Arbeitsstelle
Massenphänomene

Forschungsschwerpunkt in den Fachbereichen Sprach- und Literaturwissenschaften; Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften; Musik-, Sport- und Sprechwissenschaften

 


Die Moderne wird nicht unwesentlich durch das Entstehen und die Prädominanz von Massenphänomenen charakterisiert. Inbegriff dafür sind industriell gefertigte Produkte, Standardisierung von Verhaltensweisen und Geschmack, Angleichung von Einstellungen, Werten oder Mentalitäten. Als Ikonen von (globalen)Massenphänomenen gelten "Coca Cola", "McDonalds", Autos und die Medienwelt. Sie stehen für eine weltweite Vernetzung, zugleich für einen Prozess der Vereinheitlichung (erfahrbar auch als Nivellierung), aus dem sich kulturelle, politische und wirtschaftliche Suprematieansprüche ableiten können (Globalisierung), die ihrerseits massenbildend wirken (soziale Bewegungen, Migration). Massenphänomene sind aber keine ausschließlich moderne Errungenschaft.

 

In allen historischen Phasen begegnet man ihnen in Gestalt von Sklavenheeren, Plebejern, Kreuzzügen…Wodurch definieren sich Massenphänomene? Nicht allein durch eine große Anzahl: Bäume, die einen Wald bilden, sind keine Massenphänomene. Wohl aber die Begeisterung für Fußball, Spielfilme oder Popsongs, Phänomene wie Tourismus, Expansion städtischer Zentren, nationale und supranationale Identitäts- und Staatenbildung, Völkerwanderungen, Fluchtbewegunge vor Naturkatastrophen... Massenphänomene hängen also von einer bestimmten Qualifizierung einer Quantität ab; sie sind nicht wie Naturphänomene gegeben, sie werden vielmehr unter bestimmten Bedingungen und von bestimmten Instanzen (Politik, Wirtschaft, Handel, Medien) hervorgerufen, konstruiert, diskursiv beschworen und ästhetisch inszeniert.
Massenphänomene werden in den einzelnen Wissenschaftsgebieten unter verschiedenen Aspekten untersucht. Der Schwerpunkt "Massenphänomene" führt diese Forschungsaktivitäten zusammen und ermöglicht so, Massenphänomene im interdisziplinären Austausch in ihrer Genese, ihren Erscheinungsformen, ihren Funktionen und Wirkungen auf den Einzelnen (Massenindividuum), die Kultur, sowie auf (urbane, nationale, supranationale) gesellschaftliche Formationen analytisch zu durchdringen. Als institutionelle Klammer wie auch als Ort des wissenschaftlichen Austausches ist ein kulturwissenschaftlicher Promotionsstudiengang in Planung. Hier sollen Promovierende die Gelegenheit erhalten, neben der fachspezifischen Unterstützung das eigene Forschungsvorhaben zum Thema Massenphänomene systematisch und interdisziplinär zu erarbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Design: Annett Raatz
Programmierung und Pflege: Nico Elste (mail)

 

Familienurlaub