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Kol: Kolloquium für Examenskandidaten und Doktoranden
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LITERATURWISSENSCHAFT - Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Einführung in die Gedichtinterpretation
2 SWS/ Ps GS
K. Greiner
Melanchthonianum, Hörsaal B
Mo 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
In diesem Seminar werden die wesentlichen Grundlagen der Metrik- und Verslehre
vermittelt. Nach der Aneignung des erforderlichen literaturwissenschaftlichen
Werkzeugs werden die erworbenen Kenntnisse an ausgewählten Gedichten
verschiedener Literaturepochen erprobt und die Texte gemeinsam diskutiert.
Literaturempfehlungen:
Dieter Burdorf: Einführung in die Gedichtanalyse. Weimar, 1997; Erwin
Arndt: Deutsche Verslehre. Berlin, 1995; Hans-Dieter Gelfert: Wie interpretiert
man ein Gedicht? Stuttgart, 2000; Otto Knörrich: Lexikon lyrischer Formen.
Stuttgart, 1992
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Das kritische Volksstück im 20. Jahrhundert
2 SWS/ Hs HS
M. Beetz
Herweghstr. 96, ÜR C
Mo 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
Das Volksstück als Stück aus dem Volk, über und für das
Volk reicht mit einem vielgestaltigen Gattungsspektrum bis ins 18. Jahrhundert
zurück. Das kritische Volksstück des 20. Jahrhunderts demontiert
das vertraute, anheimelnde und lediglich unterhaltende Volksstück. Ödon
v. Horvath demaskiert in Geschichten aus dem Wiener Wald und in Kasimir und
Karoline kleinbürgerliches Bewusstsein, verschränkt private Beziehungskrisen
mit sozioökonomischen. Marie-Luise Fleißer stellt aus feministischer
Perspektive Geschlechterbeziehungen dar. Brecht untersucht in Herr Puntila
und sein Knecht Matti das Abhängigkeitsverhältnis von Herrschaft
und Knechtschaft sowie die Schizophrenie des Herrschenden. M. Sperr zeigt
an Sprach- und Verhaltensmustern gegen Außenseiter in Jagdszenen aus
Niederbayern die Heimat als provinziell und aggressiv. F.X. Kroetz bringt
krasse Darstellungen sozialer Verhältnisse auf die Bühne, stellt
Randfiguren der Gesellschaft in ihrer Sprachlosigkeit und Gewaltbereitschaft
aus. Volkstücke der DDR wie Heiner Müllers Die Umsiedlerin oder
Peter Hacks’ Moritz Tassow zeichnen die Sozialisierung des Landes auf.
Literaturhinweise:
Hugo Aust, Peter Haida, Jürgen Hein: Volksstück. Vom Hanswurstspiel
zum sozialen Drama der Gegenwart. München 1989.
Thomas Schmitz: Das Volksstück. Stuttgart 1990 (SM 257).
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Einführung in die Literaturwissenschaft II:Klaus Mann:
„Mephisto“ Autor, Werk, Wirkung, Rezeptionsgeschichte
2 SWS/ Ps GS
K. Agthe
Melanchthonianum, Hörsaal XVI
Mo 14-16
MA/LAG/LAS wobl.
Dieses Seminar will grundlegende Verfahren literaturwissenschaftlichen Arbeitens
einüben und methodische Fragestellungen diskutieren. Am Ausgangspunkt
unserer Überlegungen soll Klaus Manns Roman „Mephisto“ und
dessen – um es diplomatisch zu formulieren – schwierige Rezeptionsgeschichte
stehen, die nicht allein die Germanistik, sondern auch die westdeutsche Justiz
über Jahre und Jahrzehnte beschäftigt hat. Soll heißen: Auch
die Editionsgeschichte dieses Buches, über dessen Verfilmung im Seminar
ebenfalls zu sprechen sein wird, ist eine ganz besondere. Da diese Veranstaltung
im Bereich der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft angeboten
wird, soll ferner der Beitrag untersucht werden, den Klaus Mann mit seinen
publizistischen Arbeiten leistete, um den US-Amerikanern ein anschauliches
Bild von (einem besseren?) Deutschland zu vermitteln.
Primärliteratur:
Um eine möglichst einheitliche Textgrundlage zu gewähren, sollte
der Roman „Mephisto“ als Rowohlt-Taschenbuch benutzt werden; zum
Weiterlesen empfehlen sich Klaus Manns Bücher „Distinguished Visitors.
Der amerikanische Traum“, München 1991, sowie „Zweimal Deutschland.
Aufsätze, Reden, Kritiken 1938-1942“, Reinbek 1994.
Sekundärliteratur:
Uwe Naumann: Klaus Mann (Rowohlts Monographien). Reinbek 1984; Uwe Naumann
(Hg).: „Ruhe gibt es nicht, bis zum Schluss“, Klaus Mann (1906-1949),
Bilder und Dokumente. Reinbek 1999; Nicole Schaenzler: Klaus Mann. Eine Biographie.
Frankfurt/New York 1999.
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Die Sprache der Dinge. Literarische Gegenstandsdarstellung
als Bedeutungskonstruktion
2 SWS/ Ps GS/HS
E. Stöckmann
Herweghstraße 96, ÜR A
Mo 16-18
MA/LAG/LAS wobl.
In literarischen Texten sind Dinge als Bestandteil der außermenschlichen
unbelebten Objektwelt weder bloße Informationsträger noch auf ihre
Faktizität reduzierte Phänomene. Die Geschichte der Literatur belegt
vielmehr reichhaltig, wie Gegenstände sich zu tragenden Elementen des
Erzählvorgangs entwickeln, indem sie etwa als Medium subjektiver menschlicher
Erfahrungen fungieren ('Zwiesprache mit den Dingen') oder in ihrer Dinghaftigkeit
ein widerständiges Eigenleben entfalten ('Aufstand der Dinge').
Im Seminar werden Prosatexte des 20. Jahrhunderts untersucht, in denen die
Gegenstandsdarstellung ein dominierendes Element der literarischen Konstruktionsleistung
bildet. Wie gestaltet sich in dingorientierten Schreibweisen die Absicht einer
betont unverstellten Wiedergabe der Dinge als solcher; wie vollziehen sich
die diversen Versuche einer bildsymbolischen Überhöhung der empirisch-konkreten
Realität; wie steht es mit dem ästhetischen Subjekt selbst, das
sich im Spiegel der Dinge wahrnimmt, erlebt und begreift, um ein authentisches
Verhältnis zwischen sich und der Objektwelt zu artikulieren? Solchen
und ähnlichen Fragen gilt es an einem ausgewählten, überwiegend
in Ausschnitten wahrzunehmenden Textkorpus einlässlich nachzugehen, wobei
das besondere Augenmerk auf den autor- und stilspezifischen Verfahren der
narrativen Bedeutungszuweisung im Element der Dinge liegt. Philosophisch-ästhetische
Reflexionen über Ding, Dinglichkeit und Verdinglichung sollen die textinterpretatorischen
Befunde ergänzen.
Literatur und Theorie:
Arthur Schnitzler: Blumen
Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
Carl Einstein: Bebuquin oder Die Dilettanten des Wunders
Gottfried Benn: Dr. Rönne
Peter Weiss: Der Schatten des Körpers des Kutschers
Peter Handke: Versuch über die Jukebox
Hugo von Hofmannsthal: Das Gespräch über Gedichte
Martin Heidegger: Das Ding
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Christoph Hein
2 SWS/ Ps GS/HS
T . Berger
Herweghstraße 96, ÜR B
Mo 16-18
MA/LAG/LAS wobl.
Ganz zweifellos zählt Christoph Hein heute zu den anerkannten Autoren
im wiedervereinigten Deutschland. Die Ereignisse der Jahres 1989/90 betrachtete
er äußerst kritisch und sprach sich wie viele renomierte DDR-Autoren
für einen „dritten Weg“ aus. Diese Haltung stieß jedoch
in den alten Bundesländern auf völliges Unverständnis. Man
unterstellte jenen Schriftstellern eine ganz zweifelhafte Loyalität gegenüber
den Herrschenden und warf ihnen vor, sie hätten mit einer fragwürdigen
Sozialismus-Affinität maßgeblich zum Systemerhalt beigetragen,
vielmehr im Dienste der SED als machtstabilisierende Faktoren gewirkt. Hinzu
kam eine in den Jahren 1991-93 geführte „deutsch-deutsche Debatte“,
die auch Hein unter Verdacht einer Mitarbeiterschaft beim MfS (Ministerium
für Staatssicherheit) stellte. Es wurde behauptet, Heins Text Das Napoleonspiel
sei ein „verschlüsseltes Eingeständnis“ einer ‚IM’-Tätigkeit
beim MfS. Zieht man von diesen unhaltbaren Anschuldigungen, auch und vor allem
gegen jene Autoren, die nachweislich keine Verbindungen zum MfS hatten, die
politische Intention und Polemik ab, so bleibt die Frage zu klären, wie
die ästhetische Distanzierung Heins von der DDR in seinen Texten selbst
beschaffen ist. Dazu ist es unumgänglich, Stationen seines Werkes zu
betrachten, von den frühen Siebzigern bis zu seinen jüngsten Veröffentlichungen.
Die Textauswahl wird in der ersten Sitzung am 18.10.2004 bekannt gegeben!
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Einführung in die Germanistische Literaturwissenschaft
II: Johann Wolfgang v. Goethe: „Die Leiden des jungen Werther“
- Autor, Werk, Wirkung, Rezeptionsgeschichte
2 SWS/ Ps GS
H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 08-10
MA/LAG/LAS wobl.
Am Beispiel von Goethes Roman werden die grundlegenden Verfahren literaturwissenschaftlichen
Arbeitens geübt und methodische Fragestellungen diskutiert. Ausgehend
von einer genauen Lektüre des „Werther“ sollen autor- text-
und leserorientierte Zugänge erprobt und deren Ergebnisse durch die Studierenden
vorgestellt werden. Fragen des Umgangs mit Stoff und Motiv, der Entwicklung
von Gattungsmustern, von Tradition und Innovation in der Literatur sowie der
Rezeptionsgeschichte und von Problemen der Edition literarischer Werke sind
in die Diskussion mit einbezogen.
Primärliteratur:
J.W. Goethe: Die Leiden des jungen Werthers. Studienausgabe. Paralleldruck
der Fassungen von 1774 und 1787. Hrsg. M. Luserke. Reclam UB 9762.
Sekundärliteratur:
Erläuterungen und Dokumente. J.W. Goethe: die Leiden des jungen Werther.
Hrsg. Kurt Rothmann. Reclam UB 8113.
Moennighoff, Burkhard; Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft.
10.Auflage, München 2002 (UTB 1582).
Klausnitzer, Ralf: Literaturwissenschaft. Begriffe-Verfahren-Arbeitstechniken.
Berlin 2004
Schutte, Jürgen: Einführung in die Literaturinterpretation. Stuttgart:
Metzler 1985 (SM 217).
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Einführung in die Dramentheorie
2 SWS/ Ps GS
H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Im Seminar sollen zunächst wesentliche Elemente des Dramas im allgemeinen
vorgestellt werden, um dann die historischen Formen und Theoreme zu erörtern,
die für die Entwicklung des deutschen Dramas kennzeichnend geworden sind.
Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung im 18. Jahrhundert, denn an Dramen
dieses Zeitalters lassen sich Einsichten in die Formtendenzen der neueren
Dramatik in hervorragender Weise gewinnen.
Literatur:
B. Asmuth: Einführung in die Dramentheorie (Sammlung Metzler 188), M.
Pfister: Das Drama. (UTB 580), V. Klotz: Geschlossene und offene Form im Drama.
München 1960ff. (neueste Aufl.), Theorie des Dramas (Reclam UB 9603)
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Lessings Komödien
2 SWS/ Hs HS
M . Beetz
Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen
Aufklärung, Franckeplatz 1, Haus 54, Thomasiuszimmer
Di 12-14 (ab 2.11.04)
MA/LAG/LAS wobl.
Das Seminar verfolgt Lessings Weg von der Sächsischen Typenkomödie
zur Charakterkomödie Minna von Barnhelm, die im Zentrum des zweiten Teils
der Lehrveranstaltung stehen soll. In den frühaufklärerischen Lustspielen
fungiert die Normabweichung in der Typenkomödie als gesellschaftliches
Regulativ. In der Gelehrtensatire des Jungen Gelehrten geht es um Kritik an
der Büchergelehrsamkeit auf der aufklärerischen Basis einer lebenszugewandten
Wissenschaft. Die Juden nehmen sich in einem Spiel um Sein und Schein antisemitischer
Vorurteile an. Der Misogyn untersucht weitere Vorurteile. Der Freigeist provoziert
durch die These, dass Atheismus und Tugend vereinbar sind. An Minna von Barnhelm
sollen Zusammenhänge zwischen Geldbesitz und Ehre, Krieg und Liebe an
der agonalen Streitkultur des Stücks erörtert werden. Die Zweischneidigkeit
des Ehrbegriffs als Garant der Individualität und der gesellschaftlichen
Reputation ist zu diskutieren, die Verteilung von Aktivität und Passivität
auf die Aktionen der Geschlechter. Wie ist der ergebnislose Schluss zu bewerten?
Das Konfliktpotential in diesem Zeitstück ist offensichtlich nicht mit
den Mitteln der Komödie durch die Hauptfiguren zu lösen. Wird Friedrich
II. als deus ex machina verherrlicht oder satirisch angegriffen? Zeigt sich
der Sachse Lessing als perfekter Preuße? Die Rolle des Zufalls, das
zum Ausdruck kommende pessimistische Menschenbild, die zu Tage tretenden massiven
Kommunikationsprobleme deuten auf eine Erschütterung des optimistischen
Bildes der Aufklärung.
Literaturhinweise:
Wilfried Barner u.a. (Hg.): Lessing. Epoche – Werk – Wirkung.
München 1981.
Peter J. Brenner: Gottholf Ephraim Lessing. Stuttgart 2000 (RUB17622).
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Moralische Erzählungen der zweiten Hälfte des
18. Jahrhunderts
2 SWS/ Ps GS
G . Berg
Herweghstr. 96, ÜR C
Di 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
Moralische Erzählungen sind eine der meistgelesenen Gattungen der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Parallelität von Ereignissen und
Strömungen zeigt die Dynamik und das Problempotential dieser Zeit wie
ihrer Literatur. Im Seminar werden exemplarische Erzählungen untersucht,
an denen literarhistorische Epochenmerkmale von Spätaufklärung und
Empfindsamkeit herausgearbeitet werden sollen (anhand von Autoren wie Johann
Gottlob Benjamin Pfeil, Johann Karl Wezel und Sophie von La Roche). Sie spiegeln
satirische Tendenzen wie pädagogische Bemühungen. Weitere Themen
der Anfänge der ‚bürgerlichen Moderne’, die von Erzählungen
fokussiert werden, sind die soziale Kritik und der Kampf gegen Vorurteile
der Ständegesellschaft (August Heinrich Lafontaine). Die Anfänge
der Kriminalerzählung üben Kritik an der Justiz, indem sie an die
Stelle der Frage nach dem juristischen Strafmaß die Frage nach der moralisch-psychologischen
Schuldfähigkeit setzen (August Gottlieb Meißner, Friedrich Schiller).
Aufgrund der Vielfalt der Gattung wird sich die Frage nach den Gemeinsamkeiten
Moralischer Erzählungen stellen. In Absprache mit den Seminarteilnehmern
kann abschließend auch eine Erzählung Heinrich von Kleists hinzugezogen
werden, die die Diskussion auf das 'Ende' der Gattung Moralische Erzählung
und die Probleme literaturwissenschaftlicher Gattungsdefinitionen führt
(Erzählung contra Novelle). Erzählanalytische Kenntnisse sind Voraussetzung
für eine erfolgreiche Teilnahme am Seminar.
Literaturhinweise:
Jürgen Jacobs: Die deutsche Erzählung im Zeitalter der Aufklärung.
In: Karl Konrad Polheim (Hrsg.): Handbuch der deutschen Erzählung. Düsseldorf
1981, S. 56-71; Wolfgang Pross: Nachwort. In: Heide Hollmer u. a. (Hrsg.):
Deutsche Erzählungen des 18. Jahrhunderts. Von Gottsched bis Goethe.
München 1988, S. 315-334; Katherine Astbury: The Moral tale in France
and Germany 1750-1789. (Studies on Voltaire and the eighteenth century. 2002,
7) Oxford 2002.
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Manés Sperber – Elias Canetti: Literaturtheorie,
Autobiographie, Romanwelt, Ethik
2 SWS/ Hs HS
W. Nell
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 14.30-16
MA/LAG/LAS wobl.
Bereits die im Titel des Seminar genannten Aspekte weisen auf die Vielfalt
und auch auf die Uneinheitlichkeit der Werke von Elias Canetti (1905-1994)
und Manès Sperber (1905-1984) hin, die sie in gewissem Sinn zu Außenseitern
bzw. Grenzgängern zwischen Wissensgebieten und Textsorten, aber auch
zwischen Religionen, Ideologien, Kulturen, Literaturen und Gesellschaften
gemacht haben. Ihnen tritt mit Albert Cohen (1895-1981) ein weiterer Grenzgänger
zur Seite, der sich zwar vornehmlich als Romancier einen Namen gemacht hat,
der mit Sperber und Canetti aber auch die Grunderfahrungen des 20. Jhd.: Verfolgung
und die Suche nach neuen „Heimaten“, sowohl räumlich und
biographisch als auch ideologisch und literarisch, teilt. Dass sie dabei im
Medium der Literatur die Möglichkeit finden konnten, in der Sphäre
des Imaginären Verlusterfahrungen und Mobilität, Identitätssuche
und Zugehörigkeit auf der Basis von Differenzerfahrungen zu thematisieren,
lässt sich auch als Beitrag zur Aktualität der Literatur verstehen
und entsprechend diskutieren.
Texte (natürlich kann nur eine Auswahl im Seminar bearbeitet werden):
Elias Canetti: Die Blendung (1935); Masse und Macht (1960); Die gerettete
Zunge (1977), Die Fackel im Ohr (1980), Das Augenspiel (1985); Die Provinz
des Menschen. Aufzeichnungen 1942-1972 (1973); Das Gewissen der Worte (1975);
Manès Sperber: All’ das Vergangene… (3 Bde. 1974-1977);
Wie eine Träne im Ozean (3 Bde. 1961); Zur Analyse der Tyrannis (1939;
1975); Le talon d’Achille (1957; dt. 1981); Albert Cohen: Le Livre de
ma Mère (1954 ; dt. 1971) ; Solal (1930 ; dt. 1932 ; 1958); Mangeclous
(1938 ; 1969 ; dt. 1984). La Belle de Seigneur (1968; dt. 1987).
Zur Einführung:
Wilhelm Hemecker, Mirjana Stancic (Hg.): Ein treuer Ketzer. Manès Sperber
– Der Schriftsteller als Ideologe = Profile. Magazin des österreichischen
Literaturarchivs Bd. 6, Wien 2000; Mirjana Stancic: Manès Sperber,
Frankfurt a. M. Basel: Stroemfeld 2003; Dagmar Barnouw: Elias Canetti, Stuttgart:
Samml. Metzler 1979; dies.; Elias Canetti zur Einführung, Hamburg : Junius
1996; Jean Blot: Albert Cohen, Paris: Balland 1995; ders.: Albert Cohen ou
Solal dans le siècle, Paris: Albin Michel 1995 (Présence de
Judaïsme).
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Gibt es eine europäische Literatur
2 SWS/ Os HS
W. Nell
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 17-19
MA/LAG/LAS wobl.
Ausgehend von Ernst Robert Curtius (1886-1956) und mit einem Seitenblick auf
Paul Valéry (1871-1946), Max Rychner (1897-1965) und den altersgleichen
Walter Benjamin (1892-1940) werden wir uns zunächst mit den Möglichkeiten
beschäftigen, eine für Europa charakteristische „gemeinsame“
kulturelle und literarische Tradition zu konstruieren. Im Anschluss werden
die Tragfähigkeit und Grenzen eines solchen Konzepts anhand von Texten
aus der neueren europäischen Literatur, u. a. von Claudio Magris, Milan
Kundera, Karl Schlögel, Assja Djebar, Andrzej Stasiuk, Juri Andruchowytsch,
Peter Nadas, Olga Torkarczuk und Robert Menasse, erkundet. Eigene Vorschläge
der TeilnehmerInnen werden gerne aufgenommen.
Literatur: Ernst Robert Curtius: Europäische Literatur und lateinisches
Mittelalter (1948), 11. Aufl. Tübingen Basel 1993; Hugo Dyserinck, Karl
Ulrich Syndram (Hg.): Komparatistik und Europaforschung, Bonn Berlin 1992;
Ute Frevert: Eurovisionen. Ansichten guter Europäer im 19. und 20. Jahrhundert,
Frankfurt a. M. 2003; Barbara Schmidt-Haberkamp, Uwe Steiner, Brunhilde Wehinger
(Hg.): Europäischer Kulturtransfer im 18. Jh. Literaturen in Europa -
Europäische Literatur, Berlin 2003; Dan Diner: Gedächtniszeiten.
Über jüdische und andere Geschichten, München 2003; Michael
Mitterauer: Warum Europa? München 2003; Jacques LeGoff: Die Geburt Europas
im Mittelalter, München 2004; Thomas Meyer: Die Identität Europas,
Frankfurt a. M. 2004; Wolfgang Reinhard: Lebensformen Europas, München
2004; Andrzej Stasiuk, Jurij Andruchowytsch: Mein Europa, Frankfurt a. M.
2004.
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Theodor W. Adorno – Walter Benjamin: Ästhetische
Theorie und historisches Erkennen
2 SWS/ Oberseminar
W. Nell
Herweghstr. 96, ÜR A
Di 17-19
MA/LAG/LAS wobl.
Mit Theodor W. Adorno (1903-1969) und Walter Benjamin (1892-1940) treten zwei
Denker in den Blick, die in bis heute noch nicht abgeschlossener Weise die
literaturwissenschaftliche und kulturanalytische Diskussion seit der zweiten
Hälfte des 20. Jahrhunderts bestimmt ha-ben. In ihren Untersuchungen
konvergieren Gesellschaftsanalyse und -kritik, Geschichtsphi-losophie, Kunstkritik
und Literaturwissenschaften in einer auch aktuelle Fragestellungen an-sprechenden
Weise, wobei wir sowohl den historischen als auch den aktuellen Bezügen
in beiden Perspektiven nachgehen wollen. Von Adorno werden einige kleinere
Arbeiten (aus den Sammlungen „Eingriffe“ und „Stichworte“),
ausgewählte Abschnitte aus der „Ästhetischen Theorie“,
einige zentrale Aufsätze aus den „Noten zur Literatur“ sowie
einzelne Passagen aus den „Minima Moralia“ im Seminar zur Sprache
kommen, bei Benjamin stehen geschichts-philosophische Entwürfe, einige
literaturtheoretische und literaturkritische Arbeiten sowie Texte und Vorarbeiten
aus den Baudelaire-Studien und aus dem „Passagenwerk“ im Mittel-punkt
der Seminararbeit. Für Walter Benjamin wird die Anschaffung des Taschenbuchs
W. Benjamin: „Illuminationen. Ausgewählte Schriften“, Frankfurt
a. M. (Suhrkamp) empfohlen.
Eine genaue Liste der zu bearbeitenden Texte wird mit den SeminarteilnehmerInnen
in der ersten Seminarsitzung festgelegt. Das Seminar eignet sich auch für
IKEAS-Studierende.
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Frankreich, Deutschland und Polen. Kulturelle Codierungen
im Medium literarischer Texte
2 SWS/ V GS/HS
W. Nell
Melanchthonianum, Hörsaal XVIII
Mi 08-10
MA/LAG/LAS wobl.
Die Vorlesung bietet dreierlei: eine Einführung in die Theorien und die
Verfahrensweisen interkultureller Vergleiche, eine Übersicht der kulturellen
und literarischen Beziehungen zwischen den drei genannten Ländern und
eine exemplarische Lektüre ausgewählter literarischer Texte im Hinblick
auf die darin erkennbaren kulturellen Codierungen und die damit verbundenen
literarischen Verfahren. Im Zusammenhang des Letzteren wird es auch um die
Möglichkeiten einer vergleichenden Lektüre literarischer Texte als
literaturwissenschaftliche Praxis (Komparatistik) gehen.
Literatur zur Einführung:
Esprit-Geist. 100 Schlüsselbegriffe für Deutsche und Franzosen,
hg. von Jacques Leenhardt und Robert Picht, München Zürich 1989;
Au Jardin des Malentendus. Le Commerce Franco-Allemand des Idées, ed.
Jacques Leenhardt et Robert Picht, Paris 1997; Deutsche und Polen. 100 Schlüsselbegriffe
hg. von Ewa Kobyli_ska, Andreas Lawaty und Rüdiger Stephan, München
1992; Deutsche und Polen. Geschichte. Kultur. Politik, hg. von Andreas Lawaty
und Hubert Or_owski, München 2003; Peter V. Zima: Komparatistik. Einführung
in die vergleichende Literaturwissenschaft, Tübingen 1992; Joachim Matthes
(Hg.): Zwischen den Kulturen? Die Sozialwissenschaften vor dem Problem des
Kulturvergleichs (= Soziale Welt. Sonderband 8), Göttingen 1992; Thomas
Schweitzer: Wie versteht und erklärt man eine fremde Kultur?, in: KZSS
51/1 (1999), S. 1-33; Thomas Göller: Kulturverstehen. Grundprobleme einer
epistemologischen Theorie der Kulturalität und kulturellen Erkenntnis,
Würzburg 2000.
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Ästhetik des Widerstands und Scheiterns. Erasmus Schöfer:
„Die Kinder des Sisyfos“
2 SWS/ Ps GS
N.N.
Melanchthonianum, Hörsaal Z
Mi 9-12 s.t. (alle 14 Tage)
MA/LAG/LAS wobl.
Der 2001 als erster Band der Tetralogie „Die Kinder des Sisyfos“
erschienene Zeitroman „Ein Frühling irrer Hoffnung“ ist im
Verständnis seines Autors wie der Literaturkritik eine „illustrierte
Zeitgeschichte für Nachgeborene“, die diesen die Studentenbewegung
von 1968 adäquat zu vermitteln vermag. Das wird zu prüfen sein,
liegt doch zwischen dieser und ihrer literarischen Verarbeitung nicht nur
ein zeitlicher Abstand, sondern ein sie in Frage stellendes Bewusstsein des
Scheiterns dieser Bewegung bzw. der aus ihr hervorgegangenen Parteien, das
mit dem bereits 1986 veröffentlichten Roman „Tod in Athen“,
der den dritten Band bilden soll, Ausgangspunkt und Perspektive der Thematisierung
ist. Für die Interpretation soll deshalb auch ein
Blick auf die historischen Ereignisse geworfen und ein Vergleich der beiden
Romane Schöfers miteinander sowie der Darstellung und Deutung der Studentenbewegung
in „Ein Frühling irrer Hoffnung“ mit der in Romanen der 1970er
Jahre (Uwe Timm: Heißer Sommer u.a.) durchgeführt werden. Ein weiterer
Schwerpunkt der Seminararbeit wird die Analyse der in den Romanen durchgängig
thematisierten politischen Funktionalisierung von Literatur und Kunst sein,
wobei auch zu klären ist, inwiefern die beiden Romane des Mitbegründers
des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“ selbst unter die in
ihnen entwickelte Bestimmung fallen, Ästhetik und/oder Widerstand sind.
Für die Untersuchung, inwiefern hier (zugleich) eine Ästhetik des
Scheiterns vorliegt, sollen wiederum Romane, die in Gehalt und Form deutliche
Parallelen zu „Tod in Athen“ aufweisen (Uwe Timm: Kerbels Flucht
u.a.), vergleichend einbezogen werden. Ein dritter Schwerpunkt, der bei den
anderen Schwerpunkten zum Tragen kommen wird, ist schließlich die Analyse
von Schöfers Konstruktion der „Masse Mensch“. – Die
Romane Schöfers (zusammen ca. 900 Seiten) sind bis zur ersten Sitzung
zu lesen:
Erasmus Schöfer: Ein Frühling irrer Hoffnung, Dittrich Verlag, Köln
2001
Erasmus Schöfer: Tod in Athen, Weltkreis-Verlag, Dortmund 1986
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Phantastische Erzählungen aus dem 19. Jahrhundert
2 SWS/ Ps GS
W. Nell
Melanchthonianum, Hörsaal XIII
Mi 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Die Metapher vom „Schlaf der Vernunft, der Ungeheuer erzeugt“,
ursprünglich Titel einer Radierung Francisco de Goyas von 1799, bezeichnet
seit der romantischen Kritik am Rationalismus der Aufklärung ein Dilemma
der Moderne, das wir in diesem Seminar am Beispiel von Texten aus der phantastischen
Literatur des 19. Jahrhunderts erarbeiten wollen: Naturbeherrschung und industriegesellschaftlicher
Erfolg belegen nicht nur die Macht der Vernunft, sondern – spätestens
in ihren Ergebnissen – auch die Grenzen, die Ohnmacht, ja die destruktive
Kraft einer planenden technischen Vernunft, deren Nachtseiten uns nach dem
20. Jhd. noch deutlicher als im 19. Jhd. vor Augen stehen. Zugleich ist die
phantastische Literatur aber nicht nur als Anzeiger gesellschaftlicher Ängste
und Verwerfungen zu verstehen, sondern belegt auch die Kraft der Phantasie,
die Möglichkeiten eines in der Literatur erscheinenden Imaginären:
Zur Fesselung der Aufmerksamkeit, zur Ausgestaltung unbekannter Lebenswelten,
zur Freude am Spiel, zur Kritik der Gesellschaft und ggf. zur Selbstbestimmung
des Subjekts. Im Seminar werden Texte von E. T. A. Hoffmann, Gottfried Keller,
Edgar Allan Poe, Cyprian Norwid, Honoré de Balzac, Villiers de L’Isle
Adam und Jules A. Barbey de Aurevilly, Italo Calvino sowie die Textsammlung
„Ficciones“ von Juan Luis Borges besprochen werden.
Literaturhinweise:
Tzvetan Todorov: Einführung in die fantastische Literatur, Frankfurt
a. M. 1992; Hans Krah, Marianne Wünsch: Phantastisch/Phantastik, in:
Ästhetische Grundbegriffe Bd. 4, Stuttgart Weimar 2002, S. 798-814; Christian
W. Thomsen, Jens Malte Fischer (Hg.): Phantastik in Literatur und Kunst, Darmstadt
1980; Rainer A. Zondergeld (Hg.): Phaïcon. Almanach der phantastischen
Literatur, bes. Bde. 1-3 (1974ff.); Florian F. Marzin: Die phantastische Literatur,
Frankfurt a. M. 1982;; Hans Krah, Claus Michael Orth (Hg.): Weltentwürfe
in Literatur und Medien. Phantastische Wirklichkeiten – realistische
Imaginationen, Kiel 2002.
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Ästhetik des Widerstands und Scheiterns. Erasmus
Schöfer: „Die Kinder des Sisyfos“
2 SWS/ Ps GS
C . Stephan
Luisenstr. 2, Raum 2
Mi 10-14 (ab 3.11.04 alle 14 Tage)
MA/LAG/LAS wobl.
Der 2001 als erster Band der Tetralogie „Die Kinder des Sisyfos“
erschienene Zeitroman „Ein Frühling irrer Hoffnung“ ist im
Verständnis seines Autors wie der Literaturkritik eine „illustrierte
Zeitgeschichte für Nachgeborene“, die diesen die Studentenbewegung
von 1968 adäquat zu vermitteln vermag. Das wird zu prüfen sein,
liegt doch zwischen dieser und ihrer literarischen Verarbeitung nicht nur
ein zeitlicher Abstand, sondern ein sie in Frage stellendes Bewusstsein des
Scheiterns dieser Bewegung bzw. der aus ihr hervorgegangenen Parteien, das
mit dem bereits 1986 veröffentlichten Roman „Tod in Athen“,
der den dritten Band bilden soll, Ausgangspunkt und Perspektive der Thematisierung
ist. Für die Interpretation soll deshalb auch ein Blick auf die historischen
Ereignisse geworfen und ein Vergleich der beiden Romane Schöfers miteinander
sowie der Darstellung und Deutung der Studentenbewegung in „Ein Frühling
irrer Hoffnung“ mit der in Romanen der 1970er Jahre (Uwe Timm: Heißer
Sommer u.a.) durchgeführt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Seminararbeit
wird die Analyse der in den Romanen durchgängig thematisierten politischen
Funktionalisierung von Literatur und Kunst sein, wobei auch zu klären
ist, inwiefern die beiden Romane des Mitbegründers des „Werkkreises
Literatur der Arbeitswelt“ selbst unter die in ihnen entwickelte Bestimmung
fallen, Ästhetik und/oder Widerstand sind. Für die Untersuchung,
inwiefern hier (zugleich) eine Ästhetik des Scheiterns vorliegt, sollen
wiederum Romane, die in Gehalt und Form deutliche Parallelen zu „Tod
in Athen“ aufweisen (Uwe Timm: Kerbels Flucht u.a.), vergleichend einbezogen
werden. Ein dritter Schwerpunkt, der bei den anderen Schwerpunkten zum Tragen
kommen wird, ist schließlich die Analyse von Schöfers Konstruktion
der „Masse Mensch“. – Die Romane Schöfers (zusammen
ca. 900 Seiten) sind bis zur ersten Sitzung zu lesen:
Erasmus Schöfer: Ein Frühling irrer Hoffnung, Dittrich Verlag, Köln
2001
Erasmus Schöfer: Tod in Athen, Weltkreis-Verlag, Dortmund 1986
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Heinrich Heine: Reisebilder, Romanzen, Revolution
2 SWS/ Ps GS
T. van Hoorn
Herweghstr. 96, ÜR B
Mi 10-13.30 (alle 14 Tage)
MA/LAG/LAS wobl.
Der junge Heine verknüpft in seiner Harzreise (1826) komisch-satirische
Stilmittel mit lyrischen Passagen zu einem ironischen Zeit- und Sittenbild,
singt im Buch der Lieder (1827) von unglücklicher, unerwiderter Liebe,
spottet in seinen satirischen Versepen Atta Troll. Ein Sommernachtstraum (1843)
und Deutschland. Ein Wintermärchen (1844) über Tendenzliteratur
und das reaktionäre Deutschland und schildert in seinem letzten Gedichtzyklus
Romanzero (1851) eine Welt, die aus den Fugen geraten ist: Heinrich Heine,
dessen Reisebilder die Erweiterung des Dichters zum Schriftsteller markieren,
dessen Romanzen im deutschen Kunstlied von Schumann bis Schubert allgegenwärtig
sind, dessen Begeisterung für Napoleon und die Revolution ihn hierzulande
zur persona non grata machte, Heinrich Heine gilt es zu entdecken.
Textgrundlage ist jeweils die Reclam-Ausgabe. Die Bereitschaft zu regelmäßiger
und aktiver Mitarbeit wird vorausgesetzt.
Beginn: 13. Oktober 04, nächste Sitzung: 27. Oktober 04
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Kunst und Künstler in der Prosa des 19. Jahrhunderts
2 SWS/ Hs HS
A. Jäger
Herweghstr. 96, ÜR A
Mi 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
Im Künstlerroman und der Künstlernovelle reflektieren die Schriftsteller
im Medium der Kunst kunsttheoretische und poetologische Fragen: Was macht
das Wesen des Künstlers aus, wie ist seine soziale Stellung bestimmt,
welches Verhältnis nimmt die Kunst zur Wirklichkeit ein, was bedeutet
Nachahmung, wie verhält sich die Literatur/Kunst zum Publikumsgeschmack...?
Wichtige Stationen dieser literarischen Selbstreflektion über die Aufgaben
der Kunst und die Rolle des Künstlers wird das Seminar für das 19.
Jahrhundert und der Jahrhundertwende erarbeiten. Dabei werden einschlägige
Werke der europäischen Literatur berücksichtigt.
Folgende Werke sollten gelesen sein:
Wilhelm Heinrich Wackenroder / Ludwig Tieck: Herzensergießungen eines
kunstliebenden Klosterbruders. - E.T.A. Hoffmann: Die Serapionsbrüder.
- Nikolaj Gogol: Das Porträt. - Franz Grillparzer: Der arme Spielmann.
- Eduard Mörike: Mozart auf der Reise nach Prag. –Honoré
de Balzac: Das unbekannte Meisterwerk. - Gottfried Keller: Der gründe
Heinrich. - Theodor Storm: Psyche. – C.F. Meyer: Die Hochzeit des Mönchs.
– Émile Zola: Das Werk. - Thomas Mann: Tonio Kröger. - Heinrich
Mann: Die Branzilla.
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Karl Gutzkow
2 SWS/ Ps GS
N.N.
Dachritzstraße 12, R. 101 (Computerpool)
Mi 16-18 (alle 14 Tage)
MA/LAG/LAS (BLIK möglich) wobl.
Beginn: 20.10.04 (max. 20 TeilnehmerInnen)
„Sein Name wird bleiben, aber von seinen Werken nichts ...“ prophezeite
Theodor Fontane dem schon zu Lebzeiten umstrittensten Autoren des 19. Jahrhunderts.
In der Tat waren die Werke Karl Ferdinand Gutzkows (1811-78) bis vor wenigen
Jahren in aktuellen Ausgaben kaum lieferbar. Diese Situation hat sich nach
dem Erscheinen der 1200 Seiten starken Bibliographie von Wolfgang Rasch (Bielefeld,
1998) stark verändert. Einige Feuilletonisten sprechen bereits von einer
Gutzkow-Renaissance.
Zum einen ist ein zunehmendes Interesse der germanistischen Forschung zu verzeichnen
- wie zahlreiche Artikel in den Bänden des Forums Vormärz-Forschung
belegen-, zum anderen wurden in den letzten Jahren nicht wenige Texte neu
aufgelegt. Diese Neuauflagen in Buchform und vor allem in elektronischer Form
werden im Zentrum des Proseminars stehen, das sich in theoretischer und praktischer
Form mit buchgeschichtlichen und editionswissenschaftlichen Fragen auseinander
setzt.
Einführende Lektüre:
Gutzkow lesen! Hg. v. Gustav Frank und Detlev Kopp. Bielefeld: Aisthesis,
2001.
Internetquellen (vgl. Linkliste der Universitätsbibliothek der FU Berlin):
http://www.ub.fu-
berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_fgh/gutzkow.html
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Aspekte der Literaturtheorie (Forschungskolloquium)
2 SWS/ Kolloquium
A. Jäger
Herweghstr. 96, ÜR B
Mi 18-22 (alle 14 Tage)
MA/LAG/LAS wobl.
Das Kolloquium richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Examenskandidaten
und Doktoranden. Gegenstand sind ausgewählte literaturtheoretische Fragestellungen.
Dabei wird die Arbeit des Sommersemesters fortgesetzt mit dem Schwerpunkt:
Diskursive und ästhetische Konstruktionen von Kollektiven. Die einzelnen
Themen sollen von den Teilnehmern selbst eingebracht und entwickelt werden.
Um den Ablauf zu planen und die Vorträge der Teilnehmer zu koordinieren
ist es notwendig, dass sich Interessenten persönlich in meiner Sprechstunde
oder per E-Mail (jaeger@germanistik.uni-halle.de)
anmelden.
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Einführung in die Literaturwissenschaft I: „Was
heißt und zu welchem Ende studiert man Literaturwissenschaft“
(Ringvorlesung)
2 SWS/ V GS/HS
M. Beetz/A. Jäger/W. Nell/M. Anders-Sailer/H. Rit
Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
Do 9-10
MA/LAG/LAS obl.
Die Vorlesung gibt einen Überblick über Themen und Gegenstände
der Literaturwissenschaft: Was ist überhaupt Literatur, wo liegen ihre
Ursprünge, welchen Sinn macht es, die Geschichte der Literatur in Epochen
zu unterscheiden, wie ist das Verhältnis zwischen Autor, Text und Leser
beschaffen, welchen Erkenntnisgewinn bringen Gattungstheorien, welche Methoden
stehen der Literaturwissenschaft zur Verfügung, welche Chancen öffnen
sich durch die neuen Medien, und schließlich: Für welche Berufe
qualifiziert das Studium der germanistischen Literaturwissenschaft?
Die Vorlesung wird begleitet von einstündigen Tutorien, die das unverzichtbare
Handwerkszeug vermitteln. Die Vorlesung und die Tutorien sind obligatorisch
für alle Studienanfänger des Fachs.
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Stilistik und Rhetorik
2 SWS/ Ps GS
A . Jäger
Löwengebäude, HS XIV a/b
Do 10-12
MA obl.
Das Seminar beginnt mit einem Überblick über den Gegenstandsbereich
der Stilistik, die Makro- und Mikrostilistik sowie die verschiedenen Stiltheorien,
beschäftigt sich dann aber vorwiegend mit der Mikrostilistik, mit rhetorischen
Figuren und sprachlichen Bildern. Dabei geht es zunächst darum, die verschiedenen
stilistischen und rhetorischen Mittel kennen zu lernen und sie im Text auch
aufzuspüren. Für Literaturwissenschaftler besonders wichtig ist
schließlich die Frage, welche Schlüsse lassen sich aus der Kenntnis
dieser Mittel für die Textanalyse und Interpretation gewinnen lassen?
Grundlegende Literatur:
Bernhard Sowinski: Stilistik. Stiltheorien und Stilanalysen. Stuttgart 1999;
Heinrich Lausberg: Handbuch der literarischen Rhetorik. Eine Grundlegung der
Literaturwissenschaft. Stuttgart : Steiner, 1990; Gerhard Kurz: Metapher,
Allegorie, Symbol. Göttingen 1993 (oder andere Auflagen)
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Dichtung im Gespräch
2 SWS/ Hs HS
M. Anders-Sailer
Herweghstraße 96, ÜR C
Do 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Im Seminar sollen ausgewählte literarische Texte der letzten 10 bis 15
Jahre literaturgeschichtlich eingeordnet, analysiert und interpretiert werden.
Vorgesehen ist, dass damit auch die Lese- und Gesprächsreihe des Germanistischen
Instituts (Sommersemester 2005) vorbereitet wird. Das literarische Thema und
die Auswahl der Autorinnen/Autoren werden zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.
Da Engagement und intensive Beschäftigung mit den entsprechenden Texten
sowie öffentliche Auftritte gefordert sind, möchten sich nur sehr
interessierte Studentinnen/Studenten in die Liste eintragen.
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Texte der Weimarer Klassik
2 SWS/ Ps GS
H. Ritter
Herweghstr.96, ÜR A
Do 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Im Rahmen des viersemestrigen Kurses zu literarischen und literaturtheoretischen
Texten der Aufklärung, des Sturm und Drang, der Klassik und Romantik
werden im WS 04/05 ausgewählte Texte der Dramatik, Epik und Lyrik sowie
der ästhetischen Theorie der Weimarer Klassik diskutiert. Die in den
Jahrzehnten zwischen 1786 (Goethes italienische Reise) und 1805 (Schillers
Tod) geschaffenen Werke der beiden Dichter erreichten „Klassizität“,
indem ihr idealisierendes Kunstverfahren sowohl wirkliche wie ideale Möglichkeiten
menschlichen Seins zur Darstellung brachte. Typisch-gesetzhaft, allgemeinmenschlich,
überzeitlich wahr gestalteten sie ihre Themen und folgten dabei einem
gehobenen Stil und einer Form, deren Maß und Vorbild ihnen die griechische
Antike war.
Primärliteratur:
Drama: Goethe Iphigenie auf Tauris, Schiller Maria Stuart; Ballade: Goethe
Die Braut von Korinth; Der Gott und die Bajadere; Schiller Die Kraniche des
Ibykus, Der Taucher. Epik: Goethe Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten.
Theorie: Schiller Über naive und sentimentalische Dichtung. Briefwechsel
Goethe und Schiller.
Zur Einführung:
Geschichte der deutschen Literatur. Bd. 2. Von der Aufklärung bis zum
Vormärz. Hrsg. E.Bahr. 2. Aufl. 1998 (UTB 1464) (Kap. W. Wittkowski:
Weimarer Klassik)
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Literatur in der DDR 1949-1989
2 SWS/ V GS/HS
A. Jäger
Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
Do 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Literatur, die in
der DDR entstanden ist. Wichtiger als die Frage der Kanonbildung wird dabei
sein, die literarhistorische Bedeutung der Werke zu ermitteln. Das schließt
auch ein, dass neben den offiziellen und den offiziell kritischen Texten auch
weniger bekannte Werke betrachtet werden, die oftmals mangels politischer
Instrumentalisierbarkeit ein Schattendasein führ(t)en. Ausführlich
werden die gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturpolitischen Voraussetzungen
für die Entstehung von Literatur in der DDR sowie die Rezeptionsmuster
in Ost und West dargestellt. Ein Kapitel der Vorlesung wird sich mit der Literatur
der in den Westen übergesiedelten Autoren beschäftigen.
Einführende Lektüre:
Wolfgang Emmerich: Kleine Literaturgeschichte der DDR. Erweiterte Neuausgabe:
Aufbau TB 2000.
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Brechts Lyrik bis 1939
2 SWS/ Hs HS
M . Beetz
Herweghstr. 96, ÜR A
Do 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
Der „arme B.B.“ hat sich auch in der Lyrikrezeption zum modernen
Klassiker entwickelt.
Das Seminar will an ausgewählten Texten Strukturprinzipien und Themen
der Augsburger und Münchner Lyrik, der Hauspostille, der Lyrik der Berliner
Zeit und des dänischen Exils bis zu den Svendborger Gedichten untersuchen.
Fragen des Nihilismus, der Gebrauchslyrik und Großstadterfahrung, des
Gestus der Kälte, der „Sprechweise des Alltags“, der Satire
und Montage in der Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus werden
an konkreten Texten erörtert. An Brechts theoretischen Reflexionen wie
Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit, Reimlose Lyrik mit
unregelmäßigen Rhythmen u. a. sollen Legitimationsprobleme der
Poesie, sein operatives Lyrikverständnis und seine neue Technik des gestischen
Sprechens diskutiert werden.
Literaturhinweise:
Klaus-Detlef Müller (Hg.): Bertolt Brecht. Epoche – Werk –
Wirkung. München 1985.
Jan Knopf: Brecht-Handbuch. Lyrik, Prosa, Schriften. Stuttgart 1984.
Ders. (Hg.): Gedichte von Bertolt Brecht. Stuttgart 1995 (RUB 8814).
Klaus Schuhmann: Der Lyriker Bertolt Brecht 1913-1933. Berlin 1964.
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Theater und Dramatik
2 SWS/ Ps GS/HS
M. Anders-Sailer
Herweghstr. 96, ÜR B
Do 14-16
MA/LAG/LAS wobl.
Für interessierte Studierende wird die Zusammenarbeit mit dem neuen theater,
dem Puppentheater Halle und der Theatrale weitergeführt. Wir orientieren
uns am Spielplan der Theater. Die Theatertexte und Aufführungen sind
Gegenstand unserer Gespräche, die teilweise mit den entsprechenden Regisseuren
oder Dramaturgen stattfinden.
Der Erwerb eines Teilnahmescheines ist an das Schreiben einer Theaterkritik
geknüpft.
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Ausgewählte Probleme in Goethes Faust-Dichtung
2 SWS/ V GS/HS
H.-J. Kertscher
Löwengebäude, Hörsaal XIV a/b
Do 14-16
MA/LAG/LAS wobl.
Die Vorlesung will anhand einer Leseinterpretation den Versuch unternehmen,
einzelne Probleme der Dichtung, deren Entstehung gleichsam Goethes Leben begleitete
– am Lebensende bezeichnete der Dichter die Bemühungen um eine
Vollendung gar als „Hauptgeschäft“ – näher zu
beleuchten. Neben den sog. ,Rahmendichtungen‘ und signifikanten Szenen
aus dem ersten Teil der Tragödie sollen auch die „sehr ernsten
Scherze“ (Goethe an Humboldt) des zweiten Teils der Dichtung untersucht
werden. Goethe war sich während der langwierigen Arbeiten an diesem Teil
durchaus bewußt, „daß die Ansprüche der Moderne seinen
Bildervorrat übersteigen und eine neue ästhetische Antwort verlangen“
(Schlaffer). Seine „Antwort“ bestand in der Produktion eines höchst
komplizierten dramatischen Gebildes, dessen Publikation und Rezeption er der
Nachwelt anvertraute.
Primärliteratur
Als kommentierte Ausgabe wird die vom Klassikerverlag Frankfurt/M. publizierte
und von Albrecht Schöne hg. Ausgabe empfohlen – einschließlich
der Kommentierung durch den Hg.
Als Text zum ,Mitlesen‘ in der Vorlesung reicht eine Studienausgabe
mit den üblichen Verszählungen.
Sekundärliteratur
– Arens, H., Kommentar zu Goethes Faust I. Heidelberg 1982.
– ders., Kommentar zu Goethes Faust II. Heidelberg 1989.
– Baum, H., Kants „System“ und Goethes „Faust“.
Hamburg 1992.
– Keller, W. (Hg.), Aufsätze zu Goethes „Faust I“.
Darmstadt 31991 (Wege der Forschung CXLV).
– ders., Aufsätze zu Goethes „Faust II“. Darmstadt
1992 (Wege der Forschung CDXLV).
– Lukacs, G., Goethe und seine Zeit. Berlin 1955.
– Matussek, P., Naturbild und Diskursgeschichte. „Faust“-Studie
zur Rekonstruktion ästhetischer Theorie. Stuttgart/Weimar 1992.
– Mayer, H., Goethe. Ein Versuch über den Erfolg. Leipzig 1987
(Reclams Universal-Bibliothek 1217).
– Schlaffer, H., Faust zweiter Teil. Die Allegorie des 19. Jahrhunderts.
Stuttgart 1982.
– Segeberg, H., Literarische Technikbilder. Studien zum Verhältnis
von Technik- und Literaturgeschichte im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Tübingen 1987 (Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur 17).
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Einführung in die Erzähltheorie
2 SWS/ Ps GS
M. Anders-Sailer
Herweghstr. 96, ÜR C
Fr 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
Im Seminar werden Begriffe und Untersuchungsmethoden vermittelt und diskutiert,
die bei der Analyse und Interpretation erzählender Texte von Bedeutung
sind. Ausgewählte Erzähltexte – mit besonderer Berücksichtigung
der aktuellen Gegenwartsliteratur – dienen als Material, um Begriffe,
Techniken und Methoden auf ihre analytische Relevanz hin zu befragen.
Die Studierenden können Texte ihrer Wahl zur Verfügung stellen.
Literatur:
Jochen Vogt: Aspekte erzählender Prosa. Eine Einführung in die Erzähltechnik
und Romantheorie. 9. erweit. und aktual. Ausg. Opladen 1998.
Schulte-Sasse/Werner: Einführung in die Literaturwissenschaft. München
1997.
Matias Martinez/Michael Scheffel: Einführung in die Erzähltheorie.
2. durchges. Aufl. München 2000.
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Die Dramatik Bertolt Brechts
2 SWS/ Ps GS
H. Ritter
Herweghstr. 96, ÜR A
Fr 10-12
MA/LAG/LAS wobl.
1952 notierte B.B.: „Mit dem Theaterspielen habe ich angefangen, als
ich andere Theaterstücke falsch fand. Ich weiß natürlich nicht
mehr, ob ich damit recht hatte. [...]
Das Seminar will die Entwicklung der Brechtschen Poetologie des Dramas verfolgen:
von den spektakulären Anfängen, die ein Affront gegen das bürgerliche
Theater bedeuteten, über die Vorstellung eines antiaristotelischen Theaters
in den 20er Jahren, die Erarbeitung der Theorie vom epischen Theater in der
Zeit des Exils bis hin zur Realisierung seiner Stücke in den 50er Jahren
auf der Bühne des Berliner Ensembles. Analysen der Stücke aus den
einzelnen Phasen der Entwicklung werden mit der Diskussion der theoretischen
Texten verbunden.
Dramen:
Baal, Trommeln in der Nacht, Mann ist Mann, Die Dreigroschenoper, Die heilige
Johanna der Schlachthöfe, Der gute Mensch von Sezuan
Zur Einführung:
Günter Berg, / Wolfgang Jeske: Bertolt Brecht. Sammlung Metzler 1998.
Jan Knopf: Brecht Handbuch Theater. Stuttgart 2001.
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Einführung in die Literaturwissenschaft II: De la
Motte Fouqué: „Undine“ – Autor, Werk, Wirkung, Rezeptionsgeschichte
2 SWS/ Ps GS
M. Anders-Sailer
Herweghstr. 96, ÜR C
Fr 12-14
MA/LAG/LAS wobl.
Dieses Seminar steht im Zusammenhang mit der einstündigen Vorlesung zur
Einführung in die Literaturwissenschaft und dem dazugehörigen Tutorium.
Die Studierenden sollen befähigt werden, die Verfahren des literaturwissenschaftlichen
Arbeitens anzuwenden, Textzugänge und Interpretationsmöglichkeiten
darzulegen und Fragen zum Stoff/ Motiv/ der Rezeption und deren Geschichte
aufzuwerfen und zu beantworten. Zu diesem Zweck wurde Fouqués Erzählung
Undine ausgewählt. Die Herangehensweisen an den Text (autor- text- leserorientiert)
werden von den Studentinnen und Studenten vorgestellt und im Seminar diskutiert.
Primärliteratur:
F. de la Motte Fouqué: Undine. Reclam UB 491
Sekundärliteratur:
Moennighoff, Burkhard ; Eckhardt Meyer-Krentler : Arbeitstechniken Literaturwissenschaft.
9. Auflage, München 2001 (UTB 1582).
Klausnitzer, Ralf: Literaturwissenschaft. Begriffe-Verfahren-Arbeitstechniken.
Berlin 2004
Schutte, Jürgen: Einführung in die Literaturinterpretation. Stuttgart
1985. (Sammlung Metzler, Band 217)
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Weitere Veranstaltungen
Probleme der Literaturtheorie
2 SWS/ Doktorandenkolloquium
M. Beetz
Herweghstr. 96, n.V. n.V.
MA/LAG/LAS wobl.
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Kolloquium für Examenskandidaten und Doktoranden
2 SWS/ Kolloquium
W. Nell
Herweghstr. 96, n.V. n.V.
MA/LAG/LAS wobl.