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Informationen zum Studium der Altgermanistik

Die Altgermanistik umfasst die Lehrgebiete "Geschichte der deutschen Sprache" und "Germanistische Mediävistik", sie ist Teil der verschiedenen Studiengänge des Instituts (Magister-, Lehramtstudiengänge).

Im Grundstudium ist im Studiengang "Germanistische Sprachwissenschaft" das Proseminar "Einführung in die historische Sprachbetrachtung des Deutschen (Althochdeutsch/Mittelhochdeutsch)" obligatorisch, im Studiengang "Germanistische Literaturwissenschaft" das Proseminar "Einführung in die germanistische Mediävistik". Beide Seminare werden mit einem Testat abgeschlossen.

Studierende der Lehramtsstudiengänge haben grundsätzlich die Wahl zwischen diesen beiden Einführungsseminaren. Empfehlenswert ist trotzdem der Besuch beider Seminare.

Erst nach der erfolgreichen Absolvierung der jeweiligen Einführungsseminare ist die Teilnahme an den weiteren altgermanistischen Proseminaren möglich.

Die Altgermanistik bietet zudem im Grundstudium im Rhythmus von jeweils vier Semestern zwei Grundvorlesungen ("Einführung in die historischen Linguistik" und "Einführung in die germanistische Mediävistik") an, deren Gegenstände wesentliche Inhalte der Zwischenprüfung sind. Der Besuch dieser Vorlesungen wird allen Studierenden dringend empfohlen.

Studienberatung

Frau Dr. Seidel,
Telefon +49 (0) 345 - 55 23 617
E-Mail  seidel@germanistik.uni-halle.de


Mündliche Zwischenprüfung (Altgermanistik) im Studiengang Lehramt Deutsch

Die Prüfung besteht aus Fragen zur historischen Sprachbetrachtung und germanistischen Mediävistik. Zu den Inhalten zählen Grundkenntnisse der Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters, die in den Vorlesungen und Proseminaren Gegenstand waren, ergänzt durch das Selbststudium. Weiterhin soll ein mittelhochdeutscher Text übersetzt werden.

Themenkomplex: Germanistische Mediävistik

  1. Was versteht man unter der karolingischen Minuskel; beschreiben Sie ihre kulturgeschichtliche Bedeutung!
  2. Was versteht man unter dem Verfahren der Textkritik?
  3. Erklären Sie die Begriffe litterati et illitterati im Zusammenhang mit dem mittelalterlichem Bildungswesen!
  4. Benennen und erklären Sie die Bedeutung der septem artes liberales im Zusammenhang mit dem mittelalterlichem Bildungswesen!
  5. Erläutern Sie den Bildungsgang Tristans im Unterschied zu dem des Gregorius!
  6. Erläutern Sie den vierfachen Schriftsinn für die mittelalterlich-christliche Bedeutungskunde und gehen Sie auf die Allegorese der Minnegrotte im 'Tristan' Gottfrieds von Straßburg ein!
  7. Welche Bedeutung hat die 14. Aventiure im Nibelungenlied?
  8. Erklären Sie am Bespiel des Artusromans 'Erec' die Problematik des verligens und berücksichtigen Sie die Funktion des doppelten Cursus!
  9. Benennen und erklären Sie die Unterschiede von Artusroman und Heldenepos!
  10. Diskutieren Sie die komplexe Bedeutung der mhd. Begriffe ritter und vrouwe und stellen Sie eine Beziehung zur höfischen Lebensform her!
  11. Beschreiben Sie Höhepunkt und Überwindung des Hohen Minnesangs am Beispiel Walthers von der Vogelweide!
  12. Benennen und erklären Sie typische Strophenformen der höfischen Dichtung am Beispiel der Kanzone und Nibelungenstrophe!

Themenkomplex: Historische Sprachbetrachtung

  1. Erläutern Sie die Bedeutung des sog. rheinischen Fächers für die Dialektologie des Deutschen!
  2. Erläutern Sie wesentliche Entwicklungstendenzen im Vokalismus der Nebensilben vom Germanischen zum Neuhochdeutschen!
  3. Was versteht man hinsichtlich der Substantivdeklination unter Kasusnivellierung und Numerusprofilierung?
  4. Warum gehören die Präterito-Präsentien zu den unregelmäßigen Verben?
  5. Erklären Sie die konsonantischen Unterschiede in den folgenden neuhochdeutschen Verbformen: schneiden - er schnitt, geschnitten; ziehen - er zog, gezogen!
  6. Warum ändert sich bei den folgenden schwachen Verben im Nhd. im Präteritum der Stammvokal: rennen - er rannte; senden - er sandte; kennen - er kannte?
  7. Erläutern Sie den Unterschied zwischen Lautwandel und Lautwechsel?
  8. Erläutern und problematisieren Sie die Periodisierung der deutschen Sprachgeschichte!
  9. Begründen Sie den Wechsel des Stammvokals von e zu i in den folgenden nhd. Verbformen: geben, ich gebe - du gibst, er gibt; werfen, ich werfe - du wirfst, er wirft?
  10. Welche lautlichen Erscheinungen grenzen das Mhd. vom Ahd. ab?
  11. Beschreiben Sie die unterschiedliche Ausbreitung der nhd. Monophthongierung und Diphthongierung!
  12. Wodurch zeichnen sich die sog. Wurzelverben aus?
  13. Auf welche Weise konnten im Mhd. zukünftige Geschehnisse ausgedrückt werden?
  14. Wie wirkte sich der germanische Anfangsakzent auf die Entwicklung der deutschen Sprache aus?
  15. Was ist ein Ablaut, wodurch ist er entstanden?
  16. Das Konjugationsparadigma von nhd. haben weist Formen mit einem -b- als Stammauslaut (haben, ich habe, gehabt) und Formen ohne -b- (du hast, er hat, er hatte) auf. Wie sind diese unterschiedlichen Formen entstanden?

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