärung
2 SWS/ Hs HS
M. Beetz
Herweghstr. 96, ÜR A
Fr 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

Das Seminar will zentrale Begriffe der Ästhetik und Poetik in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts explizieren wie 'Geschmack‘, 'Urteilskraft‘, 'Kritik‘, 'Naturnachahmung‘, 'Wahrscheinlichkeit‘, das 'Wunderbare‘ und 'Erhabene‘, 'Witz‘ und 'Einbildungskraft‘.
An Autoren sollen J. U. von König, Gottsched und die Schweizer, A. G. Baumgarten und G. F. Meier behandelt werden. Gegenüber Gottscheds rationalistischer Poetik unterstreichen Bodmer und Breitinger die Rolle der Phantasie, des Wunderbaren und die Affektrührung.
Der Sensualismus Baumgartens und Meiers akzentuiert im Versuch einer wissenschaftlichen Begründung des Schönen die Sinnlichkeit als Kategorie der Wahrnehmung und des ästhetischen Urteils. Mit der 'schönen Erkenntnis‘ werden die unteren Erkenntnisvermögen aufgewertet, der ästhetische Wahrheitsbegriff zielt auf sinnliche Evidenz.

Literatur: Peter-André Alt: Aufklärung. Stuttgart 1996 (Kap. II) (mit weiteren Literaturhinweisen).


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Digitale Textedition mit TEI

2 SWS/ Ps GS/HS
N.N.
Computerpool, Dachritzstr. 12, R. 101
Blockseminar Fr 14-18 und Sa 10-14 (vgl. Termine)
MA/LAG/LAS/BliK möglich
max. 20 TeilnehmerInnen wobl.

Elektronische Editionen im Internet und auf CD-Rom gehören inzwischen zum philologischen Alltag. Die Vielzahl von Formaten und die Programme, auf denen diese basieren, erschweren jedoch die Zugänglichkeit der elektronischen Texte. Es ist nicht sicher gestellt, dass E-Texte in programmabhängigen Formaten auch nach mehreren Jahren noch gelesen werden können.
Eine Alternative bietet die Text Encoding Initiative (TEI), deren Kürzel gleichermaßen für die Organisation wie für das von ihr entwickelte Auszeichnungssystem elektronischer Editionen steht. Entwickelt wurde ein softwareunabhängiges, offenes und frei zugängliches Format zur Speicherung, zum Austausch und zur Analyse von geisteswissenschaftlichen Texten.
Ziel des Blockseminars ist neben der Erarbeitung von editionsphilologischem Basiswissen die Vermittlung von Grundkenntnissen über TEI und die Erprobung der Kodierungsregeln an konkreten Textbeispielen.
Voraussetzung für die Teilnahme sind die Offenheit für technische Neuerungen und solide Kenntnisse in Word für Windows. Am Seminarbeginn wird ein Reader mit Sekundärliteratur und einer Linkliste zur Verfügung gestellt.

Termine: 23.04. 2004, 14./15.05. 2004, 18./19.06. 2004, 25./26.06. 2004

Vorbereitende Lektüre:
Tone Merete Bruvik: Yesterday's Information Tomorrow. Die Text Encoding Initiative (TEI) http://www.onb.ac.at/sichtungen/beitraege/bruvik-tm-1a.html
Fotis Jannidis: TEI in der Praxis http://computerphilologie.uni-muenchen.de/praxis/teiprax.html
TEI (Text Encoding Initiative): http://www.tei-c.org



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Probleme der Literaturtheorie
2 SWS/ Doktorandenkolloquium
M. Beetz
Herweghstr. 96, n.V. n.V.
MA/LAG/LAS wobl.



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Kolloquium für Examenskandidaten und Doktoranden

2 SWS/ Kolloquium
W. Nell
Herweghstr. 96, n.V. n.V.
MA/LAG/LAS wobl.



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