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Studentische Projekte an der Abteilung Altgermanistik

Arbeitskreis Fastnachtspiel

fastnachtspiel

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Im Wintersemester 1999/2000 bot Frau Dr. Andrea Seidel ein Seminar zum Thema ?Fastnachtspiele“ an. Durch eine intensive Beschäftigung mit den literarischen Texten und dem mittelalterlichen Theater entstand die Idee, ein Fastnachtspiel zu inszenieren und die heutige Wirksamkeit des Textes zu überprüfen.

Studierende der Fächer Germanistik, Kunst und Musikwissenschaften trafen sich in einem Arbeitskreis, um gemeinsam über Aufführungsmöglichkeiten städtebürgerlicher Spiele zu diskutieren und Texte zu proben. Durch die Einbeziehung von Musik sollte der historische Bezug verstärkt und zugleich die Geschlossenheit der Vorstellung betont werden.

Zum Sommerfest des Germanistischen Institutes am 4. Juli 2000 in der Herweghstraße 96 fand die Premiere statt: Hans Sachs, Das Kälberbrüten, ein Fastnachtspiel mit drei Personen. Die literarische Vorlage aus dem Jahre 1551 wurde leicht gekürzt und den örtlichen Bedingungen angepasst. Die frühneuhochdeutsche Sprache blieb unverändert, um Authentizität zu erreichen. Historische Kostüme und Requisiten sollten diesen Eindruck verstärken.

Mit viel Liebe zum Detail fand eine beeindruckende Aufführung statt, die dem Publikum einen kleinen, aber heiteren Einblick in die mittelalterliche Welt des Theaters vermittelte. Das Experiment zeigte, sowohl Spieler als auch Zuschauer erfreuen sich auch nach ca. 450 Jahren an Hans Sachs.

Herzlichen Dank an das Thalia Theater in Halle für die Kostümausleihe.

Hinweise, Anregungen und Kritiken an:
 seidel@germanistik.uni-halle.de

Sagen aus Sachsen-Anhalt

Die Tratschbarbe ist eine Sammlung von Sagen, die zum Seminar "Sagen aus Sachsen-Anhalt" im Wintersemester 2000/01 an der Abteilung Altgermanistik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg entstanden ist. Zur Vorberei-tung der Seminare sammelten die Studierenden zahlreiche Texte und recher-chierten in Archiven, meist in ihren Wohn- oder Heimatorten. In den einzelnen Lehrveranstaltungen wurden die Arbeiten vorgestellt und diskutiert. Sowohl literarische, sprachliche, historische als auch volkskundliche Untersuchungen schlossen sich an. Ausgewählte Ergebnisse können nunmehr über das Seminar hinaus im Rahmen des Studienprojektes präsentiert werden.

Die Sammlung erhebt in keiner Weise einen Anspruch auf Reprä-sentativität für das Land Sachsen-Anhalt, zumal einige Orte außerhalb der Landesgrenzen liegen: die Wartburg in Thüringen, Mockrehna in Sachsen, das Riesengebirge in Tschechien. Fast immer ließe sich jedoch ein Bezug zu Sachsen-Anhalt herstellen. Bevor Ludwig von Thüringen die Wartburg baute, saß er auf der Burg Giebichenstein in Halle als Gefangener. Angeblich durch einen Sprung von der Burg, seitdem erhielt er den Beinamen "der Springer", gelang ihm die Flucht. Rübezahl stammte wohl aus dem Harz, der geographische Name Rübeland soll an ihn erinnern, und wanderte dann ins Riesengebirge aus. Ob nun Pumphut nur in Sachsen sein Unwesen trieb, darf angezweifelt werden. Schließlich waren Hexen, Teufel und Drachen, Frau Holla, Till Eulenspiegel und der Roland nicht nur in Mitteldeutschland bekannt und gefürchtet. Auch Steine und Steinkreuze, Kirchen, Türme und Burgen boten in anderen Orten oftmals Anlass zur Sagenbildung.

Zum besseren Verständnis sind alle Sagen (Link zum Inhaltsverzeichnis, siehe Seite 3) mit Hinweisen zu Motiven, histori-schen Inhalten (Ereignissen, Orts- oder Personennamen) oder zur Entstehung und Überlieferung versehen. Durch diese Erklärungen bieten sich weitere Mög-lichkeiten der Sagendeutung, schließlich wird mit der Titelfigur keineswegs eine plauderhafte Person benannt, sondern offensichtlich eine Barbe, ein Fisch, und eine Tratsche, ein "grozer, ungeschlachter fuoz" (Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch, 21. Bd., Leipzig 1935, Sp. 1276). Tratsch kann nach Grimm sowohl das geräuschvolle Tun, als auch des Geräusch der mensch-lichen Stimme bedeuten. Diese Sagensammlung will vielmehr an das Tratschen anknüpfen, jenes Schwätzen im Sinne von sich unterhalten.

Die Sagen aus Sachsen-Anhalt sind unter dem Titel Tratschbarbe als Broschüre am Germanistischen Institut, Herweghstr. 96 erhältlich.

Kunst- und Kulturkolloquium e.V. (KUKUK)
Verein zur Förderung von Kunst und Wissenschaft


Der Verein KUKUK e.V. arbeitet ehrenamtlich und gemeinnützig. Die Mitglieder sind derzeit eine bunt gemixte Schar aus Studenten, Angestellten, Künstlern und Hochschullehrern, die alle das Interesse und das Engagement vereint, das kulturelle und wissenschaftliche Leben in Sachsen-Anhalt zu bewegen und zu bereichern.

Unsere Arbeit wird grundsätzlich durch das Bedürfnis geprägt, eine Brücke aus künstlerischen und wissenschaftlichen Elfenbeintürmen heraus in das öffentliche Leben zu schlagen. Dabei geht es uns einerseits darum, Plattformen besonders für junge Nachwuchswissenschaftler und –künstler Sachsen-Anhalts in Form von Ausstellungen, Symposien und Publikationen zu stellen. Andererseits wollen wir mit gezielten Veranstaltungen wie Workshops u.a. einem breiten Publikum die Möglichkeit verschaffen, sich fortzubilden, eigene Kreativität zu entdecken und zu entwickeln.

Uns geht es darum, eine große Öffentlichkeit anzusprechen. Wir sind offen für alle Interessenten, unabhängig von Alter, weltanschaulichen und politischen Positionen, sofern sie mit allgemeinen ethischen und demokratischen Grundpositionen sowie den Grundlagen unserer Satzung vereinbar sind.

Für weitere Infos oder bei Interesse an Mitgliedschaft oder Unterstützung des Vereins kontaktieren Sie uns bitte unter:  kukukev@gmx.de


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