Kommentiertes Vorlesungs- und Seminarverzeichnis Wintersemester 2004/05
Abteilung Germanistische Literaturwissenschaft


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Gesamtstundenplan der Germanistik

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  Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
 08.00   Ritter
PS: Einführung in die Literaturwissenschaft II:
J.W. von Goethe "Die Leiden des jungen Werther" - Autor, Werk, Wirkung, Rezeptionsgeschichte

Herweghstr. 96, ÜR A
Nell
V: Frankreich, Deutschland und Polen. Kulturelle
Codierungen im Medium literarischer Texte

Melanchthonianum,
HS XVIII
N.N. 9-12 Uhr
alle 14 Tage
PS: Ästhetik des Widerstands und Scheiterns. Erasmus Schöfer:
„Die Kinder des Sisyfos“
Melanchthonianum,
HS Z
Beetz, Jäger, Nell, Anders-Sailer, Ritter,
9-10 Uhr,
V: Einführung in die Literaturwissenschaft I: „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Literaturwissenschaft“
(Ringvorlesung)

Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
 
 10.00 Greiner
PS: Einführung in die Gedichtinterpretation
Melanchthonianum, HS B
Ritter
PS: Einführung in die Dramentheorie
Herweghstr. 96, ÜR A
Nell
PS: Phantastische Erzählungen aus dem 19. Jahrhundert
Löwengebäude, HS XIII
Stephan
10-14 Uhr,
ab 3.11.04
, alle 14 Tage
PS: " Ästhetik des Widerstands und Scheiterns. Erasmus Schöfer: "Die Kinder des Sisyfos"
Luisenstr. 2, R. 2
van Hoorn 10-13.30 Uhr, alle 14 Tage
PS: Heinrich Heine: Reisebilder, Romanzen, Revolution
Herweghstr. 96, ÜR B
Jäger
PS: Stilistik und Rhetorik
Löwengebäude, HS XIV a/b

Anders-Sailer
HS: Dichtung im Gespräch
Herweghstr. 96, ÜR C
Ritter
PS: Texte der Weimarer Klassik
Herweghstr. 96, ÜR A
Anders-Sailer
PS: Einführung in die Erzähltheorie
Herweghstr. 96, ÜR C
Ritter
PS: Die Dramatik Bertolt Brechts
Herweghstr. 96, ÜR A
 12.00 Beetz
PS: Das kritische Volksstück im 20. Jahrhundert
Herweghstr. 96, ÜR C
Beetz
ab 2.11.04
HS: Lessings Komödien
Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung, Franckeplatz 1, Haus 54, Thomasiuszimmer
Berg
PS: Moralische Erzählungen der 2. Hälfte des 18.Jhd´s
Herweghstr. 96, ÜR C
Jäger
HS: Kunst und Künstler in der Prosa des 19. Jahrhunderts
Herweghstr. 96, ÜR A
Beetz
HS: Brechts Lyrik bis 1939
Herweghstr. 96, ÜR A
Jäger
PS: Literatur in der DDR 1949-1989
Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
Anders-Sailer
PS: Einführung in die Literaturwissenschaft II: De la Motte Fouqué: „Undine“
Herweghstr. 96, ÜR C
 14.00 Agthe
PS: Einführung in die Literaturwissenschaft II: Klaus Mann: „Mephisto“
Melanchthonianum, HS XVI
14.30 - 16.00 Uhr
Nell
HS: Manés Sperber – Elias Canetti....
Herweghstr. 96, ÜR A

Anders-Sailer
PS: Theater und Dramatik
Herweghstr. 96, ÜR B
Kertscher
V: Ausgewählte Probleme in Goethes Faust-Dichtung
Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
 
 16.00 Stöckmann
PS: Die Sprache der Dinge. Literarische Gegenstandsdarstellung
als Bedeutungskonstruktion

Herweghstr. 96, ÜR A

Berger
PS: Christoph Hein
Herweghstr. 96, ÜR B
17.00 - 19.00 Uhr
Nell
OS: Gibt es eine europäische Literatur
Herweghstr. 96, ÜR A
N.N., alle 14 Tage
PS: Karl Gutzkow
Dachritzstraße 12,
R. 101 (Computerpool)
   
 18.00  
Jäger, 18-22 Uhr,
alle 14 Tage
Kolloquium: Aspekte der Literaturtheorie
Herweghstr. 96, ÜR B
   



Weitere Veranstaltungen

Beetz
Kol: Probleme der Literaturtheorie (Doktorandenkolloquium)
Ort (Herweghstr. 96) und Zeit nach Vereinbarung

Nell
Kol: Kolloquium für Examenskandidaten und Doktoranden
Ort (Herweghstr. 96) und Zeit nach Vereinbarung



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LITERATURWISSENSCHAFT - Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis

Einführung in die Gedichtinterpretation
2 SWS/ Ps GS
K. Greiner
Melanchthonianum, Hörsaal B
Mo 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

In diesem Seminar werden die wesentlichen Grundlagen der Metrik- und Verslehre vermittelt. Nach der Aneignung des erforderlichen literaturwissenschaftlichen Werkzeugs werden die erworbenen Kenntnisse an ausgewählten Gedichten verschiedener Literaturepochen erprobt und die Texte gemeinsam diskutiert.
Literaturempfehlungen:
Dieter Burdorf: Einführung in die Gedichtanalyse. Weimar, 1997; Erwin Arndt: Deutsche Verslehre. Berlin, 1995; Hans-Dieter Gelfert: Wie interpretiert man ein Gedicht? Stuttgart, 2000; Otto Knörrich: Lexikon lyrischer Formen. Stuttgart, 1992

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Das kritische Volksstück im 20. Jahrhundert

2 SWS/ Hs HS
M. Beetz
Herweghstr. 96, ÜR C
Mo 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

Das Volksstück als Stück aus dem Volk, über und für das Volk reicht mit einem vielgestaltigen Gattungsspektrum bis ins 18. Jahrhundert zurück. Das kritische Volksstück des 20. Jahrhunderts demontiert das vertraute, anheimelnde und lediglich unterhaltende Volksstück. Ödon v. Horvath demaskiert in Geschichten aus dem Wiener Wald und in Kasimir und Karoline kleinbürgerliches Bewusstsein, verschränkt private Beziehungskrisen mit sozioökonomischen. Marie-Luise Fleißer stellt aus feministischer Perspektive Geschlechterbeziehungen dar. Brecht untersucht in Herr Puntila und sein Knecht Matti das Abhängigkeitsverhältnis von Herrschaft und Knechtschaft sowie die Schizophrenie des Herrschenden. M. Sperr zeigt an Sprach- und Verhaltensmustern gegen Außenseiter in Jagdszenen aus Niederbayern die Heimat als provinziell und aggressiv. F.X. Kroetz bringt krasse Darstellungen sozialer Verhältnisse auf die Bühne, stellt Randfiguren der Gesellschaft in ihrer Sprachlosigkeit und Gewaltbereitschaft aus. Volkstücke der DDR wie Heiner Müllers Die Umsiedlerin oder Peter Hacks’ Moritz Tassow zeichnen die Sozialisierung des Landes auf.
Literaturhinweise:
Hugo Aust, Peter Haida, Jürgen Hein: Volksstück. Vom Hanswurstspiel zum sozialen Drama der Gegenwart. München 1989.
Thomas Schmitz: Das Volksstück. Stuttgart 1990 (SM 257).

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Einführung in die Literaturwissenschaft II:Klaus Mann: „Mephisto“ Autor, Werk, Wirkung, Rezeptionsgeschichte

2 SWS/ Ps GS
K. Agthe
Melanchthonianum, Hörsaal XVI
Mo 14-16
MA/LAG/LAS wobl.

Dieses Seminar will grundlegende Verfahren literaturwissenschaftlichen Arbeitens einüben und methodische Fragestellungen diskutieren. Am Ausgangspunkt unserer Überlegungen soll Klaus Manns Roman „Mephisto“ und dessen – um es diplomatisch zu formulieren – schwierige Rezeptionsgeschichte stehen, die nicht allein die Germanistik, sondern auch die westdeutsche Justiz über Jahre und Jahrzehnte beschäftigt hat. Soll heißen: Auch die Editionsgeschichte dieses Buches, über dessen Verfilmung im Seminar ebenfalls zu sprechen sein wird, ist eine ganz besondere. Da diese Veranstaltung im Bereich der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft angeboten wird, soll ferner der Beitrag untersucht werden, den Klaus Mann mit seinen publizistischen Arbeiten leistete, um den US-Amerikanern ein anschauliches Bild von (einem besseren?) Deutschland zu vermitteln.
Primärliteratur:
Um eine möglichst einheitliche Textgrundlage zu gewähren, sollte der Roman „Mephisto“ als Rowohlt-Taschenbuch benutzt werden; zum Weiterlesen empfehlen sich Klaus Manns Bücher „Distinguished Visitors. Der amerikanische Traum“, München 1991, sowie „Zweimal Deutschland. Aufsätze, Reden, Kritiken 1938-1942“, Reinbek 1994.
Sekundärliteratur:
Uwe Naumann: Klaus Mann (Rowohlts Monographien). Reinbek 1984; Uwe Naumann (Hg).: „Ruhe gibt es nicht, bis zum Schluss“, Klaus Mann (1906-1949), Bilder und Dokumente. Reinbek 1999; Nicole Schaenzler: Klaus Mann. Eine Biographie. Frankfurt/New York 1999.

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Die Sprache der Dinge. Literarische Gegenstandsdarstellung als Bedeutungskonstruktion

2 SWS/ Ps GS/HS
E. Stöckmann
Herweghstraße 96, ÜR A
Mo 16-18
MA/LAG/LAS wobl.

In literarischen Texten sind Dinge als Bestandteil der außermenschlichen unbelebten Objektwelt weder bloße Informationsträger noch auf ihre Faktizität reduzierte Phänomene. Die Geschichte der Literatur belegt vielmehr reichhaltig, wie Gegenstände sich zu tragenden Elementen des Erzählvorgangs entwickeln, indem sie etwa als Medium subjektiver menschlicher Erfahrungen fungieren ('Zwiesprache mit den Dingen') oder in ihrer Dinghaftigkeit ein widerständiges Eigenleben entfalten ('Aufstand der Dinge').
Im Seminar werden Prosatexte des 20. Jahrhunderts untersucht, in denen die Gegenstandsdarstellung ein dominierendes Element der literarischen Konstruktionsleistung bildet. Wie gestaltet sich in dingorientierten Schreibweisen die Absicht einer betont unverstellten Wiedergabe der Dinge als solcher; wie vollziehen sich die diversen Versuche einer bildsymbolischen Überhöhung der empirisch-konkreten Realität; wie steht es mit dem ästhetischen Subjekt selbst, das sich im Spiegel der Dinge wahrnimmt, erlebt und begreift, um ein authentisches Verhältnis zwischen sich und der Objektwelt zu artikulieren? Solchen und ähnlichen Fragen gilt es an einem ausgewählten, überwiegend in Ausschnitten wahrzunehmenden Textkorpus einlässlich nachzugehen, wobei das besondere Augenmerk auf den autor- und stilspezifischen Verfahren der narrativen Bedeutungszuweisung im Element der Dinge liegt. Philosophisch-ästhetische Reflexionen über Ding, Dinglichkeit und Verdinglichung sollen die textinterpretatorischen Befunde ergänzen.
Literatur und Theorie:
Arthur Schnitzler: Blumen
Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
Carl Einstein: Bebuquin oder Die Dilettanten des Wunders
Gottfried Benn: Dr. Rönne
Peter Weiss: Der Schatten des Körpers des Kutschers
Peter Handke: Versuch über die Jukebox
Hugo von Hofmannsthal: Das Gespräch über Gedichte
Martin Heidegger: Das Ding

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Christoph Hein

2 SWS/ Ps GS/HS
T . Berger
Herweghstraße 96, ÜR B
Mo 16-18
MA/LAG/LAS wobl.

Ganz zweifellos zählt Christoph Hein heute zu den anerkannten Autoren im wiedervereinigten Deutschland. Die Ereignisse der Jahres 1989/90 betrachtete er äußerst kritisch und sprach sich wie viele renomierte DDR-Autoren für einen „dritten Weg“ aus. Diese Haltung stieß jedoch in den alten Bundesländern auf völliges Unverständnis. Man unterstellte jenen Schriftstellern eine ganz zweifelhafte Loyalität gegenüber den Herrschenden und warf ihnen vor, sie hätten mit einer fragwürdigen Sozialismus-Affinität maßgeblich zum Systemerhalt beigetragen, vielmehr im Dienste der SED als machtstabilisierende Faktoren gewirkt. Hinzu kam eine in den Jahren 1991-93 geführte „deutsch-deutsche Debatte“, die auch Hein unter Verdacht einer Mitarbeiterschaft beim MfS (Ministerium für Staatssicherheit) stellte. Es wurde behauptet, Heins Text Das Napoleonspiel sei ein „verschlüsseltes Eingeständnis“ einer ‚IM’-Tätigkeit beim MfS. Zieht man von diesen unhaltbaren Anschuldigungen, auch und vor allem gegen jene Autoren, die nachweislich keine Verbindungen zum MfS hatten, die politische Intention und Polemik ab, so bleibt die Frage zu klären, wie die ästhetische Distanzierung Heins von der DDR in seinen Texten selbst beschaffen ist. Dazu ist es unumgänglich, Stationen seines Werkes zu betrachten, von den frühen Siebzigern bis zu seinen jüngsten Veröffentlichungen.

Die Textauswahl wird in der ersten Sitzung am 18.10.2004 bekannt gegeben!

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Einführung in die Germanistische Literaturwissenschaft II: Johann Wolfgang v. Goethe: „Die Leiden des jungen Werther“ - Autor, Werk, Wirkung, Rezeptionsgeschichte

2 SWS/ Ps GS
H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 08-10
MA/LAG/LAS wobl.

Am Beispiel von Goethes Roman werden die grundlegenden Verfahren literaturwissenschaftlichen Arbeitens geübt und methodische Fragestellungen diskutiert. Ausgehend von einer genauen Lektüre des „Werther“ sollen autor- text- und leserorientierte Zugänge erprobt und deren Ergebnisse durch die Studierenden vorgestellt werden. Fragen des Umgangs mit Stoff und Motiv, der Entwicklung von Gattungsmustern, von Tradition und Innovation in der Literatur sowie der Rezeptionsgeschichte und von Problemen der Edition literarischer Werke sind in die Diskussion mit einbezogen.
Primärliteratur:
J.W. Goethe: Die Leiden des jungen Werthers. Studienausgabe. Paralleldruck der Fassungen von 1774 und 1787. Hrsg. M. Luserke. Reclam UB 9762.
Sekundärliteratur:
Erläuterungen und Dokumente. J.W. Goethe: die Leiden des jungen Werther. Hrsg. Kurt Rothmann. Reclam UB 8113.
Moennighoff, Burkhard; Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 10.Auflage, München 2002 (UTB 1582).
Klausnitzer, Ralf: Literaturwissenschaft. Begriffe-Verfahren-Arbeitstechniken. Berlin 2004
Schutte, Jürgen: Einführung in die Literaturinterpretation. Stuttgart: Metzler 1985 (SM 217).

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Einführung in die Dramentheorie
2 SWS/ Ps GS
H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Im Seminar sollen zunächst wesentliche Elemente des Dramas im allgemeinen vorgestellt werden, um dann die historischen Formen und Theoreme zu erörtern, die für die Entwicklung des deutschen Dramas kennzeichnend geworden sind. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung im 18. Jahrhundert, denn an Dramen dieses Zeitalters lassen sich Einsichten in die Formtendenzen der neueren Dramatik in hervorragender Weise gewinnen.
Literatur:
B. Asmuth: Einführung in die Dramentheorie (Sammlung Metzler 188), M. Pfister: Das Drama. (UTB 580), V. Klotz: Geschlossene und offene Form im Drama. München 1960ff. (neueste Aufl.), Theorie des Dramas (Reclam UB 9603)

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Lessings Komödien

2 SWS/ Hs HS
M . Beetz
Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung, Franckeplatz 1, Haus 54, Thomasiuszimmer
Di 12-14 (ab 2.11.04)
MA/LAG/LAS wobl.

Das Seminar verfolgt Lessings Weg von der Sächsischen Typenkomödie zur Charakterkomödie Minna von Barnhelm, die im Zentrum des zweiten Teils der Lehrveranstaltung stehen soll. In den frühaufklärerischen Lustspielen fungiert die Normabweichung in der Typenkomödie als gesellschaftliches Regulativ. In der Gelehrtensatire des Jungen Gelehrten geht es um Kritik an der Büchergelehrsamkeit auf der aufklärerischen Basis einer lebenszugewandten Wissenschaft. Die Juden nehmen sich in einem Spiel um Sein und Schein antisemitischer Vorurteile an. Der Misogyn untersucht weitere Vorurteile. Der Freigeist provoziert durch die These, dass Atheismus und Tugend vereinbar sind. An Minna von Barnhelm sollen Zusammenhänge zwischen Geldbesitz und Ehre, Krieg und Liebe an der agonalen Streitkultur des Stücks erörtert werden. Die Zweischneidigkeit des Ehrbegriffs als Garant der Individualität und der gesellschaftlichen Reputation ist zu diskutieren, die Verteilung von Aktivität und Passivität auf die Aktionen der Geschlechter. Wie ist der ergebnislose Schluss zu bewerten? Das Konfliktpotential in diesem Zeitstück ist offensichtlich nicht mit den Mitteln der Komödie durch die Hauptfiguren zu lösen. Wird Friedrich II. als deus ex machina verherrlicht oder satirisch angegriffen? Zeigt sich der Sachse Lessing als perfekter Preuße? Die Rolle des Zufalls, das zum Ausdruck kommende pessimistische Menschenbild, die zu Tage tretenden massiven Kommunikationsprobleme deuten auf eine Erschütterung des optimistischen Bildes der Aufklärung.
Literaturhinweise:
Wilfried Barner u.a. (Hg.): Lessing. Epoche – Werk – Wirkung. München 1981.
Peter J. Brenner: Gottholf Ephraim Lessing. Stuttgart 2000 (RUB17622).

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Moralische Erzählungen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

2 SWS/ Ps GS
G . Berg
Herweghstr. 96, ÜR C
Di 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

Moralische Erzählungen sind eine der meistgelesenen Gattungen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Parallelität von Ereignissen und Strömungen zeigt die Dynamik und das Problempotential dieser Zeit wie ihrer Literatur. Im Seminar werden exemplarische Erzählungen untersucht, an denen literarhistorische Epochenmerkmale von Spätaufklärung und Empfindsamkeit herausgearbeitet werden sollen (anhand von Autoren wie Johann Gottlob Benjamin Pfeil, Johann Karl Wezel und Sophie von La Roche). Sie spiegeln satirische Tendenzen wie pädagogische Bemühungen. Weitere Themen der Anfänge der ‚bürgerlichen Moderne’, die von Erzählungen fokussiert werden, sind die soziale Kritik und der Kampf gegen Vorurteile der Ständegesellschaft (August Heinrich Lafontaine). Die Anfänge der Kriminalerzählung üben Kritik an der Justiz, indem sie an die Stelle der Frage nach dem juristischen Strafmaß die Frage nach der moralisch-psychologischen Schuldfähigkeit setzen (August Gottlieb Meißner, Friedrich Schiller). Aufgrund der Vielfalt der Gattung wird sich die Frage nach den Gemeinsamkeiten Moralischer Erzählungen stellen. In Absprache mit den Seminarteilnehmern kann abschließend auch eine Erzählung Heinrich von Kleists hinzugezogen werden, die die Diskussion auf das 'Ende' der Gattung Moralische Erzählung und die Probleme literaturwissenschaftlicher Gattungsdefinitionen führt (Erzählung contra Novelle). Erzählanalytische Kenntnisse sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme am Seminar.
Literaturhinweise:
Jürgen Jacobs: Die deutsche Erzählung im Zeitalter der Aufklärung. In: Karl Konrad Polheim (Hrsg.): Handbuch der deutschen Erzählung. Düsseldorf 1981, S. 56-71; Wolfgang Pross: Nachwort. In: Heide Hollmer u. a. (Hrsg.): Deutsche Erzählungen des 18. Jahrhunderts. Von Gottsched bis Goethe. München 1988, S. 315-334; Katherine Astbury: The Moral tale in France and Germany 1750-1789. (Studies on Voltaire and the eighteenth century. 2002, 7) Oxford 2002.

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Manés Sperber – Elias Canetti: Literaturtheorie, Autobiographie, Romanwelt, Ethik

2 SWS/ Hs HS
W. Nell
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 14.30-16
MA/LAG/LAS wobl.

Bereits die im Titel des Seminar genannten Aspekte weisen auf die Vielfalt und auch auf die Uneinheitlichkeit der Werke von Elias Canetti (1905-1994) und Manès Sperber (1905-1984) hin, die sie in gewissem Sinn zu Außenseitern bzw. Grenzgängern zwischen Wissensgebieten und Textsorten, aber auch zwischen Religionen, Ideologien, Kulturen, Literaturen und Gesellschaften gemacht haben. Ihnen tritt mit Albert Cohen (1895-1981) ein weiterer Grenzgänger zur Seite, der sich zwar vornehmlich als Romancier einen Namen gemacht hat, der mit Sperber und Canetti aber auch die Grunderfahrungen des 20. Jhd.: Verfolgung und die Suche nach neuen „Heimaten“, sowohl räumlich und biographisch als auch ideologisch und literarisch, teilt. Dass sie dabei im Medium der Literatur die Möglichkeit finden konnten, in der Sphäre des Imaginären Verlusterfahrungen und Mobilität, Identitätssuche und Zugehörigkeit auf der Basis von Differenzerfahrungen zu thematisieren, lässt sich auch als Beitrag zur Aktualität der Literatur verstehen und entsprechend diskutieren.
Texte (natürlich kann nur eine Auswahl im Seminar bearbeitet werden):
Elias Canetti: Die Blendung (1935); Masse und Macht (1960); Die gerettete Zunge (1977), Die Fackel im Ohr (1980), Das Augenspiel (1985); Die Provinz des Menschen. Aufzeichnungen 1942-1972 (1973); Das Gewissen der Worte (1975); Manès Sperber: All’ das Vergangene… (3 Bde. 1974-1977); Wie eine Träne im Ozean (3 Bde. 1961); Zur Analyse der Tyrannis (1939; 1975); Le talon d’Achille (1957; dt. 1981); Albert Cohen: Le Livre de ma Mère (1954 ; dt. 1971) ; Solal (1930 ; dt. 1932 ; 1958); Mangeclous (1938 ; 1969 ; dt. 1984). La Belle de Seigneur (1968; dt. 1987).
Zur Einführung:
Wilhelm Hemecker, Mirjana Stancic (Hg.): Ein treuer Ketzer. Manès Sperber – Der Schriftsteller als Ideologe = Profile. Magazin des österreichischen Literaturarchivs Bd. 6, Wien 2000; Mirjana Stancic: Manès Sperber, Frankfurt a. M. Basel: Stroemfeld 2003; Dagmar Barnouw: Elias Canetti, Stuttgart: Samml. Metzler 1979; dies.; Elias Canetti zur Einführung, Hamburg : Junius 1996; Jean Blot: Albert Cohen, Paris: Balland 1995; ders.: Albert Cohen ou Solal dans le siècle, Paris: Albin Michel 1995 (Présence de Judaïsme).

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Gibt es eine europäische Literatur
2 SWS/ Os HS
W. Nell
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 17-19
MA/LAG/LAS wobl.

Ausgehend von Ernst Robert Curtius (1886-1956) und mit einem Seitenblick auf Paul Valéry (1871-1946), Max Rychner (1897-1965) und den altersgleichen Walter Benjamin (1892-1940) werden wir uns zunächst mit den Möglichkeiten beschäftigen, eine für Europa charakteristische „gemeinsame“ kulturelle und literarische Tradition zu konstruieren. Im Anschluss werden die Tragfähigkeit und Grenzen eines solchen Konzepts anhand von Texten aus der neueren europäischen Literatur, u. a. von Claudio Magris, Milan Kundera, Karl Schlögel, Assja Djebar, Andrzej Stasiuk, Juri Andruchowytsch, Peter Nadas, Olga Torkarczuk und Robert Menasse, erkundet. Eigene Vorschläge der TeilnehmerInnen werden gerne aufgenommen.
Literatur: Ernst Robert Curtius: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter (1948), 11. Aufl. Tübingen Basel 1993; Hugo Dyserinck, Karl Ulrich Syndram (Hg.): Komparatistik und Europaforschung, Bonn Berlin 1992; Ute Frevert: Eurovisionen. Ansichten guter Europäer im 19. und 20. Jahrhundert, Frankfurt a. M. 2003; Barbara Schmidt-Haberkamp, Uwe Steiner, Brunhilde Wehinger (Hg.): Europäischer Kulturtransfer im 18. Jh. Literaturen in Europa - Europäische Literatur, Berlin 2003; Dan Diner: Gedächtniszeiten. Über jüdische und andere Geschichten, München 2003; Michael Mitterauer: Warum Europa? München 2003; Jacques LeGoff: Die Geburt Europas im Mittelalter, München 2004; Thomas Meyer: Die Identität Europas, Frankfurt a. M. 2004; Wolfgang Reinhard: Lebensformen Europas, München 2004; Andrzej Stasiuk, Jurij Andruchowytsch: Mein Europa, Frankfurt a. M. 2004.

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Theodor W. Adorno – Walter Benjamin: Ästhetische Theorie und historisches Erkennen
2 SWS/ Oberseminar
W. Nell
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 17-19
MA/LAG/LAS wobl.

Mit Theodor W. Adorno (1903-1969) und Walter Benjamin (1892-1940) treten zwei Denker in den Blick, die in bis heute noch nicht abgeschlossener Weise die literaturwissenschaftliche und kulturanalytische Diskussion seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestimmt ha-ben. In ihren Untersuchungen konvergieren Gesellschaftsanalyse und -kritik, Geschichtsphi-losophie, Kunstkritik und Literaturwissenschaften in einer auch aktuelle Fragestellungen an-sprechenden Weise, wobei wir sowohl den historischen als auch den aktuellen Bezügen in beiden Perspektiven nachgehen wollen. Von Adorno werden einige kleinere Arbeiten (aus den Sammlungen „Eingriffe“ und „Stichworte“), ausgewählte Abschnitte aus der „Ästhetischen Theorie“, einige zentrale Aufsätze aus den „Noten zur Literatur“ sowie einzelne Passagen aus den „Minima Moralia“ im Seminar zur Sprache kommen, bei Benjamin stehen geschichts-philosophische Entwürfe, einige literaturtheoretische und literaturkritische Arbeiten sowie Texte und Vorarbeiten aus den Baudelaire-Studien und aus dem „Passagenwerk“ im Mittel-punkt der Seminararbeit. Für Walter Benjamin wird die Anschaffung des Taschenbuchs W. Benjamin: „Illuminationen. Ausgewählte Schriften“, Frankfurt a. M. (Suhrkamp) empfohlen.
Eine genaue Liste der zu bearbeitenden Texte wird mit den SeminarteilnehmerInnen in der ersten Seminarsitzung festgelegt. Das Seminar eignet sich auch für IKEAS-Studierende.

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Frankreich, Deutschland und Polen. Kulturelle Codierungen im Medium literarischer Texte
2 SWS/ V GS/HS
W. Nell
Melanchthonianum, Hörsaal XVIII
Mi 08-10
MA/LAG/LAS wobl.

Die Vorlesung bietet dreierlei: eine Einführung in die Theorien und die Verfahrensweisen interkultureller Vergleiche, eine Übersicht der kulturellen und literarischen Beziehungen zwischen den drei genannten Ländern und eine exemplarische Lektüre ausgewählter literarischer Texte im Hinblick auf die darin erkennbaren kulturellen Codierungen und die damit verbundenen literarischen Verfahren. Im Zusammenhang des Letzteren wird es auch um die Möglichkeiten einer vergleichenden Lektüre literarischer Texte als literaturwissenschaftliche Praxis (Komparatistik) gehen.
Literatur zur Einführung:
Esprit-Geist. 100 Schlüsselbegriffe für Deutsche und Franzosen, hg. von Jacques Leenhardt und Robert Picht, München Zürich 1989; Au Jardin des Malentendus. Le Commerce Franco-Allemand des Idées, ed. Jacques Leenhardt et Robert Picht, Paris 1997; Deutsche und Polen. 100 Schlüsselbegriffe hg. von Ewa Kobyli_ska, Andreas Lawaty und Rüdiger Stephan, München 1992; Deutsche und Polen. Geschichte. Kultur. Politik, hg. von Andreas Lawaty und Hubert Or_owski, München 2003; Peter V. Zima: Komparatistik. Einführung in die vergleichende Literaturwissenschaft, Tübingen 1992; Joachim Matthes (Hg.): Zwischen den Kulturen? Die Sozialwissenschaften vor dem Problem des Kulturvergleichs (= Soziale Welt. Sonderband 8), Göttingen 1992; Thomas Schweitzer: Wie versteht und erklärt man eine fremde Kultur?, in: KZSS 51/1 (1999), S. 1-33; Thomas Göller: Kulturverstehen. Grundprobleme einer epistemologischen Theorie der Kulturalität und kulturellen Erkenntnis, Würzburg 2000.

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Ästhetik des Widerstands und Scheiterns. Erasmus Schöfer: „Die Kinder des Sisyfos“

2 SWS/ Ps GS
N.N.
Melanchthonianum, Hörsaal Z
Mi 9-12 s.t. (alle 14 Tage)
MA/LAG/LAS wobl.

Der 2001 als erster Band der Tetralogie „Die Kinder des Sisyfos“ erschienene Zeitroman „Ein Frühling irrer Hoffnung“ ist im Verständnis seines Autors wie der Literaturkritik eine „illustrierte Zeitgeschichte für Nachgeborene“, die diesen die Studentenbewegung von 1968 adäquat zu vermitteln vermag. Das wird zu prüfen sein, liegt doch zwischen dieser und ihrer literarischen Verarbeitung nicht nur ein zeitlicher Abstand, sondern ein sie in Frage stellendes Bewusstsein des Scheiterns dieser Bewegung bzw. der aus ihr hervorgegangenen Parteien, das mit dem bereits 1986 veröffentlichten Roman „Tod in Athen“, der den dritten Band bilden soll, Ausgangspunkt und Perspektive der Thematisierung ist. Für die Interpretation soll deshalb auch ein
Blick auf die historischen Ereignisse geworfen und ein Vergleich der beiden Romane Schöfers miteinander sowie der Darstellung und Deutung der Studentenbewegung in „Ein Frühling irrer Hoffnung“ mit der in Romanen der 1970er Jahre (Uwe Timm: Heißer Sommer u.a.) durchgeführt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Seminararbeit wird die Analyse der in den Romanen durchgängig thematisierten politischen Funktionalisierung von Literatur und Kunst sein, wobei auch zu klären ist, inwiefern die beiden Romane des Mitbegründers des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“ selbst unter die in ihnen entwickelte Bestimmung fallen, Ästhetik und/oder Widerstand sind. Für die Untersuchung, inwiefern hier (zugleich) eine Ästhetik des Scheiterns vorliegt, sollen wiederum Romane, die in Gehalt und Form deutliche Parallelen zu „Tod in Athen“ aufweisen (Uwe Timm: Kerbels Flucht u.a.), vergleichend einbezogen werden. Ein dritter Schwerpunkt, der bei den anderen Schwerpunkten zum Tragen kommen wird, ist schließlich die Analyse von Schöfers Konstruktion der „Masse Mensch“. – Die Romane Schöfers (zusammen ca. 900 Seiten) sind bis zur ersten Sitzung zu lesen:
Erasmus Schöfer: Ein Frühling irrer Hoffnung, Dittrich Verlag, Köln 2001
Erasmus Schöfer: Tod in Athen, Weltkreis-Verlag, Dortmund 1986

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Phantastische Erzählungen aus dem 19. Jahrhundert
2 SWS/ Ps GS
W. Nell
Melanchthonianum, Hörsaal XIII
Mi 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Die Metapher vom „Schlaf der Vernunft, der Ungeheuer erzeugt“, ursprünglich Titel einer Radierung Francisco de Goyas von 1799, bezeichnet seit der romantischen Kritik am Rationalismus der Aufklärung ein Dilemma der Moderne, das wir in diesem Seminar am Beispiel von Texten aus der phantastischen Literatur des 19. Jahrhunderts erarbeiten wollen: Naturbeherrschung und industriegesellschaftlicher Erfolg belegen nicht nur die Macht der Vernunft, sondern – spätestens in ihren Ergebnissen – auch die Grenzen, die Ohnmacht, ja die destruktive Kraft einer planenden technischen Vernunft, deren Nachtseiten uns nach dem 20. Jhd. noch deutlicher als im 19. Jhd. vor Augen stehen. Zugleich ist die phantastische Literatur aber nicht nur als Anzeiger gesellschaftlicher Ängste und Verwerfungen zu verstehen, sondern belegt auch die Kraft der Phantasie, die Möglichkeiten eines in der Literatur erscheinenden Imaginären: Zur Fesselung der Aufmerksamkeit, zur Ausgestaltung unbekannter Lebenswelten, zur Freude am Spiel, zur Kritik der Gesellschaft und ggf. zur Selbstbestimmung des Subjekts. Im Seminar werden Texte von E. T. A. Hoffmann, Gottfried Keller, Edgar Allan Poe, Cyprian Norwid, Honoré de Balzac, Villiers de L’Isle Adam und Jules A. Barbey de Aurevilly, Italo Calvino sowie die Textsammlung „Ficciones“ von Juan Luis Borges besprochen werden.
Literaturhinweise:
Tzvetan Todorov: Einführung in die fantastische Literatur, Frankfurt a. M. 1992; Hans Krah, Marianne Wünsch: Phantastisch/Phantastik, in: Ästhetische Grundbegriffe Bd. 4, Stuttgart Weimar 2002, S. 798-814; Christian W. Thomsen, Jens Malte Fischer (Hg.): Phantastik in Literatur und Kunst, Darmstadt 1980; Rainer A. Zondergeld (Hg.): Phaïcon. Almanach der phantastischen Literatur, bes. Bde. 1-3 (1974ff.); Florian F. Marzin: Die phantastische Literatur, Frankfurt a. M. 1982;; Hans Krah, Claus Michael Orth (Hg.): Weltentwürfe in Literatur und Medien. Phantastische Wirklichkeiten – realistische Imaginationen, Kiel 2002.

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Ästhetik des Widerstands und Scheiterns. Erasmus Schöfer: „Die Kinder des Sisyfos“

2 SWS/ Ps GS
C . Stephan
Luisenstr. 2, Raum 2
Mi 10-14 (ab 3.11.04 alle 14 Tage)
MA/LAG/LAS wobl.

Der 2001 als erster Band der Tetralogie „Die Kinder des Sisyfos“ erschienene Zeitroman „Ein Frühling irrer Hoffnung“ ist im Verständnis seines Autors wie der Literaturkritik eine „illustrierte Zeitgeschichte für Nachgeborene“, die diesen die Studentenbewegung von 1968 adäquat zu vermitteln vermag. Das wird zu prüfen sein, liegt doch zwischen dieser und ihrer literarischen Verarbeitung nicht nur ein zeitlicher Abstand, sondern ein sie in Frage stellendes Bewusstsein des Scheiterns dieser Bewegung bzw. der aus ihr hervorgegangenen Parteien, das mit dem bereits 1986 veröffentlichten Roman „Tod in Athen“, der den dritten Band bilden soll, Ausgangspunkt und Perspektive der Thematisierung ist. Für die Interpretation soll deshalb auch ein Blick auf die historischen Ereignisse geworfen und ein Vergleich der beiden Romane Schöfers miteinander sowie der Darstellung und Deutung der Studentenbewegung in „Ein Frühling irrer Hoffnung“ mit der in Romanen der 1970er Jahre (Uwe Timm: Heißer Sommer u.a.) durchgeführt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Seminararbeit wird die Analyse der in den Romanen durchgängig thematisierten politischen Funktionalisierung von Literatur und Kunst sein, wobei auch zu klären ist, inwiefern die beiden Romane des Mitbegründers des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“ selbst unter die in ihnen entwickelte Bestimmung fallen, Ästhetik und/oder Widerstand sind. Für die Untersuchung, inwiefern hier (zugleich) eine Ästhetik des Scheiterns vorliegt, sollen wiederum Romane, die in Gehalt und Form deutliche Parallelen zu „Tod in Athen“ aufweisen (Uwe Timm: Kerbels Flucht u.a.), vergleichend einbezogen werden. Ein dritter Schwerpunkt, der bei den anderen Schwerpunkten zum Tragen kommen wird, ist schließlich die Analyse von Schöfers Konstruktion der „Masse Mensch“. – Die Romane Schöfers (zusammen ca. 900 Seiten) sind bis zur ersten Sitzung zu lesen:
Erasmus Schöfer: Ein Frühling irrer Hoffnung, Dittrich Verlag, Köln 2001
Erasmus Schöfer: Tod in Athen, Weltkreis-Verlag, Dortmund 1986

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Heinrich Heine: Reisebilder, Romanzen, Revolution

2 SWS/ Ps GS
T. van Hoorn
Herweghstr. 96, ÜR B
Mi 10-13.30 (alle 14 Tage)
MA/LAG/LAS wobl.

Der junge Heine verknüpft in seiner Harzreise (1826) komisch-satirische Stilmittel mit lyrischen Passagen zu einem ironischen Zeit- und Sittenbild, singt im Buch der Lieder (1827) von unglücklicher, unerwiderter Liebe, spottet in seinen satirischen Versepen Atta Troll. Ein Sommernachtstraum (1843) und Deutschland. Ein Wintermärchen (1844) über Tendenzliteratur und das reaktionäre Deutschland und schildert in seinem letzten Gedichtzyklus Romanzero (1851) eine Welt, die aus den Fugen geraten ist: Heinrich Heine, dessen Reisebilder die Erweiterung des Dichters zum Schriftsteller markieren, dessen Romanzen im deutschen Kunstlied von Schumann bis Schubert allgegenwärtig sind, dessen Begeisterung für Napoleon und die Revolution ihn hierzulande zur persona non grata machte, Heinrich Heine gilt es zu entdecken.
Textgrundlage ist jeweils die Reclam-Ausgabe. Die Bereitschaft zu regelmäßiger und aktiver Mitarbeit wird vorausgesetzt.

Beginn: 13. Oktober 04, nächste Sitzung: 27. Oktober 04

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Kunst und Künstler in der Prosa des 19. Jahrhunderts
2 SWS/ Hs HS
A. Jäger
Herweghstr. 96, ÜR A
Mi 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

Im Künstlerroman und der Künstlernovelle reflektieren die Schriftsteller im Medium der Kunst kunsttheoretische und poetologische Fragen: Was macht das Wesen des Künstlers aus, wie ist seine soziale Stellung bestimmt, welches Verhältnis nimmt die Kunst zur Wirklichkeit ein, was bedeutet Nachahmung, wie verhält sich die Literatur/Kunst zum Publikumsgeschmack...? Wichtige Stationen dieser literarischen Selbstreflektion über die Aufgaben der Kunst und die Rolle des Künstlers wird das Seminar für das 19. Jahrhundert und der Jahrhundertwende erarbeiten. Dabei werden einschlägige Werke der europäischen Literatur berücksichtigt.
Folgende Werke sollten gelesen sein:
Wilhelm Heinrich Wackenroder / Ludwig Tieck: Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders. - E.T.A. Hoffmann: Die Serapionsbrüder. - Nikolaj Gogol: Das Porträt. - Franz Grillparzer: Der arme Spielmann. - Eduard Mörike: Mozart auf der Reise nach Prag. –Honoré de Balzac: Das unbekannte Meisterwerk. - Gottfried Keller: Der gründe Heinrich. - Theodor Storm: Psyche. – C.F. Meyer: Die Hochzeit des Mönchs. – Émile Zola: Das Werk. - Thomas Mann: Tonio Kröger. - Heinrich Mann: Die Branzilla.

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Karl Gutzkow

2 SWS/ Ps GS
N.N.
Dachritzstraße 12, R. 101 (Computerpool)
Mi 16-18 (alle 14 Tage)
MA/LAG/LAS (BLIK möglich) wobl.

Beginn: 20.10.04 (max. 20 TeilnehmerInnen)
„Sein Name wird bleiben, aber von seinen Werken nichts ...“ prophezeite Theodor Fontane dem schon zu Lebzeiten umstrittensten Autoren des 19. Jahrhunderts. In der Tat waren die Werke Karl Ferdinand Gutzkows (1811-78) bis vor wenigen Jahren in aktuellen Ausgaben kaum lieferbar. Diese Situation hat sich nach dem Erscheinen der 1200 Seiten starken Bibliographie von Wolfgang Rasch (Bielefeld, 1998) stark verändert. Einige Feuilletonisten sprechen bereits von einer Gutzkow-Renaissance.
Zum einen ist ein zunehmendes Interesse der germanistischen Forschung zu verzeichnen - wie zahlreiche Artikel in den Bänden des Forums Vormärz-Forschung belegen-, zum anderen wurden in den letzten Jahren nicht wenige Texte neu aufgelegt. Diese Neuauflagen in Buchform und vor allem in elektronischer Form werden im Zentrum des Proseminars stehen, das sich in theoretischer und praktischer Form mit buchgeschichtlichen und editionswissenschaftlichen Fragen auseinander setzt.
Einführende Lektüre:
Gutzkow lesen! Hg. v. Gustav Frank und Detlev Kopp. Bielefeld: Aisthesis, 2001.
Internetquellen (vgl. Linkliste der Universitätsbibliothek der FU Berlin):
http://www.ub.fu- berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_fgh/gutzkow.html

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Aspekte der Literaturtheorie (Forschungskolloquium)
2 SWS/ Kolloquium
A. Jäger
Herweghstr. 96, ÜR B
Mi 18-22 (alle 14 Tage)
MA/LAG/LAS wobl.

Das Kolloquium richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Examenskandidaten und Doktoranden. Gegenstand sind ausgewählte literaturtheoretische Fragestellungen. Dabei wird die Arbeit des Sommersemesters fortgesetzt mit dem Schwerpunkt: Diskursive und ästhetische Konstruktionen von Kollektiven. Die einzelnen Themen sollen von den Teilnehmern selbst eingebracht und entwickelt werden. Um den Ablauf zu planen und die Vorträge der Teilnehmer zu koordinieren ist es notwendig, dass sich Interessenten persönlich in meiner Sprechstunde oder per E-Mail (jaeger@germanistik.uni-halle.de) anmelden.

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Einführung in die Literaturwissenschaft I: „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Literaturwissenschaft“ (Ringvorlesung)

2 SWS/ V GS/HS
M. Beetz/A. Jäger/W. Nell/M. Anders-Sailer/H. Rit
Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
Do 9-10
MA/LAG/LAS obl.

Die Vorlesung gibt einen Überblick über Themen und Gegenstände der Literaturwissenschaft: Was ist überhaupt Literatur, wo liegen ihre Ursprünge, welchen Sinn macht es, die Geschichte der Literatur in Epochen zu unterscheiden, wie ist das Verhältnis zwischen Autor, Text und Leser beschaffen, welchen Erkenntnisgewinn bringen Gattungstheorien, welche Methoden stehen der Literaturwissenschaft zur Verfügung, welche Chancen öffnen sich durch die neuen Medien, und schließlich: Für welche Berufe qualifiziert das Studium der germanistischen Literaturwissenschaft?
Die Vorlesung wird begleitet von einstündigen Tutorien, die das unverzichtbare Handwerkszeug vermitteln. Die Vorlesung und die Tutorien sind obligatorisch für alle Studienanfänger des Fachs.

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Stilistik und Rhetorik
2 SWS/ Ps GS
A . Jäger
Löwengebäude, HS XIV a/b
Do 10-12
MA obl.

Das Seminar beginnt mit einem Überblick über den Gegenstandsbereich der Stilistik, die Makro- und Mikrostilistik sowie die verschiedenen Stiltheorien, beschäftigt sich dann aber vorwiegend mit der Mikrostilistik, mit rhetorischen Figuren und sprachlichen Bildern. Dabei geht es zunächst darum, die verschiedenen stilistischen und rhetorischen Mittel kennen zu lernen und sie im Text auch aufzuspüren. Für Literaturwissenschaftler besonders wichtig ist schließlich die Frage, welche Schlüsse lassen sich aus der Kenntnis dieser Mittel für die Textanalyse und Interpretation gewinnen lassen?
Grundlegende Literatur:
Bernhard Sowinski: Stilistik. Stiltheorien und Stilanalysen. Stuttgart 1999; Heinrich Lausberg: Handbuch der literarischen Rhetorik. Eine Grundlegung der Literaturwissenschaft. Stuttgart : Steiner, 1990; Gerhard Kurz: Metapher, Allegorie, Symbol. Göttingen 1993 (oder andere Auflagen)

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Dichtung im Gespräch
2 SWS/ Hs HS
M. Anders-Sailer
Herweghstraße 96, ÜR C
Do 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Im Seminar sollen ausgewählte literarische Texte der letzten 10 bis 15 Jahre literaturgeschichtlich eingeordnet, analysiert und interpretiert werden. Vorgesehen ist, dass damit auch die Lese- und Gesprächsreihe des Germanistischen Instituts (Sommersemester 2005) vorbereitet wird. Das literarische Thema und die Auswahl der Autorinnen/Autoren werden zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.
Da Engagement und intensive Beschäftigung mit den entsprechenden Texten sowie öffentliche Auftritte gefordert sind, möchten sich nur sehr interessierte Studentinnen/Studenten in die Liste eintragen.

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Texte der Weimarer Klassik
2 SWS/ Ps GS
H. Ritter
Herweghstr.96, ÜR A
Do 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Im Rahmen des viersemestrigen Kurses zu literarischen und literaturtheoretischen Texten der Aufklärung, des Sturm und Drang, der Klassik und Romantik werden im WS 04/05 ausgewählte Texte der Dramatik, Epik und Lyrik sowie der ästhetischen Theorie der Weimarer Klassik diskutiert. Die in den Jahrzehnten zwischen 1786 (Goethes italienische Reise) und 1805 (Schillers Tod) geschaffenen Werke der beiden Dichter erreichten „Klassizität“, indem ihr idealisierendes Kunstverfahren sowohl wirkliche wie ideale Möglichkeiten menschlichen Seins zur Darstellung brachte. Typisch-gesetzhaft, allgemeinmenschlich, überzeitlich wahr gestalteten sie ihre Themen und folgten dabei einem gehobenen Stil und einer Form, deren Maß und Vorbild ihnen die griechische Antike war.
Primärliteratur:
Drama: Goethe Iphigenie auf Tauris, Schiller Maria Stuart; Ballade: Goethe Die Braut von Korinth; Der Gott und die Bajadere; Schiller Die Kraniche des Ibykus, Der Taucher. Epik: Goethe Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten. Theorie: Schiller Über naive und sentimentalische Dichtung. Briefwechsel Goethe und Schiller.
Zur Einführung:
Geschichte der deutschen Literatur. Bd. 2. Von der Aufklärung bis zum Vormärz. Hrsg. E.Bahr. 2. Aufl. 1998 (UTB 1464) (Kap. W. Wittkowski: Weimarer Klassik)

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Literatur in der DDR 1949-1989

2 SWS/ V GS/HS
A. Jäger
Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
Do 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Literatur, die in der DDR entstanden ist. Wichtiger als die Frage der Kanonbildung wird dabei sein, die literarhistorische Bedeutung der Werke zu ermitteln. Das schließt auch ein, dass neben den offiziellen und den offiziell kritischen Texten auch weniger bekannte Werke betrachtet werden, die oftmals mangels politischer Instrumentalisierbarkeit ein Schattendasein führ(t)en. Ausführlich werden die gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturpolitischen Voraussetzungen für die Entstehung von Literatur in der DDR sowie die Rezeptionsmuster in Ost und West dargestellt. Ein Kapitel der Vorlesung wird sich mit der Literatur der in den Westen übergesiedelten Autoren beschäftigen.
Einführende Lektüre:
Wolfgang Emmerich: Kleine Literaturgeschichte der DDR. Erweiterte Neuausgabe: Aufbau TB 2000.

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Brechts Lyrik bis 1939
2 SWS/ Hs HS
M . Beetz
Herweghstr. 96, ÜR A
Do 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

Der „arme B.B.“ hat sich auch in der Lyrikrezeption zum modernen Klassiker entwickelt.
Das Seminar will an ausgewählten Texten Strukturprinzipien und Themen der Augsburger und Münchner Lyrik, der Hauspostille, der Lyrik der Berliner Zeit und des dänischen Exils bis zu den Svendborger Gedichten untersuchen. Fragen des Nihilismus, der Gebrauchslyrik und Großstadterfahrung, des Gestus der Kälte, der „Sprechweise des Alltags“, der Satire und Montage in der Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus werden an konkreten Texten erörtert. An Brechts theoretischen Reflexionen wie Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit, Reimlose Lyrik mit unregelmäßigen Rhythmen u. a. sollen Legitimationsprobleme der Poesie, sein operatives Lyrikverständnis und seine neue Technik des gestischen Sprechens diskutiert werden.
Literaturhinweise:
Klaus-Detlef Müller (Hg.): Bertolt Brecht. Epoche – Werk – Wirkung. München 1985.
Jan Knopf: Brecht-Handbuch. Lyrik, Prosa, Schriften. Stuttgart 1984.
Ders. (Hg.): Gedichte von Bertolt Brecht. Stuttgart 1995 (RUB 8814).
Klaus Schuhmann: Der Lyriker Bertolt Brecht 1913-1933. Berlin 1964.

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Theater und Dramatik
2 SWS/ Ps GS/HS
M. Anders-Sailer
Herweghstr. 96, ÜR B
Do 14-16
MA/LAG/LAS wobl.

Für interessierte Studierende wird die Zusammenarbeit mit dem neuen theater, dem Puppentheater Halle und der Theatrale weitergeführt. Wir orientieren uns am Spielplan der Theater. Die Theatertexte und Aufführungen sind Gegenstand unserer Gespräche, die teilweise mit den entsprechenden Regisseuren oder Dramaturgen stattfinden.
Der Erwerb eines Teilnahmescheines ist an das Schreiben einer Theaterkritik geknüpft.

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Ausgewählte Probleme in Goethes Faust-Dichtung

2 SWS/ V GS/HS
H.-J. Kertscher
Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
Do 14-16
MA/LAG/LAS wobl.

Die Vorlesung will anhand einer Leseinterpretation den Versuch unternehmen, einzelne Probleme der Dichtung, deren Entstehung gleichsam Goethes Leben begleitete – am Lebensende bezeichnete der Dichter die Bemühungen um eine Vollendung gar als „Hauptgeschäft“ – näher zu beleuchten. Neben den sog. ,Rahmendichtungen‘ und signifikanten Szenen aus dem ersten Teil der Tragödie sollen auch die „sehr ernsten Scherze“ (Goethe an Humboldt) des zweiten Teils der Dichtung untersucht werden. Goethe war sich während der langwierigen Arbeiten an diesem Teil durchaus bewußt, „daß die Ansprüche der Moderne seinen Bildervorrat übersteigen und eine neue ästhetische Antwort verlangen“ (Schlaffer). Seine „Antwort“ bestand in der Produktion eines höchst komplizierten dramatischen Gebildes, dessen Publikation und Rezeption er der Nachwelt anvertraute.
Primärliteratur
Als kommentierte Ausgabe wird die vom Klassikerverlag Frankfurt/M. publizierte und von Albrecht Schöne hg. Ausgabe empfohlen – einschließlich der Kommentierung durch den Hg.
Als Text zum ,Mitlesen‘ in der Vorlesung reicht eine Studienausgabe mit den üblichen Verszählungen.
Sekundärliteratur
– Arens, H., Kommentar zu Goethes Faust I. Heidelberg 1982.
– ders., Kommentar zu Goethes Faust II. Heidelberg 1989.
– Baum, H., Kants „System“ und Goethes „Faust“. Hamburg 1992.
– Keller, W. (Hg.), Aufsätze zu Goethes „Faust I“. Darmstadt 31991 (Wege der Forschung CXLV).
– ders., Aufsätze zu Goethes „Faust II“. Darmstadt 1992 (Wege der Forschung CDXLV).
– Lukacs, G., Goethe und seine Zeit. Berlin 1955.
– Matussek, P., Naturbild und Diskursgeschichte. „Faust“-Studie zur Rekonstruktion ästhetischer Theorie. Stuttgart/Weimar 1992.
– Mayer, H., Goethe. Ein Versuch über den Erfolg. Leipzig 1987 (Reclams Universal-Bibliothek 1217).
– Schlaffer, H., Faust zweiter Teil. Die Allegorie des 19. Jahrhunderts. Stuttgart 1982.
– Segeberg, H., Literarische Technikbilder. Studien zum Verhältnis von Technik- und Literaturgeschichte im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Tübingen 1987 (Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur 17).

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Einführung in die Erzähltheorie
2 SWS/ Ps GS
M. Anders-Sailer
Herweghstr. 96, ÜR C
Fr 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

Im Seminar werden Begriffe und Untersuchungsmethoden vermittelt und diskutiert, die bei der Analyse und Interpretation erzählender Texte von Bedeutung sind. Ausgewählte Erzähltexte – mit besonderer Berücksichtigung der aktuellen Gegenwartsliteratur – dienen als Material, um Begriffe, Techniken und Methoden auf ihre analytische Relevanz hin zu befragen.
Die Studierenden können Texte ihrer Wahl zur Verfügung stellen.
Literatur:
Jochen Vogt: Aspekte erzählender Prosa. Eine Einführung in die Erzähltechnik und Romantheorie. 9. erweit. und aktual. Ausg. Opladen 1998.
Schulte-Sasse/Werner: Einführung in die Literaturwissenschaft. München 1997.
Matias Martinez/Michael Scheffel: Einführung in die Erzähltheorie. 2. durchges. Aufl. München 2000.

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Die Dramatik Bertolt Brechts
2 SWS/ Ps GS
H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Fr 10-12
MA/LAG/LAS wobl.

1952 notierte B.B.: „Mit dem Theaterspielen habe ich angefangen, als ich andere Theaterstücke falsch fand. Ich weiß natürlich nicht mehr, ob ich damit recht hatte. [...]
Das Seminar will die Entwicklung der Brechtschen Poetologie des Dramas verfolgen: von den spektakulären Anfängen, die ein Affront gegen das bürgerliche Theater bedeuteten, über die Vorstellung eines antiaristotelischen Theaters in den 20er Jahren, die Erarbeitung der Theorie vom epischen Theater in der Zeit des Exils bis hin zur Realisierung seiner Stücke in den 50er Jahren auf der Bühne des Berliner Ensembles. Analysen der Stücke aus den einzelnen Phasen der Entwicklung werden mit der Diskussion der theoretischen Texten verbunden.
Dramen:
Baal, Trommeln in der Nacht, Mann ist Mann, Die Dreigroschenoper, Die heilige Johanna der Schlachthöfe, Der gute Mensch von Sezuan
Zur Einführung:
Günter Berg, / Wolfgang Jeske: Bertolt Brecht. Sammlung Metzler 1998. Jan Knopf: Brecht Handbuch Theater. Stuttgart 2001.

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Einführung in die Literaturwissenschaft II: De la Motte Fouqué: „Undine“ – Autor, Werk, Wirkung, Rezeptionsgeschichte
2 SWS/ Ps GS
M. Anders-Sailer
Herweghstr. 96, ÜR C
Fr 12-14
MA/LAG/LAS wobl.

Dieses Seminar steht im Zusammenhang mit der einstündigen Vorlesung zur Einführung in die Literaturwissenschaft und dem dazugehörigen Tutorium.
Die Studierenden sollen befähigt werden, die Verfahren des literaturwissenschaftlichen Arbeitens anzuwenden, Textzugänge und Interpretationsmöglichkeiten darzulegen und Fragen zum Stoff/ Motiv/ der Rezeption und deren Geschichte aufzuwerfen und zu beantworten. Zu diesem Zweck wurde Fouqués Erzählung Undine ausgewählt. Die Herangehensweisen an den Text (autor- text- leserorientiert) werden von den Studentinnen und Studenten vorgestellt und im Seminar diskutiert.
Primärliteratur:
F. de la Motte Fouqué: Undine. Reclam UB 491
Sekundärliteratur:
Moennighoff, Burkhard ; Eckhardt Meyer-Krentler : Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 9. Auflage, München 2001 (UTB 1582).
Klausnitzer, Ralf: Literaturwissenschaft. Begriffe-Verfahren-Arbeitstechniken. Berlin 2004
Schutte, Jürgen: Einführung in die Literaturinterpretation. Stuttgart 1985. (Sammlung Metzler, Band 217)

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Weitere Veranstaltungen

Probleme der Literaturtheorie
2 SWS/ Doktorandenkolloquium
M. Beetz
Herweghstr. 96, n.V. n.V.
MA/LAG/LAS wobl.

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Kolloquium für Examenskandidaten und Doktoranden

2 SWS/ Kolloquium
W. Nell
Herweghstr. 96, n.V. n.V.
MA/LAG/LAS wobl.



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